
Anklage: Mordversuch
Tatort Schule: 15-Jähriger wollte Muslime und Ausländer töten
Zwei Schüler werden bei einer rassistisch motivierten Attacke in Bayern verletzt. Mutmaßlicher Täter ist ein 15-Jähriger, der gezielt Muslime und Ausländer töten wollte. Jetzt ist Anklage gegen ihn erhoben worden. Rechtsextremismus an Schulen ein wachsendes Problem.
Mittwoch, 04.03.2026, 13:53 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 04.03.2026, 13:57 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Nach einem Hammerangriff auf zwei Schüler in Friedberg in Bayern ist Anklage wegen eines mutmaßlich rassistischen und islamfeindlichen Mordversuchs gegen einen 15-Jährigen erhoben worden.
Die Generalstaatsanwaltschaft München geht davon aus, dass der Jugendliche im Oktober 2025 auf dem Pausenhof einer Mittelschule Muslime und Ausländer töten wollte, wie eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde sagte. Dabei waren ein 14-Jähriger mit irakischen Wurzeln und ein 13-Jähriger mit kosovarischen Wurzeln leicht beziehungsweise mittelschwer verletzt worden.
Bewaffnet mit Hammer und Softair-Pistolen
Bei dem Angriff kurz vor Schulbeginn hatte der 15 Jahre alte Deutsche den Ermittlern zufolge einen uniformähnlichen Anzug und einen „militärisch wirkenden Helm“ getragen. Neben einem Hammer hatte er demnach auch zwei Softair-Pistolen dabei. Ob es zu einem Prozess gegen den 15-Jährigen kommt, entscheidet den Angaben zufolge die Jugendkammer des Landgerichts Augsburg.
Sollte es dort zum Prozess kommen, fände dieser unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, sagte ein Sprecher des Landgerichts. Das sei wegen des Alters des Beschuldigten zum Zeitpunkt der Tat gesetzlich vorgeschrieben. Bei einer möglichen Verurteilung wegen der Vorwürfe der Anklage würden dem 15-Jährigen bis zu zehn Jahre Haft als Jugendstrafe drohen. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt aber die Unschuldsvermutung.
Der Angriff hatte am 2. Oktober einen größeren Einsatz der Polizei rund um die Mittelschule im Zentrum der Stadt in Schwaben ausgelöst. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge und Beamte waren in den Straßen zu sehen, einzelne Bereiche wurden abgesperrt. Zudem wurde ein Rettungshubschrauber angefordert, der allerdings nicht eingesetzt werden musste.
Rechtsextreme Gewalt an Schulen steigt
Der 15-Jährige war nach den Polizeiangaben früher einmal Schüler der Mittelschule. Nach dem Angriff soll er versucht haben zu flüchten. Allerdings war die Polizei schnell vor Ort und konnte ihn fassen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die beiden verletzten Schüler wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Der Fall steht in einem größeren Kontext: Rechtsextreme, rassistische und demokratiefeindliche Vorfälle an Schulen nehmen seit Jahren in mehreren Bundesländern zu. In Bayern gibt es zwar keine landesweit einheitliche offizielle Erfassung nur für Schulen; eine BR-Abfrage unter rund 600 weiterführenden Schulen ergab jedoch, dass im vergangenen Schuljahr an etwa 400 Einrichtungen entsprechende Vorfälle gemeldet wurden, knapp drei Viertel davon wurden dem rechten Spektrum zugeordnet. (dpa/mig) Aktuell Panorama
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