OECD-Studie

Deutschland mäßig attraktiv für ausländische Fachkräfte

Deutschland ist für hochqualifizierte Arbeitnehmer aus dem Ausland nur ein mäßig attraktives Ziel. Für ausländische Fachkräfte bieten andere entwickelte Industriestaaten deutlich bessere Bedingungen. Das geht aus einer OECD-Studie hervor.

Deutschland ist für Studierende sowie für Unternehmer ein besonders attraktives Ziel und gehört hier zu den drei beziehungsweise sechs besten OECD-Ländern. Für Studierende sind im OECD-weiten Vergleich nur die Schweiz und Norwegen attraktivere Zielländer als die Bundesrepublik. Für Unternehmer haben die klassischen Einwanderungsländer Kanada und Neuseeland eine noch größere Anziehungskraft, in Europa liegen auch die Schweiz, Schweden und Norwegen vor Deutschland.

Das geht aus einer neuen OECD-Studie [1] hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Erstellt wurde die Studie mit Unterstützung der Bertelsmann Stiftung.

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„Viele Faktoren außerhalb der Migrationsgesetzgebung beeinflussen die Attraktivität eines Landes”, sagte Stefano Scarpetta, OECD Direktor für Beschäftigung, Arbeit und Soziales. „Für Fachkräfte ist die Geschwindigkeit der Visaerteilung ein wichtiger Faktor, aber für viele Hochqualifizierte sind auch die Rahmenbedingungen für Partner und Kinder wichtig”.

Deutschland Mittelfeld bei Fachkräften

Es sei erfreulich, dass Deutschland besonders für internationale Studierende gute Möglichkeiten biete. „Wir brauchen aber auch kurz- und mittelfristig mehr Zuwanderung von bereits akademisch ausgebildeten Fachkräften, für die Deutschland leider nicht besonders attraktiv ist“, sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Nur im Mittelfeld internationaler Attraktivität bewegt sich Deutschland mit einem zwölften Platz für ausgebildete Fachkräfte, die mindestens einen Masterabschluss haben. Australien, Schweden, die Schweiz, Neuseeland, Kanada und Irland sind hingegen besonders interessant. Für alle drei Zielgruppen sind Griechenland, Mexiko und die Türkei die am wenigsten attraktiven Zielländer.

Abwertung ausländischer Abschlüsse

Ein Grund für das verhältnismäßig schlechte Abschneiden Deutschlands bei Hochqualifizierten ist, dass ausländische Abschlüsse auf dem deutschen Arbeitsmarkt häufig stark abgewertet werden. In Bezug auf die Geschwindigkeit bei der Erteilung von Visa oder Aufenthaltserlaubnissen für Hochqualifizierte ist Deutschland im internationalen Vergleich auf einem vorderen Platz.

Die USA würden bei Fachkräften und Unternehmern normalerweise ebenfalls zu den Top-5 gehören, wurden aber u.a. wegen ihrer vergleichsweise restriktiven Politik bei der Visa-Vergabe heruntergestuft. (epd/mig)