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Studie

Frauen engagieren sich überdurchschnittlich oft für Flüchtlinge

Personen in Deutschland, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind, sind mehrheitlich Frauen, sie sind gebildet und älter. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Flüchtlingsgegner sind unzufrieden mit der Demokratie und wählen AfD.

Dienstag, 15.09.2020, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 14.09.2020, 18:00 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Vor allem Frauen engagieren sich in Deutschland für die Unterstützung von Flüchtlingen und Migranten. Das zeigen erste Ergebnisse einer Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die am Montag bei der digitalen Jahrestagung des Instituts vorgestellt wurde.

Demnach sind 53 Prozent derer, die in der repräsentativen Online-Befragung angaben, sich für die Unterstützung von Flüchtlingen zu engagieren, weiblich. Vor allem Frauen über 70 Jahre sind in der Flüchtlingshilfe aktiv. Sie leisten hauptsächlich konkrete Hilfe, unterrichten Deutsch oder begleiten Behördengänge.

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Die Studie zeigt, dass diese Engagierten mehrheitlich ein überdurchschnittlich hohes Bildungsniveau haben. Und sie schätzen ihre eigene wirtschaftliche Lage überwiegend positiv ein. Beides treffe aber auch auf diejenigen Engagierten zu, die sich für eine Beschränkung der Migration einsetzten, sagte Projektleiterin Maria Sinnemann.

Engagement oft nicht politisch motiviert

Das bedeute, dass es eben nicht die Verlierer der Gesellschaft seien, die sich für dieses Thema engagierten. Auch sei dies kein ostdeutsches Phänomen. Diejenigen, die sich für eine Begrenzung und Verschärfung der Migration aussprechen, haben laut Studie mehrheitlich keine Religionszugehörigkeit.

Als Motive nannten die Befragten Unsicherheit, eine gefühlte Zunahme von Kriminalität und politische Unzufriedenheit. Sie engagierten sich vor allem in der politischen Sphäre, sagte die Soziologin Sinnemann. Diejenigen, die Flüchtlinge unterstützen, nannten als Motive persönliche Erlebnisse, eigene Betroffenheit und das Bedürfnis zu helfen. Sie engagieren sich oftmals nicht im politischen Kontext, sondern zum Beispiel in Kirchengemeinden und gemeinnützigen Organisationen.

Flüchtlingshelfer SPD, Grüne, CDU zugeneigt

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) derjenigen, die sich für Flüchtlinge engagieren, haben Vertrauen in die Demokratie, während 63 Prozent derjenigen, die sich für die Begrenzung der Migration einsetzen, nach eigenen Angaben unzufrieden oder eher unzufrieden mit der Demokratie sind. Letztere Befragte neigen Parteien wie der AfD und den Unionsparteien zu. Sie lehnen Grüne und Linke ab.

Unter den Flüchtlingshelfern zeigt sich ein diverseres Bild. Sie neigen SPD, Grünen oder CDU zu. Die AfD aber lehnen sie zu mehr als 90 Prozent ab. Für die Studie wurden zwischen August und Oktober 2019 insgesamt 2.143 Personen über 18 Jahren befragt. (epd/mig)

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