Gebäude geräumt

Bombendrohung in Kölner Ditib-Zentralmoschee

Die Kölner Ditib-Zentralmoschee wurde am Dienstag nach einer Bombendrohung geräumt. Die Polizei hat inzwischen Entwarnung gegeben. Absender der Drohmail waren Rechtsextremisten. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Ditib ist besorgt.

Nach einer Bombendrohung hat die Polizei am Dienstag die Ditib-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld geräumt und durchsucht. Eine Bombe sei dabei nicht gefunden worden, teilte der türkische Islamverband am Dienstag in Köln mit. Die Moschee und das umliegende Gebiet seien um 14 Uhr wieder freigegeben worden. Die Drohung war der Ditib nach Angaben des Verbands am Morgen per E-Mail zugegangen.

Einsatzkräfte der Polizei Köln räumten daraufhin nach Polizeiangaben das Gebäude und sperrten auch den Nahbereich ab. Die Einsatzkräfte durchsuchten die Moschee und das Umfeld unter anderem mit Spürhunden. Der Staatsschutz habe Ermittlungen wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten aufgenommen, teilte die Polizei mit.

„Die heutige Bombendrohung gegenüber der Ditib-Zentralmoschee bildet einen vorläufigen traurigen Höhepunkt von Angriffen auf Moscheen, die sich in den letzten Tagen häufen“, erklärte die Ditib am Dienstag. Besorgnis und Angst um die Sicherheit der Mitarbeiter, Gemeindemitglieder und Moscheebesucher blieben.

Islamfeindlichkeit hat unerträgliches Maß erreicht

Wie die Sprecherin des Koordinationsrates der Muslime (KRM), Nurhan Soykan, mitteilte, waren am Morgen Schulklassen in der Moschee zu Besuch. „Hier liegt ein Angriff gegen uns alle vor. Übergriffe und Kriminalität aus dem rechten Spektrum gegen Muslime haben ein unerträgliches Maß erreicht.“

Ditib verwies auf einen weiteren Angriff auf die Ditib-Moscheegemeinde in Karlsruhe in der Nacht zum Dienstag, wo eine Fahne verbrannt worden sei, und auf die Ditib-Moschee in Schleswig am 4. Juli, die verwüstet worden sei. Es zeige sich erneut eine Korrelation zwischen gesellschaftlichen Debatten und Angriffen auf Moscheen und Muslime, beklagte der Verband. (epd/mig)