
Massengrab Mittelmeer
Mehr als ein Dutzend Leichen an Italiens Küsten angeschwemmt
Aller Gefahr zum Trotz machen sich Menschen auf den Weg übers Mittelmeer nach Europa. Im Winter ist das Risiko besonders groß. Befürchtet wird, dass in den vergangenen Wochen Hunderte starben. Mehr als ein Dutzend wurde nun an Italiens Küsten angeschwemmt.
Mittwoch, 18.02.2026, 10:49 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 18.02.2026, 10:49 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
An Italiens Küsten sind mehr als ein Dutzend Leichen angeschwemmt worden – vermutlich Geflüchtete, die beim Versuch ums Leben kamen, das Mittelmeer zu überqueren. An Stränden auf Sizilien sowie in der süditalienischen Region Kalabrien wurden nach Angaben von Behörden in den vergangenen Tagen mindestens 15 Tote gefunden. Vermutet wird, dass die Menschen in den vergangenen Wochen auf hoher See Winterstürmen zum Opfer fielen.
Die Fahrt übers Mittelmeer nach Europa gilt auch bei normalen Wetterbedingungen als gefährlich. Oft werden Menschen von Schleppern aus Ländern wie Libyen und Tunesien in Schiffen auf den Weg geschickt, die kaum seetauglich sind. Hilfsorganisationen befürchten, dass in diesem Winter mehrere Hundert Menschen ertrunken sind. Auch auf hoher See wurden bereits Leichen gefunden, sowohl von der Küstenwache als auch von zivilen Schiffen wie Fischerbooten.
Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein
In der Nähe von Tropea, einem Badeort am Festland, wurde nach Angaben von Dienstag eine Leiche von Schülern entdeckt. Der unbekannte Mann trug eine orangefarbene Rettungsweste. Auch eine Frau, die keine Papiere bei sich hatte, wurde tot geborgen. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. Auch auf der kleinen italienischen Insel Pantelleria wurden Leichen gefunden.
Italien gehört zu den Ländern, die von der Fluchtbewegung übers zentrale Mittelmeer besonders betroffen sind. Jedes Jahr landen Zehntausende mit Booten an Italiens Küsten. Die Rechts-Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte ihren Kurs in der Migrationspolitik in der vergangenen Woche nochmals verschärft.
Italien setzt Seenotrettungsschiff fest
Zuletzt haben italienische Behörden das private Seenotrettungsschiff „Humanity 1“ festgesetzt und der Betreiberorganisation eine Geldstrafe verhängt. Sie werfen der Besatzung vor, nicht mit der libyschen Küstenwache kooperiert zu haben. Italien fordert von private Seenotrettern, gerettete Geflüchtete an die Küstenwache zu übergeben, damit sie die Menschen zurück nach Libyen bringen.
Ein aktueller UN-Bericht dokumentiert in Libyen zahlreiche schwere Menschenrechtsverletzungen. Danach werden Geflüchtete und Migranten in dem Land gefoltert, unrechtmäßig inhaftiert und sexuell missbraucht. Die UN fordert die Europäische Union auf, die sogenannte Migrationspartnerschaft mit Libyen zu beenden. (dpa/mig) Aktuell Ausland
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