Türkische Presse Türkei

16.03.2010 – Visum, Erdogan, Armenien, Merkel

EU-Erweiterungskommissars Stefan Fule habe beim Treffen mit Außenminister Ahmet Davutoglu eine Visumserleichterung für türkische Staatsbürger in Aussicht gestellt. Des Weiteren signalisierte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan seinen geplanten US-Besuch am 12. April, nach dem das US-Repräsentantenhaus, einer umstrittenen Armenien-Resolution zugestimmt hat, abzusagen.

Presseschau der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World)

Gül besucht Demokratischen Republik Kongo
Die Tageszeitung Milliyet schreibt über den ersten türkischen Staatsbesuch in der Demokratischen Republik Kongo auf Staatspräsidentenebene. Staatspräsident Abdullah Gül habe gesagt, die Beziehungen zwischen der Türkei und Afrika seien von innerster Aufrichtigkeit geprägt. Weiter heißt es, Gül habe gesagt, weil die Türkei in Afrika keine Kolonialpolitik verfolgt habe, seien die Beziehungen respektvoll, entsprechend komme er mit gehobenem Haupt. Gül, der mit türkischen Unternehmern in Kongo zusammenkam, sagte, die Beziehungen zwischen den europäischen Ländern und Afrika seien in der Geschichte vom Kolonialismus geprägt gewesen.

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Die Türkei habe Afrika immer humanitäre Hilfe geleistet ohne Gegenleistung zu erwarten. Die Summe der humanitären Hilfe seitens der Türkei für Afrika habe inzwischen 1 Milliarde Dollar überschritten. Des Weiteren habe Gül darauf hingewiesen, dass ein Land nicht nur durch ein mächtiges Heer und einer mächtigen Wirtschaft groß sei, sondern auch durch die humanitäre Hilfe, die ohne Gegenerwartung geleistet werde, groß werde.

EU-Erweiterungskommissars Stefan Fule besucht Türkei
Hürriyet berichtet über den Türkei-Besuch des neuen EU-Erweiterungskommissars Stefan Fule. Fule habe beim Treffen mit Außenminister Ahmet Davutoglu eine Visumserleichterung für türkische Staatsbürger in Aussicht gestellt, wenn die Türkei die von ihr erwarteten Kriterien erfüllt. Bezüglich der Rückführung illegal nach Europa eingereister Personen, sei beim Treffen zwischen Fule und Davutoglu Übereinkunft erzielt worden. Die Türkei habe bei der illegalen Einwanderungsfrage Unterstützung angeboten. Sollten alle Mitgliedsstaaten ihr Einverständnis geben, könne eine vollständige Visumsbefreiung in Betracht kommen, so Fule.

Keine Einigung bei Rettungspaket für Griechenland
Die Tageszeitung Sabah schreibt die Finanzminister der Eurozone hätten bezüglich des Rettungspakets für Griechenland keine Einigung erzielen können. In der Nachricht heißt es weiter, der Präsident der Eurozone und Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Junker habe gesagt, die Entscheidung für das Rettungspaket werde von den EU-Staats- und Regierungschefs getroffen.

Haiti ist Dankbar für die türkische Ärzte
Die Tageszeitung Zaman schreibt, türkische Ärzte würden in vom Erdbeben erschüttertem Haiti auf große Dankbarkeit von der Bevölkerung stoßen. Die Mitgliedsärzte der Marmara Gesundheitsvereine Plattform würden in Haiti, wo beim Erdbeben 230 Tausend Menschen ums Leben kamen und mehr als 200 Tausend verletzt wurden, die Wunden der Erdbebenopfer heilen. Trotz Plünderungen und Epidemien würden die Ärzte versuchen auf alle Hilferufe zu reagieren. Auf die große Hingabe der türkischen Ärzte hin, rief die Führung in Haiti die Türkei zur Öffnung einer türkischen Schule in Haiti auf, um der türkischen Unterstützung Nachhaltigkeit zu verleihen.

