Bundeskonferenz

Ausbildung ist Schwerpunktthema der Integrationsbeauftragten

Die Verbesserung der Chancen auf dem Ausbildungsmarkt ist das Schwerpunktthema auf der Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten. Özoğuz fordert Änderungen, damit Jugendliche nicht mehr wegen eines „ausländisch“ klingenden Namens diskriminiert werden.

Die Integrationsbeauftragten der Länder und Kommunen sind am Mittwoch der Einladung der Bundesbeauftragten Aydan Özoguz gefolgt, um über das Thema Ausbildung und Integration zu sprechen. Für die zweitägige Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten des Bundes, der Länder und der Kommunen kommen im Hamburger Rathaus rund 300 Experten zusammen.

„Mein Ziel ist, dass mehr junge Erwachsene einen Ausbildungsplatz bekommen, die bisher leer ausgegangen sind“, erklärte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz (SPD). Man müsse Mittel und Wege finden, damit alle am Ausbildungsmarkt Fuß fassen können. Und hierbei gehe es der Integrationsbeauftragten nicht nur um Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte.

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Hierzu möchte Özoğuz die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe steigern. Die Wirtschaft klage über Fachkräftemangel, gleichzeitig gebe es aber ein historisches Rekordtief bei den Ausbildungsverträgen. „Ich werde nicht müde werden, bei den Betrieben dafür zu werben, wieder mehr auszubilden“, so Özoğuz weiter. Dabei sei ihr wichtig, dass die interkulturelle Sensibilität der Personalentscheider gestärkt wird. „Wenn fitte junge Menschen etwa wegen eines fremd klingenden Namens am Ausbildungsmarkt diskriminiert werden, dann muss sich schnell was ändern.“

Migranten werden benachteiligt
Eine aktuelle Studie des SVR-Forschungsbereichs hatte belegt, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund auch bei gleicher Qualifikation schlechtere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt [1] haben als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Sie müssen deutlich mehr Bewerbungen schreiben, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Hamburgs Integrationssenator Detlef Scheele (SPD) sprach sich für eine interkulturelle Öffnung aus. „Dies betrifft die Kinderbetreuung als früher Zugang zu Bildung genauso wie das Hilfsangebot in der Jugendberufsagentur und die Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitsuchende“, so Scheele. Ziel sei es, dass die Stadt insgesamt von der Integration profitiert.

Der Bundeskonferenz werden Workshops und Veranstaltungen folgen. Zum Ende des Jahres werden die Ergebnisse zu einem Gesamtkonzept zusammengeführt. Der Integrationsgipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel findet auch unter dem Motto Ausbildung statt. Er wird der Abschluss des diesjährigen Themenjahres der Bundesbeauftragten sein. (etb)