An der Befragung, die unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Mustafa Yagbasan durchgeführt wurde, nahmen 388 Studentinnen und Studenten des Fachbereichs Sozialwissenschaften der Universitäten Hamburg und Magdeburg teil. Die Erhebung stand unter dem Titel: „Die Wahrnehmung des Anderen unter dem Gesichtspunkt der interkulturellen Beziehungen innerhalb der deutschen Gesellschaft”.
Das Islambild der deutschen Studentengemeinschaft ist sehr besorgniserregend, sagte Yagbasan der türkischen Presse. 82,8 Prozent der deutschen Studentinnen und Studenten würden den “Anderen” als “negativ” empfinden; als den „Anderen“ definierten sie dabei insbesondere Muslime und Türken.
Mit dem „Anderen“, so die Untersuchung, würden folgende Begriffe asoziiert: „Muslime, Türken, Blut, Tränen, Barbarentum, Terror, Schmerz, Hunger, Gewalt, nicht von uns, Ausländer, Ateisten und Feinde des Westens“; lediglich 17,2 Prozent der Studenten hätten neutrale bzw. positive Begriffe gewählt.
Die Befragten hätten zwar im Grunde eine positive Einstellung gegenüber Zuwanderung und Zuwanderern, sagte Yagbasan. Dies gelte jedoch nicht in Bezug auf Muslime und Türken. Ein Unterscheid zwischen Ost- und Westdeutschland sei dabei nicht festzustellen, obwohl es in Ostdeutschland keine nennenswerte muslimische Präsens gäbe. „Das auch in Ostdeutschland Muslime und Türken als „die Anderen“ empfunden werden, hat mit dem gesellschaftlich-politischen Diskurs in Deutschland und der medialen Darstellung des Islams zu tun“, glaubt Yagbasan.
Die Ergebnisse der Studie seien ferner als Absage für eine EU-Mitgliedschaft der Türkei zu deuten, so der Wissenschaftler.