Die Riesen der Luft und der Plätze haben sich vereinigt
Die Tageszeitung Yeni Safak schreibt unter der Schlagzeile ‚Die Riesen der Luft und der Plätze haben sich vereinigt‘, die viert größte Luftfahrtgesellschaft Europas, Turkish Airlines sei offizieller Sponsor des englischen Fußballriesen Manchester United geworden. Der Meldung zufolge werde die Fußballmannschaft mit dem in Mannschaftsfarben lackierten Flugzeug ‚Tunceli‘ dreieinhalb Jahre lang befördert. Manchester United zählt weltweit 333 Millionen Fans.

Hinweis: Die “Türkische Presse Türkei” (Türkeiausgaben türkischer Tageszeitungen) wird von der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und von der MiGAZIN-Redaktion unverändert übernommen.

Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Gül besucht türkische Schule in Kongo
Der in die Demokratische Republik Kongo gereiste Staatspräsident Abdullah Gül setzt seine Kontakte in Kinshasa fort. Im Rahmen seiner offiziellen Kontakte traf Gül mit Aussenminister Alexis Muwamba zusammen. Danach traf Gül seinen kongolesischen Amtskollegen Joseph Kabila. Nach diesem Treffen unter vier Augen nahmen Gül und Kabila an einer gemeinsamen Pressekonferenz teil. Gül sagte, dass zwischen beiden Ländern eine neue Ära beginnen und dieser Besuch die bilateralen Beziehungen stärken werde. Gül sagte außerdem “Die Afrika Initiative der Türkei hält an. Wir wollen unsere Beziehungen mit Kongo stärken. Die Türkei glaubt, dass die Welt dem Kongo schuldig ist.”

Im Rahmen seiner offiziellen Kontakte besuchte Gül auch die türkische Şafak Schule in Kinshasa. Gül wurde in der Schule von Schülern und deren Eltern empfangen. Gül wird am zweiten Tag seiner Kontakte an dem Arbeitsforum zwischen der Türkei und der Demokratischen Republik Kongo teilnehmen und anschließend nach Kamerun weiterreisen. (Hürriyet-Türkiye-Cumhuriyet)

Erdogan signalisierte seinen US-Besuch abzusagen
Nach dem das US-Repräsentantenhaus, einer umstrittenen Armenien-Resolution zugestimmt hat, signalisierte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan seinen geplanten US-Besuch am 12. April abzusagen. Erdoğan beantwortete vor seinem Abflug nach England am Flughafen Esenboğa die Fragen der Presse. Auf die Frage, ob er seine Reise in die USA absagen werde, antwortete er, dass es sich um keinen geplanten Besuch, sondern um eine Routineeinladung der USA handelt. Ein Vertreter aus der Türkei wird an der Einladung teilnehmen, erklärte er weiter. (Hürriyet)

Cicek äußert sich zur Armenien-Resolution
Regierungssprecher Cemil Çiçek bewertete den vom Auswärtigen Komitee des US-Repräsentantenhauses und von Schweden angenommenen Entwurf über die Ereignisse von 1915 und sagte “Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, dass sich Parlamente in die Lage von Historiker versetzen und Entscheidungen treffen. Dies sind auch Dinge die dem Prozess schaden können.” (Cumhuriyet)

Egemen Bagis reist nach Brüssel
Nach der Kabinettsitzung erklärte Regierungssprecher Cemil Çicek, dass Verhandlungsführer Egemen Bağış am 24. und 25. März nach Brüssel reisen wird, um an der Tagung über Verhandlungskapitel teil zu nehmen. Çiçek betonte, dass sie die Rechtsgültigkeit von vier weiteren Verhandlungskapiteln gefordert haben. (Milliyet)

