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Statistisches Bundesamt

Immer mehr Migrantenkinder besuchen KiTa

Kinder mit Migrationshintergrund besuchten Anfang 2010 öfter eine Kindertageseinrichtung oder wurden durch eine Tagesmutter beziehungsweise einen Tagesvater betreut als im Jahr davor. Dies teilt das Statistische Bundesamt mit.

Einer aktuellen Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge ist die Quote der Kinder mit Migrationshintergrund, die eine Kindertageseinrichtung besuchen, gestiegen. Die Betreuungsquote erhöhte sich bundesweit bei Kindern bis fünf Jahren mit Migrationshintergrund gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent auf 48,9%. Die Betreuungsquote bei Kindern ohne Migrationshintergrund in dieser Altersgruppe lag mit 61,7% deutlich darüber (+ 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

In den verschiedenen Altersgruppen ergeben sich unterschiedliche Betreuungsquoten: Während bundesweit die Betreuungsquote bei Kindern bis zwei Jahren insgesamt bei 23,0% lag, betrug die Betreuungsquote bei Kindern mit Migrationshintergrund in dieser Altersgruppe lediglich 12,2% (+ 1,7 Prozent). Bei Kindern ohne Migrationshintergrund war die Quote zum Stichtag 1. März 2010 mit 27,7% mehr als doppelt so hoch (+ 2,9 Prozent).

Info: Einem Kind wird in den Statistiken der Kindertagesbetreuung dann ein Migrationshintergrund zugeschrieben, wenn mindestens ein Elternteil ausländischer Herkunft ist, das heißt Mutter und/oder Vater aus dem Ausland stammen. Die Staatsangehörigkeit der Eltern oder des Kindes spielt dabei keine Rolle.

Bei Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren lag die Betreuungsquote von Kindern mit Migrationshintergrund mit 85,7% unter dem Durchschnitt aller Kinder in dieser Altersgruppe (92,2%). Die Betreuungsquote von Kindern ohne Migrationshintergrund war auch hier mit 94,9% höher. Während die Quote zum Stichtag bei Kindern mit Migrationshintergrund gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozentpunkte anstieg, nahm sie bei Kindern ohne Migrationshintergrund geringfügig um 0,7 Prozent ab.

„Der Anstieg der Betreuungsquote um 2,2 % von Kindern mit Migrationshintergrund zeigt, dass immer mehr Eltern den Wert früher Sprachförderung und Bildung schätzen. Die meisten Eltern wollen gute Bildungschancen für ihre Kinder in diesem Land“ kommentierte der integrationspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Serkan Tören, die Zahlen.

Und das müsse man ansetzen und noch mehr Eltern erreichen. In diesem Zusammenhang müsse das für 2013 geplante Betreuungsgeld von 150,- Euro überdacht werden. Damit würde Kindern aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien der frühe Einstieg in den Bildungsaufstieg verbaut. Das könne nicht das Ziel sein.

Aktuell leben in Deutschland rund 1,3 Millionen Kinder unter 6 Jahren mit Migrationshintergrund. „Hier liegt enormes Potenzial, das wir nicht noch einmal verlieren dürfen“, so der FDP-Politiker abschließend. (sb)