Maria Böhmer

Auch Fachkräfte müssen sich integrieren

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung setzt sie sich für qualifizierte Zuwanderung ein. Dabei dürfe die Integration der Fachkräfte nicht vernachlässigt werden. Nur mit den Potenzialen von Migranten, könne man den demografischen Wandel meistern.

Vergangene Woche lud die Bundesregierung sogar erstmals zum Demografiegipfel ein. Denn angesichts des demografischen Wandels steht Deutschland vor großen Herausforderungen. Während die Bevölkerungszahl insgesamt sinkt, steigt der Anteil der Migranten. Schon jetzt kommt nahezu jeder fünfte Einwohner aus einer Zuwandererfamilie.

Und der Anteil der Migranten wird weiter steigen. Denn mit Blick auf den Fachkräftemangel ist Deutschland zusätzlich auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen. Laut Maria Böhmer (CDU), Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, darf ihre Integration nicht vernachlässigt werden. „Zuwanderung und Integration gehören zusammen. Das gilt auch für internationale Fachkräfte“, so Böhmer am Freitag in Berlin.

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Ihr seid Willkommen!
Die Botschaft an kluge Köpfe aus aller Welt laute: „Ihr seid willkommen!“ Zu einer gelebten Willkommenskultur gehöre, die Zuwanderer vom ersten Tag an bei ihrer Integration zu unterstützen. Ein Arbeitsplatz allein reiche aber nicht aus, um sich in Deutschland heimisch fühlen zu können. Zentrale Fragen seien außerdem die Betreuungs- und Bildungssituation der Kinder, die Chancen für den Ehepartner auf dem Arbeitsmarkt, die Möglichkeit zu sozialen Kontakten in der Nachbarschaft und in Vereinen und die Gewissheit, sicher leben zu können.

„Deutschland hat sich beim Aufbau einer Kultur des Willkommens und der Wertschätzung erfolgreich auf den Weg gemacht. Migranten werden in Wirtschaft und Gesellschaft verstärkt als Bereicherung angesehen. Mit diesem Bewusstseinswandel hat Deutschland gute Chancen, die Herausforderungen des demografischen Wandels gut zu meistern“, zeigte sich Böhmer überzeugt.

Im April hatte der Integrationsbeirat Vorschläge dafür gemacht, wie Zuwanderer unmittelbar nach der Einreise begleitet werden können, beispielsweise durch die Einrichtung von Welcome-Centern in Kommunen. Für Böhmer ist auch das Modellprojekt der individuellen Integrationsvereinbarungen, das zur Zeit in 18 Kommunen und Landkreisen erprobt wird, ein Schritt in die richtige Richtung. (hs)