Davutoglu informiert über Armenien-Resolution
Aussenminister Ahmet Davutoğlu hat gestern den Auswärtigen Ausschuss des Parlaments über die Armenien-Resolution, die vom Auswärtigen Ausschuss des US-Repräsentantenhauses und auch in Schweden angenommen wurden, informiert. Der Stockholmer Reichstag hatte den Massenmord an Armeniern und anderen ethnischen Gruppen 1915 im Osmanischen Reich als Völkermord eingestuft. An der Sitzung nahmen auch der türkische Botschafter in Washington, Namik Tan und die türkische Botschafterin in Stockholm, Zergün Korutürk, die in die Türkei zurückberufen wurden, teil. (Cumhuriyet)

“Bedingte “ Visumserleichterung von der EU-Kommission
EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle, ist nach der Übernahme seines Amtes zum ersten Mal in die Türkei gereist. Der designierte EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle kam mit Außenminister Ahmet Davutoğlu zusammen. Bei dem Gespräch standen Themen wie Zypern und der Armenienentwurf auf der Tagesordnung. Der EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle hat nach seinem Gespräch mit Außenminister Ahmet Davutoğlu erklärt, dass wenn die Türkei, die von ihr verlangten Bedingungen erfülle, die EU für türkische Staatsbürger eine Visumserleichterung einbringen könnte. Bezüglich der Forderung nach Visumsbefreiung sagte Füle, der Dialog zur illegalen Immigration gehe weiter, erst ein neues Einreiseabkommen und Fortschritte in dieser Richtung würden eine Visumserleichterung bringen. (Hürriyet-Cumhuriyet-Milliyet-Türkiye)

Merkel reist mit großen deutschen Unternehmern in die Türkei
Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am 29. und 30. März mit den weltgrößten deutschen Unternehmergruppen in der Türkei erwartet. Wer an diesem Besuch in der Türkei teilnehmen wird, ist noch unklar. Der zweitägige Besuch Merkel’s beinhaltet die Bereiche Wirtschaft und Bildung. Merkel wird außerdem nach neuen Investitionsmöglichkeiten in der Türkei forschen. Bundeskanzlerin Merkel, die auf die Einladung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan die Türkei besuchen wird, wird vom Staatspräsidenten Abdullah Gül in Ankara empfangen. Vermutlich werden Themen wie Visumserleichterung für türkische Staatsbürger, Zusammenarbeit im Iran, Irak, Afghanistan und im Nahen Osten, türkisch-armenische Annäherung, Verhältnisse zwischen der Türkei und Griechenland, Aufarbeitung des Zypern-Konfliktes behandelt. (Hürriyet)

Israelischer Generalstabschef in Ankara
Der israelische Generalstabschef Gabi Ashkenazi hat an dem internationalen Symposium „Globaler Terrorismus und Internationale Zusammenarbeit“, das in Ankara veranstaltet wurde, teilgenommen. Ashkenazi ist gestern in Ankara angekommen. Der Besuch des Generalstabschefs hat in der israelischen Presse großes Interesse erweckt. Die israelische Haaretz Zeitung bewertete diesen Besuch als ein Tauwetter zwischen beiden Ländern. Ashkenazi erklärte, dass bei seinen Kontakten der Iran, Syrien und Libanon auf der Tagesordnung stehen werden. (Türkiye-Hürriyet-Milliyet)

Erdbebenopfer von Haiti sind nicht allein
Die Organisation des Roten Halbmonds der Türkei, hat in der Hauptstadt von Port-au-Prince ein Zeltlager errichtet. An der Wand des Lagers steht auf Türkisch, Englisch und Haitisch “Ihr seit nicht allein.” Im Lager leben etwa tausend Erdbebengeschädigte. Im Lager, in dem sich 156 Zelte befinden werden den Erdbebengeschädigten in den Bereichen Unterkunft, Ernährung und Gesundheit Hilfe geleistet. (Hürriyet)

Hinweis: Die “Türkische Presse Türkei” (Türkeiausgaben türkischer Tageszeitungen) wird von der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara zur Verfügung gestellt und von der MiGAZIN-Redaktion unverändert übernommen.