
620 Millionen Euro
EU sagt Syrien Unterstützung zu – damit Geflüchtete zurückkehren
Die EU will Syrien beim Wiederaufbau unterstützen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellt Finanzhilfen in Aussicht. Ein Ziel ist die Rückkehr von geflüchteten Syrern. Doch das Land kommt nicht zur Ruhe. Erneut müssen Menschen fliehen.
Sonntag, 11.01.2026, 12:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 11.01.2026, 12:20 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Die EU will ihr Engagement in Syrien deutlich verstärken. „Wir möchten, dass Syrerinnen und Syrer eine reale Perspektive haben, in ihre Heimat zurückzukehren und ihr Leben hier neu aufzubauen“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag bei einem Besuch in der syrischen Hauptstadt Damaskus.
Deshalb wolle die EU die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern wie der Türkei, Jordanien und dem Libanon sowie mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ausbauen, um eine sichere, würdevolle und freiwillige Rückkehr zu unterstützen.
Die EU will Syrien nach Angaben von der Leyens politisch, wirtschaftlich und finanziell unterstützen. Konkret stellte sie Finanzhilfen in Höhe von rund 620 Millionen Euro für die Jahre 2026 und 2027 in Aussicht. Zudem kündigte sie eine neue politische Partnerschaft an, die mit einem hochrangigen Dialog noch in der ersten Jahreshälfte beginnen soll.
Sorge wegen jüngster Gewalt in Aleppo
Es ist der erste Besuch der EU-Führung in Syrien seit dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad im Dezember 2024. Das Treffen mit der syrischen Übergangsregierung in Damaskus erfolgte kurz nach neuen tödlichen Gefechten in der Stadt Aleppo.
„Wir wissen, dass der Weg zur Versöhnung und zum Wiederaufbau weiterhin schwierig und lang ist“, sagte von der Leyen. Die gewaltsamen Eskalationen der vergangenen Tage seien besorgniserregend, betonte sie und rief zu weiterem Dialog zwischen allen Parteien auf. Seit Dezember 2024 ist die EU wieder in Damaskus präsent und arbeitet nach eigenen Angaben eng mit den Behörden und der Zivilgesellschaft zusammen.
Wieder schwere Gefechte in Syrien
In Syrien brach 2011 ein Krieg aus, der Millionen Menschen zur Flucht zwang. Vor rund einem Jahr stürzte eine Rebellenkoalition unter Führung der islamistischen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) das Assad-Regime. HTS-Anführer Ahmed al-Scharaa fungiert nun als Übergangspräsident.
Allerdings lässt die Gewalt in dem Land nicht nach: In der zweitgrößten Stadt des Landes, Aleppo, kommt es seit Tagen zu schweren Gefechten zwischen Regierungstruppen und kurdischen Kräften – den schwersten seit dem Assad-Sturz. Nach kurdischen Angaben kamen dabei Panzer und Artillerie zum Einsatz. Zehntausende Zivilisten sind auf der Flucht. (epd/dpa/mig) Aktuell Ausland
Wir informieren täglich über das Wichtigste zu Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Unterstüzte diese Arbeit und verpasse nichts mehr: Werde jetzt Mitglied.
MiGGLIED WERDEN- Warnung vor Chaos Trumps Flüchtlingspolitik eskaliert: ICE schießt auf…
- Iran Schweigen ist keine Option mehr
- Positionspapier CSU macht AfD-Thema auch 2026 groß
- 620 Millionen Euro EU sagt Syrien Unterstützung zu – damit Geflüchtete…
- Diskriminierung vertreibt Jeder dritte Eingewanderte denkt übers Auswandern nach
- Studie Rassismus gegen Schwarze ist Alltag in Deutschland

