Antisemitismus

Zentralrats der Juden startet Präventionsprojekt mit Muslimen

Antisemitismus unter Muslimen bereiten dem Zentralrat der Juden Sorgen. Mit einem Präventionsprojekt soll dem entgegengewirkt werden. Zentralrat-Präsident Schuster weist Generalverdacht-Vorwürfe zurück.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, wirbt für ein gutes Miteinander zwischen Juden und Muslimen. Dem Austausch beider Religionen über „Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren Erfahrungen als Minderheit kommt eine höhere Bedeutung denn je zu“, heißt es in einem Gastbeitrag Schusters [1] in der „Süddeutschen Zeitung“. Mit dem Einzug der AfD in Landtage und in den Bundestag habe sich die politische Lage verändert. Damit habe eine Partei „enorm an Einfluss gewonnen, die Islamfeindlichkeit in allen Facetten verbreitet.“

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte unter dem Titel „Prävention durch Dialog: Jüdisch-muslimisches Gespräch neu gedacht“ ein neues Projekt gestartet [2]. „Radikalisierung und Antisemitismus in Teilen der muslimischen Gemeinschaft bereiten uns Sorge und sind ein Problem für die Demokratie insgesamt. Mit der direkten jüdisch-muslimischen Begegnung auf Augenhöhe möchten wir Vorbehalte abbauen und damit frühzeitig einer Radikalisierung vorbeugen“, hatte Schuster Mitte Mai zum Auftakt erklärt. Das Projekt wird von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, gefördert.

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Schuster: Kein Generalverdacht gegen Muslime

Zum Thema Antisemitismus unter Muslimen erklärte Schuster in der „Süddeutschen Zeitung“: „Wir wollen mit unseren intergenerationell angelegten Dialogformaten dazu beitragen, Antisemitismus im Keim zu ersticken. Daher sprechen wir von Prävention.“ Man wolle keine „bereits Radikalisierten deradikalisieren – vielmehr wollen wir einer antisemitischen Radikalisierung vorbeugen. Eine solche Prävention in Verbindung mit einem fairen Dialog zu praktizieren, ist der innovative Ansatz des Projekts. Wer darin einen Generalverdacht gegen Muslime sieht, hat den Kern unseres Projekts nicht verstanden“, so Schuster.

Der Nahostkonflikt werde auch auf den Schulhöfen Deutschlands ausgetragen, fügte Schuster hinzu: „Die schwierigen Vorzeichen, unter denen der jüdisch-muslimische Dialog steht, lassen sich in ein paar Namen übersetzen, die da lauten Hamas, Hisbollah oder IS.“ Es sei dieser politische Hintergrund, der auch den Zentralrat der Juden veranlasst habe, „in größerem Stil in den jüdisch-muslimischen Dialog einzutreten“. (epd/mig)