Cem Özdemir

Antisemitismus ist ein Missbrauch des Islam

In der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin spricht Cem Özdemir anlässlich einer kürzlich erschienenen Studie der Amadeu-Antonio-Stiftung zum Thema „Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft“ über antisemitische Tendenzen unter Muslimen, die Rolle der Medien und pädagogische Gegenmaßnahmen.

„Antisemitismus ist ein Missbrauch des Islam“, sagt der Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, heute, 13. März 2009, im „Forum am Freitag [1]“ des ZDF. In der Heinrich-Böll-Stiftung [2] in Berlin spricht er mit dem ZDF-Journalisten Kamran Safiarian anlässlich einer kürzlich erschienenen Studie der Amadeu-Antonio-Stiftung [3] zum Thema „Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft“ über antisemitische Tendenzen unter Muslimen, die Rolle der Medien und pädagogische Gegenmaßnahmen.

Özdemir kritisiert insbesondere den Missbrauch der Religion als Legitimationsfläche für antisemitische Ressentiments im muslimischen Milieu. Er warnt aber auch davor, Muslime pauschal zu verurteilen. „Die Politik betreibt einen Missbrauch der Religionen, um Antisemitismus zu rechtfertigen“, beklagt der Grünen-Politiker.

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Özdemir spricht sich für eine öffentliche Auseinandersetzung aus und glaubt, dass der Antisemitismus dort thematisiert werden müsse, wo Muslime zusammenkommen und sich gegenseitig austauschen. „Man muss Antisemitismus in den Moscheen thematisieren“, so der Grünen-Parteivorsitzende.

Özdemir sieht vor allem in der Bildung die Chance, Vorurteile und Stereotype abzubauen und in der Vergangenheit geschehene Vergehen gemeinsam zu verarbeiten. Sein Urteil ist rigoros: „Der Besuch von Konzentrationslagern ist hierzulande eine Pflichtveranstaltung in der Schule. Wem das nicht gefällt, der kann auch in einem anderen Land zur Schule gehen.“

Das vollständige Interview ist ab heute unter www.forumamfreitag.zdf.de [1] zu finden und wird heute Abend um 20.45 im ZDFinfokanal ausgestrahlt.