Krankenschwester, Arzt, Krankenhaus, Altenpflegerin
Pflegekraft (Symbolfoto) © A&M-Commerce @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

2.500 Pflege-Fachkräfte

Anwerbeprogramme verlaufen schleppend

Mit Hilfe mehrerer Anwerbeprogramme wurden in den vergangenen sechs Jahren rund 2.500 Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland vermittelt. Die FDP kritisierte die Vermittlungsbilanz: Die Ergebnisse seien völlig unbefriedigend.

Freitag, 16.11.2018, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 20.11.2018, 17:42 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Über Anwerbeprogramme sind in den vergangenen sechs Jahren rund 2.500 Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland vermittelt worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, über die zuerst das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ berichtet hat und die auch dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Längst nicht alle Pflegekräfte haben aber bereits die Arbeit in Deutschland aufgenommen und auch die EU-internen Ausbildungsprogramme brachten demnach bislang nicht viele Fachkräfte für die Pflege in Deutschland hervor. Der FDP verläuft die Anwerbung zu schleppend.

Von 2013 bis Oktober 2018 konnten nach Angaben der Bundesregierung insgesamt 2.385 Pflegekräfte aus Bosnien-Herzegowina, Serbien, Tunesien und den Philippinen angeworben werden. Diese Länder hat Deutschland besonders im Blick bei der Gewinnung von Pflegekräften und entsprechende bilaterale Abkommen abgeschlossen. Aus China wurden in einem weiteren Anwerbeprojekt 39 Pfleger gewonnen. Aus Mexiko konnten bisher 85 qualifizierte Mitarbeiter an Arbeitgeber in Deutschland vermittelt werden.

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Von den 2.385 aus den Balkan-Staaten, Tunesien und den Philippinen angeworbenen Fachkräften sind den Angaben zufolge aber erst gut 1.600 tatsächlich nach Deutschland eingereist. Die anderen nehmen noch an Sprachkursen im Herkunftsland teil, wie es hieß.

FDP kritisiert Vermittlungsbilanz

Über das Programm „MobiPro-EU“ haben nach Angaben der Bundesregierung 600 Jugendliche aus EU-Staaten eine Ausbildung in der Alten- und Krankenpflege in Deutschland begonnen. Davon haben bislang erst 94 die Ausbildung abgeschlossen, 169 sind noch dabei. Von den Absolventen arbeiten den Angaben zufolge wiederum 63 junge Menschen als Pfleger in Deutschland.

Die FDP kritisierte die Vermittlungsbilanz. Angesichts von aktuell rund 30.000 offenen Stellen in der Pflege seien die Ergebnisse völlig unbefriedigend, sagte die Pflegeexpertin Nicole Westig dem „RedaktionsNetzwerk“. „Die bisherigen Anwerbungsprogramme seien entweder ineffizient oder nicht weitreichend genug. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müsse seine Ankündigung aus dem Sommer umsetzen, eine stärkere Anwerbung von ausländischen Pflegekräften zu betreiben.

FDP fordert schnellere Anerkennungsverfahren

Diese allein könne zwar den Pflegenotstand nicht beheben, sagte die FDP-Politikerin. „Sie ist aber ein Baustein dazu.“ Sie forderte die Bundesregierung darüber hinaus auf, die Anerkennungsverfahren für Berufsabschlüsse zu verkürzen. Es könne nicht sein, dass Pflegeeinrichtungen und ausländische Pflegekräfte teilweise mehr als neun Monate auf die Erteilung einer Arbeitserlaubnis warten müssten, sagte Westig.

Die Bundesregierung will im Zuge des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes eine Kampagne zur Anwerbung von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten – auch für den Bereich der Pflege – starten. Details sind dazu noch nicht bekannt. Ein Baustein des Gesetzespakets soll außerdem die Beschleunigung der Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse sein. In der Antwort der Bundesregierung auf die FDP-Anfrage heißt es dazu, dass die Verfahren für EU-Abschlüsse gut zwei Monate, aus anderen Staaten rund drei Monate dauern. (epd/mig)

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