Rostock-Lichtenhagen

Stadt baut Archiv zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen 1992 auf

Die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen bekommen ein eigenes Archiv. Dokumente, Zeitzeugenberichte, Presseartikel sowie weitere Materialien zu dem rassistischen Pogrom sollen die rassistischen Ausschreitungen im Jahr 1992 aufarbeiten.

Zur Aufarbeitung der rassistischen Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen 1992 wird in der mecklenburgischen Hansestadt ein Archiv aufgebaut. Es soll Dokumente, Zeitzeugenberichte, Presseartikel sowie weitere Materialien zu dem rassistischen Pogrom sammeln, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte.

Mit der Sammlung solle auch denen eine Stimme gegeben werden, „die in der bisherigen Aufarbeitung noch nicht zu Wort gekommen sind“, sagte Martin Arndt, Projektkoordinator beim Trägerverein Soziale Bildung. Das seien vor allem Sinti und Roma, „denen auch von Teilen der Politik und der Medien eine Mitschuld an der Eskalation zugeschoben wurde“ und denen bisher kaum zugehört worden sei. Auch die Rolle von Helfern und Aktivisten wie zum Beispiel eines Jugendalternativzentrums sei noch zu wenig beachtet worden.

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Vom 22. bis 26. August 1992 war es in Rostock-Lichtenhagen zu schweren fremdenfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Am 24. August belagerten Hunderte Jugendliche und Erwachsene, darunter viele Rechtsradikale, eine kurz zuvor geräumte Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber sowie ein benachbartes Wohnheim für Vietnamesen, Aus der Menge heraus wurden Steine und Brandsätze geworfen. Mehr als 100 Vietnamesen und einige Deutsche konnten sich nur durch Flucht auf das Dach des Hauses vor dem Feuer retten. (epd/mig)