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Trauriger Mann (Symbolfoto) © de.depositphotos.com

Studie

Versorgung psychisch kranker Geflüchteter hat schwere Mängel

Eine Studie beleuchtet die Versorgung Geflüchteter mit psychischen Erkrankungen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Die Forschenden legen eine lange Liste mit erheblichen Mängeln vor.

Donnerstag, 12.03.2026, 10:55 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 12.03.2026, 9:22 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Eine neue Studie über die medizinische Versorgung von Geflüchteten mit psychischen Problemen in drei ostdeutschen Bundesländern zeigt schwere Mängel auf. Nur ein Prozent der Betroffenenen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt erhalte eine Behandlung, die internationalen Standards entspreche, teilte der Bundesverband der Psychosozialen Zentren am Donnerstag in Berlin mit. Als Folge von Gewalt vor und während der Flucht wiesen 60 Prozent der befragten Personen in den drei Ländern „schwere psychische Belastungen“ auf, die zeitnahe Behandlungen erforderten.

Vor allem die Qualität der Unterbringung beeinflusse die psychische Gesundheit, heißt es in der Untersuchung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Studienteilnehmende, die ihre Wohnsituation als unsicher wahrnahmen oder sich eingesperrt fühlten, berichteten häufiger von starker psychischer Belastung. Fast die Hälfte der Befragten beschrieb ihre Wohnsituation in der Studie als „gefängnisartig“. Mehr als ein Drittel bewerteten den Mangel an Privatsphäre in ihrer Unterkunft als „unerträglich“ oder „extrem unerträglich“.

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Lange kein Zugang zum regulären Gesundheitssystem

Zentrales Hindernis für eine bessere psycho-soziale Versorgung ist laut den Forschenden der gesetzlich verfügte Ausschluss von Asylsuchenden aus dem regulären Gesundheitssystem. In den ersten drei Jahren nach Ankunft haben Geflüchtete meist nur Anspruch auf Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände. Psychische Krankheiten werden meistens nicht darunter gefasst. Erst nach drei Jahren erhalten sie in der Regel über die elektronische Gesundheitskarte Zugang zum Gesundheitssystem. Laut der Untersuchung hatten psychisch belastete Geflüchtete mit Karte eine deutlich höhere Versorgungsquote als Geflüchtete ohne einen Zugang zur Regelversorgung.

„Die Ergebnisse legen nahe, dass Verbesserungen der Wohnbedingungen – vor allem in Form dezentraler Unterbringung anstelle der Unterbringung in Sammelunterkünften – und die flächendeckende Einführung der Gesundheitskarte für Geflüchtete Ansatzpunkte sind, um die Versorgung psychisch erkrankter Geflüchteter sicherzustellen“, sagte Professor Amand Führer von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. (epd/mig) Leitartikel Panorama Studien

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