
Abkommen mit Indien
Bundesregierung will Pfleger im Ausland ausbilden
Deutschland kann sich selbst nicht pflegen und benötigt Fachkräfte aus dem Ausland. Bisher floppten alle staatlichen Anwerbe-Bemühungen. Nun sollen Pfleger im Ausland ausgebildet werden. Stiftung Patientenschutz warnt vor überzogenen Erwartungen.
Mittwoch, 14.01.2026, 12:16 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 14.01.2026, 12:16 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Die Bundesregierung will Pflegekräfte aus Indien anwerben. Wie das Bundesgesundheitsministerium am Dienstag bekanntgab, wurde beim Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Indien eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Sie sieht gemeinsame Standards für die Ausbildung von Pflegekräften vor.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erklärte, so könnten bei der Anwerbung „langwierige und bürokratische Anerkennungsverfahren in Zukunft vermieden und gut ausgebildete Fachkräfte schneller in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden“.
Ausbildung im Ausland
Anstatt fertig ausgebildete Pflegerinnen und Pfleger aus dem Ausland anzuwerben, will das Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben vermehrt auf Partnerschaften mit anderen Ländern bei der Ausbildung setzen. Herkunftsländer wie Indien könnten dabei auch von dem pflegerischen Fachwissen aus Deutschland bei der Langzeitpflege profitieren, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.
Die Ausbildung der Pflegekräfte in Indien soll Deutschunterricht bis zum B2-Niveau umfassen, ebenso Kurse, die auf das Arbeiten und Leben in Deutschland vorbereiten. Für die Auszubildenden sind die Kurse den Angaben zufolge kostenlos.
Patientenschutz fordert Abbau bürokratischer Hürden
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz dämpfte die Erwartungen an das Vorhaben. „Bislang floppten alle staatlichen Bemühungen, ausländische Pflegefachkräfte anzuwerben“, erklärte Vorstand Eugen Brysch. „Politisch geschürte Erwartungen und Millionen Euro an Steuermitteln stehen hier in krassem Missverhältnis zu den tatsächlichen Anwerbezahlen.“
Auch die Absichtserklärung für die Anwerbung indischen Pflegepersonals reiche nicht aus, betonte Brysch. „Viel wichtiger wäre es, die bürokratischen Hürden hierzulande abzubauen.“ Die allermeisten Arbeitssuchenden machten sich eigeninitiativ oder mithilfe von Unternehmen auf den Weg nach Deutschland. (epd/mig) Aktuell Panorama
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