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Buchtipp zum Wochenende

Schule mit Migrationshintergrund

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund gelten als die Problemkinder im deutschen Schulsystem. Schulen mit „hohem Ausländeranteil“ sind zum Synonym für niedrige Lernstandards und hohes Gewaltpotenzial geworden. Was aber sind die Ursachen?

Tatsächlich sind die Schulabschlüsse für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich niedrig; in Haupt- und Sonderschulen sind sie häufiger vertreten. Allerdings ist das vor allem in Deutschland so. Dabei könnte es ganz anders sein, andere Länder machen es vor.

Das wird beispielsweise in dem Beitrag „Sind Kinder türkischer Einwanderer in anderen Ländern klüger als in Deutschland?“ analysiert. Danach liegt die Wahrscheinlichkeit für Kinder türkischer Einwanderer einen höheren Schul- oder Bildungsabschluss zu erreichen in den den Niederlanden tatsächlich um einiges höher als in Deutschland. Im Bereich der Hochschulabschlüsse wird die Bandbreite besonders deutlich. Sie reicht von drei Prozent in Deutschland bis zu 40 Prozent in Frankreich, obwohl die familiären Voraussetzungen in beiden Ländern ähnlich sind.

Dabei ist eine Schule, die für die Kinder von Einwanderern gut ist, für alle Kinder gut. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft. Das Buch „Schule mit Migrationshintergrund“ führt neue wissenschaftliche Erkenntnisse mit guten Beispielen aus der schulischen Praxis in Europa und Nordamerika zusammen. Die Beiträge beschäftigen sich vor allem mit den Themen Sprache, Interkulturelle Schule, Diskriminierung, Mentoring und Elternbeteiligung. So wird dieses Buch zum Ratgeber für alle, die sich mit der Zukunft der Schule in Deutschland beschäftigen. (es)