
Analyse
Afrikas Krisen kaum Thema in den Medien
Afrikas Krisen finden kaum Beachtung in den Medien. Das zeigt eine Analyse der Hilfsorganisation Care. Die Folgen sind immens: Wo Krisen unsichtbar bleiben, fehlt oft auch die finanzielle Unterstützung.
Mittwoch, 28.01.2026, 11:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 28.01.2026, 11:20 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Die humanitären Krisen mit der geringsten medialen Aufmerksamkeit ereignen sich laut einer Analyse der Hilfsorganisation Care vor allem auf dem afrikanischen Kontinent. Angeführt werde die Liste der 2025 am wenigsten beachteten Krisen von der Zentralafrikanischen Republik, teilte das Hilfswerk am Mittwoch zur Veröffentlichung seines Krisenreports mit. So habe es nur 1.532 Online-Artikel über das Land gegeben, in dem aufgrund von Konflikten mehr als 2,4 Millionen Menschen in Not seien.
In der Analyse, die seit zehn Jahren erscheint, wird die Berichterstattung weltweiter Online-Medien über humanitäre Notlagen ausgewertet. Acht der zehn Krisen, die vergangenes Jahr keine Schlagzeilen gemacht haben, lagen demnach in Afrika. Den zweiten Platz auf der Liste belegt Namibia, wo 1,3 Millionen Menschen sich nicht ausreichend ernähren könnten. Dahinter folgt Sambia auf Platz drei. Weitere medial kaum berücksichtigte Krisen spielen sich laut Care auf dem afrikanischen Kontinent unter anderem in Malawi, Angola und Burundi ab.
Unsichtbarkeit von Krisen bedeutet fehlende finanzielle Unterstützung
Auslöser und Verstärker der humanitären Notlagen sind dem Bericht zufolge vor allem der Klimawandel. Häufigere und intensivere Wetterextreme hätten Ernteausfälle sowie Probleme bei der Versorgung mit Wasser und Nahrung zur Folge. „Aufmerksamkeit ist eine Frage der Menschenwürde und des Überlebens“, sagte der Generalsekretär von Care Deutschland, Karl-Otto Zentel: „Denn wo Krisen unsichtbar bleiben, fehlt oft auch die finanzielle Unterstützung.“
Erstmals wird in der Liste Honduras genannt. In dem mittelamerikanischen Land lebe mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Neu hinzugekommen ist auch Nordkorea, wo rund elf Millionen Menschen und damit knapp die Hälfte der rund 26 Millionen Einwohner an Hunger litten.
Fünf Millionen Artikel ausgewertet
Für den zehnten Krisenreport hat den Angaben zufolge der internationale Medienbeobachtungsdienst Meltwater fünf Millionen Online-Artikel aus rund 345.000 Online-Medien in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch ausgewertet.
Auf Basis einer Liste von 43 humanitären Krisen, die jeweils mindestens eine Million Menschen betreffen, wurden die zehn Krisen mit der geringsten medialen Aufmerksamkeit ermittelt. (dpa/mig) Aktuell Panorama
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