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Vertriebene Sudanesen im Flüchtlingslager Abu al-Naga im Bundesstaat Gedaref, etwa 420 km östlich der Hauptstadt Khartum. © STR/AFP

Millionen warten auf Hilfe

Krisen im Sudan und Südsudan weiter dramatisch

Afrikas Krisen sind selten in den Schlagzeilen – obwohl die Lage dramatisch ist. Im Südsudan treiben neue Kämpfe Hunderttausende in Hunger und Durst, im Sudan kehren Millionen in zerstörte Regionen zurück.

Montag, 09.02.2026, 14:32 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 09.02.2026, 14:33 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Inmitten neuer Kämpfe im Südsudan ist die Versorgungslage für Hunderttausende Menschen laut der Hilfsorganisation Oxfam dramatisch. Familien seien von Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und dringend benötigter humanitärer Hilfe abgeschnitten, erklärte die Hilfsorganisation am Montag. Gesundheitseinrichtungen und Vorräte von Hilfsorganisationen seien geplündert, Beschäftigte zur Flucht gezwungen worden. Oxfam habe aufgrund der schlechten Sicherheitslage Aktivitäten aussetzen müssen.

Schon vor den jüngsten Kämpfen seien in der Region Jonglei mehr als 700.000 Menschen von akutem Hunger und Hungersnot betroffen gewesen. Seit Dezember seien nun mehr als 280.000 Menschen von der Gewalt aus ihren Häusern geflohen. „Familien werden gewaltsam in Gebiete vertrieben, in denen die Lage bereits sehr schlecht ist“, erklärte Shabnam Baloch, Oxfam-Landesdirektorin im Südsudan. „Einige sind verletzt und kaum noch in der Lage, sich fortzubewegen. Viele sind vom Hungertod bedroht und gezwungen, Wasser aus verschmutzten Flüssen und Sümpfen zu trinken. Die Situation ist völlig verzweifelt.“

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Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen

Nach der Unabhängigkeit des Südsudans vom Sudan 2011 begann ein Bürgerkrieg, der 2018 mit einem Abkommen zwischen den Konfliktparteien endete. Mit dem Kompromiss wurde eine gemeinsame Regierung von Präsident Salva Kiir und Vizepräsident Riek Machar gebildet, die sich zuvor in dem Konflikt gegenübergestanden hatten. Das Abkommen wurde wiederholt gebrochen. Der Machtkampf eskalierte erneut.

Nach Einschätzung des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) sind in diesem Jahr mehr als zehn Millionen Menschen im Südsudan auf Unterstützung angewiesen. Das sind rund zwei Drittel der Bevölkerung.

Sudan: Millionen Geflüchtete kehren zurück

Derweil sind mehr als drei Millionen geflüchtete Menschen laut den Vereinten Nationen (UN) in ihre Heimatregionen im kriegsgeplagten Sudan zurückgekehrt. In den betreffenden Regionen seien Häuser, Straßen und Infrastruktur schwer beschädigt oder zerstört und es mangele an staatlicher Unterstützung, warnte die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf.

Die UN-Organisation betonte, die Rückkehrerinnen und Rückkehrer bräuchten würdige Lebensbedingungen, Zugang zu Dienstleistungen und Schutz. Viele von ihnen kämen mit keinerlei Besitz zurück. Die höchste Zahl an Rückkehrern wurde laut der IOM im Bundesstaat Khartum verzeichnet. Dorthin kehrten mehr als 1,3 Millionen Menschen zurück. Die Menschen betrachteten ihre Heimatregionen als relativ sicher.

In Teilen Sudans eskaliert die Gewalt weiter

83 Prozent der Rückkehrer waren laut IOM innerhalb des Sudans auf der Flucht. Die restlichen 17 Prozent seien heimkehrende Flüchtlinge, die sich vorübergehend in Ägypten, Südsudan, Libyen sowie in bestimmten Golfstaaten aufgehalten hätten. Die IOM betonte, dass in anderen Regionen Sudans, wie Darfur und Kordofan, die Gewalt weiter eskaliert. Dort sei eine Zunahme der Vertreibungen zu verzeichnen.

Der Krieg im Sudan begann im April 2023 aus einem eskalierten Machtkampf zwischen der Armee und der paramilitärischen Miliz RSF und hat eine der weltweit gravierendsten Vertreibungs- und Hungerkrisen ausgelöst. Etwa zwölf Millionen Menschen waren zwischenzeitlich auf der Flucht, 21 Millionen Menschen – knapp die Hälfte der Bevölkerung – leiden laut den Vereinten Nationen unter akutem Hunger. Die Rivalen kämpfen um die Macht und Rohstoffe; sie werden von ausländischen Mächten unterstützt. UN-Ermittler werfen beiden Parteien Kriegsverbrechen vor. (epd/mig) Aktuell Ausland

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