
Amtliche Zahlen
EU registrierte 2025 deutlichen Rückgang von Asylanträgen
Die Zahl der in Europa gestellten Asylanträge sinkt. Vor allem Staatsbürger eines Landes kommen weniger. Auch in Deutschland gibt es einen klaren Trend.
Dienstag, 13.01.2026, 12:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 13.01.2026, 12:19 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Die Zahl der von der EU-Asylagentur erfassten Anträge auf internationalen Schutz ist im vergangenen Jahr erneut deutlich zurückgegangen. Wie aus einem nicht öffentlichen Lagebericht der Europäischen Kommission hervorgeht, wurden in den 27 EU-Mitgliedstaaten und den Partnerländern Schweiz und Norwegen von Anfang Januar bis Mitte Dezember nach vorläufigen Daten rund 780.200 Anträge registriert. Dies entspricht einem Rückgang um etwa ein Fünftel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit setzt sich der Trend aus dem Vorjahr fort.
Die Entwicklung ist laut dem Bericht vor allem auf den Rückgang von Asylanträgen von Menschen aus Syrien zurückzuführen. In dem Land gibt es seit dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad Ende 2024 Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Über die vertraulich an die EU-Staaten übermittelten Zahlen berichtete zuerst die „Welt am Sonntag“.
Deutschland hat bereits Zahlen veröffentlicht
Das Bundesinnenministerium hatte bereits Anfang Januar mitgeteilt, dass nach Deutschland zuletzt deutlich weniger Asylbewerber kamen. Die Zahl der Erstanträge sank demnach im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 51 Prozent auf 113.236.
In dem Lagebericht der EU-Kommission sind neben Erst- auch Folgeanträge berücksichtigt. Demnach gab es in Deutschland in dem Berichtszeitraum insgesamt etwa 149.100 Anträge. Danach folgen Frankreich mit 148.600 Anträgen, Spanien mit 137.300 Anträgen und Italien mit 125.800 Anträgen.
Rückgang um mehr als die Hälfte
Ohne konkrete Zahlen zu nennen, hatte EU-Innenkommissar Magnus Brunner 2025 bereits vor wenigen Tagen ein gutes Jahr für die europäische Migrationspolitik genannt. „Die EU hat die Reform des Migrations- und Asylrechts konsequent vorangetrieben und zentrale Teile des Gesetzespakets umgesetzt“, sagte er zum Jahreswechsel. Dazu gehörten ein stärkerer Außengrenzschutz und beschleunigten Verfahren. Die Ergebnisse seien klar sichtbar: Sogenannte „illegale“ Grenzübertritte seien seit 2023 um mehr als die Hälfte zurückgegangen.
Mit „illegaler“ Migration werden im politischen Sprachgebrauch irreführend auch Fluchtbewegungen von Menschen bezeichnet, die Schutz suchen. Weil sichere und legale Fluchtwege oft fehlen, bleibt vielen keine andere Möglichkeit, als Grenzen zunächst ohne gültige Dokumente zu überqueren, um ihr international garantiertes Recht auf Asyl geltend zu machen. Juristisch ist das keine „illegale“ Handlung, sondern die Wahrnehmung eines verbrieften Rechts. (dpa/mig) Aktuell Panorama
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