V-Mann Felten

Wir brauchen Fachkräfte, die besten. Und Politiker.

Deutschland buhlt um Fachkräfte, die sich gefälligst zu integrieren haben – wenn sie kommen. Schließlich kommen sie in ein getuntes Land, in der selbst Statistiken geschreddert werden – V-Mann Felten, ihm gehört der letzte Freitag im Monat.

Oh Schreck Deutschland braucht Zuwanderer, aber natürlich nur die Besten. Das ist hehres Anliegen. Wollen wir doch auch immer die besten Politiker. Und was kriegen wir?

Auf jedem Fall hat Deutschland mal wieder in die Welt gerufen: Bitte kommen Fachkräfte. Die Ministerin für Begrüßung Böhmer rief gleich hinter her: Auch Fachkräfte müssen sich integrieren [1].

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Das mach ich auch immer so, wenn ich mir Gäste nach Hause einlade. Ich sage dann, ihr seid herzlich eingeladen, aber bitte benehmt euch auch. Merkwürdiger weise kommen die dann nicht.

Dank der Deutschlandstiftung Integration wissen wir endlich auch, was sich hinter diesem ominösen Begriff Integration versteckt: einfach Selbstverleugnung. Nicht anders ist der Hinweis der Stiftung zu verstehen, der jungen Musliminnen empfiehlt, vor einem Bewerbungsgespräch ihr Kopftuch ab zu legen. So geht Integration!

Nachdem der Präsident der Restdeutschen, Joachim Supergau, es ablehnte [2], am Jahrestag der Entdeckung der NSU-Morde die Angehörigen der Opfer zu empfangen, kann man ihm nur einen Besuch im Bundesamt für Statistik empfehlen, damit er sich dort einmal schlaumacht, wie die Bevölkerung aussieht, die er repräsentiert. Herr Gauck: Deutschland besteht aus mehr, als nur den fünf ostdeutschen Bundesländern.

Oh je, das ist doch der Präsident, der von den Rot–Grünen in sein Amt gehievt wurde. Was für eine Schande! Aber nicht doch, einfach mal einen Blick in die Studie der Friedrich Ebert Stiftung [5] werfen. Da weisen die Anhänger der Rot – Grünen in Ostdeutschland mit 48% bzw. 37 % an Ausländerfeindlichkeit schon bedauerliche Werte vor.

In Sachsen–Anhalt hat man bei einer Studie über Ausländerfeindlichkeit einfach anders gefragt, so geht es auch, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten [4]. Und siehe da die Werte sinken deutlich gegenüber der Studie der Friedrich Ebert Stiftung. So geht Studie!

Daraus schließen wir, glaube nur der Studie, die du selbst in Auftrag gegeben hast. Dumm ist es dann, wenn sie etwas anderes aussagt, als was der Auftraggeber erwartet hat. Dann wird halt der Armutsbericht der Bundesregierung mal schnell geschönt [6]. Ist kein Problem, weil die bertoffenen armen Menschen, den Bericht sowieso nicht lesen.

Liebe Emine, irgendwie haben Sie es geschafft, dass sie den Integrationsjäger durch die Lappen gegangen sind. Es reicht nicht aus sechs Kinder groß zu ziehen, zu arbeiten und ein lebenslang nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein. Sie sind trotzdem, laut der abstrusen Begründung des Verwaltungsgerichts [7], nicht außerhalb ihrer Familie gesellschaftlich und kulturell integriert. Wie sollen Sie das auch gemacht haben, blieb ja bei ihrer vielen Arbeit keine Zeit übrig. Also lieber nicht arbeiten und keine Kinder kriegen und sich integrieren. Aber dann müssen wir ja wieder in die Welt rufen: Wir brauchen Fachkräfte.