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Hamburg

Angriff auf jüdischen Studenten: Täter muss in Psychiatrie

Im Oktober 2020 hatte ein Mann einen jüdischen Studenten ohne Vorwarnung mit einem Spaten auf den Kopf geschlagen. Jetzt muss er dauerhaft in die Psychiatrie, entschied das Hamburger Landgericht. Der Mann sei schuldunfähig.

Montag, 01.03.2021, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 28.02.2021, 10:50 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Der Mann, der im Oktober 2020 einen jüdischen Studenten vor einer Hamburger Synagoge angegriffen hat, wird dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Das Hamburger Landgericht teilte am Freitag mit, es habe sich um einen gezielten Angriff auf eine Person jüdischen Glaubens gehandelt, der Mann habe jedoch nicht aus rechtsradikalen Motiven gehandelt. Der Täter leide an einer religiösen Wahnvorstellung.

Aufgrund dieser psychischen Erkrankung sei der Mann nicht schuldfähig. Da er keine Einsicht zeige und sich weder vom Sachverständigen habe untersuchen lassen noch eine Medikation akzeptiere, habe das Gericht keine Möglichkeit zu einer Bewährungsstrafe oder Aussetzung der Anordnung zur Unterbringung in der Psychiatrie gehabt. Es sei anzunehmen, dass die Krankheit länger andauern wird und der Mann somit weiter eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt.

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Ohne Vorwarnung

Der damals 29 Jahre alte Täter war am 4. Oktober 2020 gezielt mit einem Taxi zur Synagoge gefahren, wo an diesem Tag Feierlichkeiten zum jüdischen Laubhüttenfest stattfanden. Er schlug einem 26-jährigen Mann mit Kippa ohne Vorwarnung mit einem Spaten auf den Kopf. Der verletzte Student musste zwei Tage auf der Intensivstation behandelt werden und behält eine sichtbare Narbe.

Woher genau die feindselige Einstellung Juden gegenüber kommt, habe das Gericht nicht herausfinden können, sagte die Vorsitzende Richterin. Den Zettel mit einem aufgemalten Hakenkreuz, der in der Tasche des Mannes gefunden wurde, habe dieser auf Rat seiner Mutter als Glücksbringer getragen. (epd/mig)

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