3. Jugendintegrationsgipfel

Engagierte Jugendliche für das Familienfoto?

Auf dem 3. Jugendintegrationsgipfel haben 100 Jugendliche der Bundesregierung gute und interessante Vorschläge unterbreitet, wie Integration gelingen kann. Maria Böhmer kündigte an, diese zu berücksichtigen. Die Grünen bezweifeln das.

Mehr Bildungspersonal, mehr Ganztagsschulen und interkulturelle Pädagogik als Pflichtfach in der Lehrerausbildung, verstärkte Gewinnung von Bildungspaten für junge Migranten, eine interkulturelle Woche im Fernsehen, weniger Stereotypen bei Filmproduktionen sowie interkulturelle Mehrgenerationenhäuser.

Das sind zentrale Vorschläge des 3. Jugendintegrationsgipfels in Berlin. 100 Jugendliche hatten sich am Montag und Dienstag in vier Workshops mit den Themen „Bildung und Integration“, „Medien und Integration“, „Bürgerschaftliches Engagement und Integration“ sowie „Konflikte zwischen den Generationen“ beschäftigt. Die Auftaktrede [1] hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel höchstpersönlich. Zum Abschluss des Gipfels wurden die Ergebnisse Staatsministerin Maria Böhmer (CDU) vorgestellt.

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„Das Engagement der Jugendlichen begeistert mich. Ob mit oder ohne Migrationshintergrund: Unter den Jugendlichen überwiegt in ihrem Alltag in der Schule und in der Freizeit ein Wir-Gefühl. Das ist ein ermutigendes Zeichen für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft! Jetzt gilt es, mit ganzer Kraft eine wirkliche Willkommenskultur in unserem Land auszubauen“, so Böhmer. Es sei von entscheidender Bedeutung, die Teilhabechancen von Migranten zu verbessern. Die „guten und konkreten Vorschläge“ der Jugendlichen werde Böhmer „berücksichtigen“.

Galerieveranstaltung?
Und genau das bezweifeln die Grünen. Erneut seien tatkräftige Jugendliche zusammengekommen. „Jedoch werden sie mit einer unkonkreten Veranstaltung abgespeist. Die Bundesregierung wird ihre konservative Migrationspolitik fortsetzen und die guten Forderungen der Jugendlichen lediglich zu Protokoll nehmen“, so die Grünen-Bundestagsabgeordneten Memet Kılıç und Ulrich Schneider.

Diese Art von Schaufenster-Projekten sei man von der Bundesregierung gewohnt. Sie trommele regelmäßig engagierte Personen zu Islam-, Integrations- und Jugendintegrationsgipfeln zusammen. „Für ihre zukünftige Arbeit nimmt die Bundesregierung daraus häufig nur das Familienfoto für die Galerie mit“, erklärten die Grünen-Politiker. (bk)