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Visum für die Einreise nach Deutschland (Symbolfoto) © 123rf.com

Fachkräftemangel

Migration als Chance für Deutschland

Die Bevölkerungszahl in Deutschland steigt weiter an. Hauptgrund ist die hohe Zahl von Einwanderern - sie kommen als Geflüchtete und/oder als Fachkräfte. Bei der Integration spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

Donnerstag, 16.03.2023, 0:01 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 17.03.2023, 10:04 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |  

Die Bevölkerungszahl in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Im ersten Halbjahr des Jahres 2022 wurden erstmals mehr als 84 Millionen Menschen in Deutschland gezählt. Dafür ist vor allem die starke Migration verantwortlich, sodass sich Deutschland zunehmend als Einwanderungsland positioniert.

Die Einwanderung stammt insbesondere aus der Ukraine. Aber auch Geflüchtete unter anderem aus Syrien und Afghanistan spielen für das gegenwärtige Bevölkerungswachstum eine zentrale Rolle. Ohne die Einwanderung hätte sich infolge des demografischen Wandels sogar ein Bevölkerungsrückgang in Deutschland ergeben.

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Dass die starke Migration für die Gesellschaft herausfordernd ist und auch die Politik fordert, steht außer Frage. Gleichzeitig bietet sie ein nicht zu verachtendes Potenzial, das es zu nutzen gilt. Vor allem in Anbetracht des Fachkräftemangels in vielen Bereichen erscheint die Einwanderung vielversprechend. Entscheidend ist, dass die Integration gelingt und die Menschen Teil der Gesellschaft werden.

Die gegenwärtigen Herausforderungen der Migration

Im Gegensatz zum Glücksspiel, das zuweilen sogar 50 Freispiele ohne Einzahlung bereithält, erfordert eine gelungene Integration Einsatz und mehr als eine Portion Glück. Politik und Gesellschaft müssen zusammenarbeiten, um die Herausforderungen der Migration zu meistern. Gleichzeitig sind auch die Zuwanderer gefordert, sich zu integrieren. Nur wenn dies von allen Seiten gewollt und gezielt verfolgt wird, kann Migration langfristig funktionieren.

Zunächst stellt sich die Frage, worin die Herausforderungen der Migration konkret bestehen. Nur wer diese kennt und versteht, kann geeignete Maßnahmen ergreifen und die Integration der neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger unterstützen. Dass man Schutzsuchenden helfen muss, ist zwar allgemeiner Konsens, doch wenn dies zu Veränderungen im eigenen Leben führt, sind die Vorbehalte bei vielen Menschen groß. Das zeigte unter anderem die Fluchtbewegung aus dem Jahr 2015. Zunächst wurden die Schutzsuchenden freudig empfangen, aber als ihre Zahl immer weiter anstieg, wurde die Gegenwehr größer. Einerseits offenbarte sich eine herzliche Willkommenskultur, andererseits brach sich teilweise auch Nationalismus Bahn.

Dass es nicht leicht ist, der Flüchtlingsbewegung Herr zu werden, steht außer Frage. Insbesondere in Sachen Wohnraum, Versorgung und Integration ergeben sich immer wieder Probleme. Die Kommunen stoßen nicht selten an die Grenze ihrer Belastbarkeit, während das ehrenamtliche Engagement zahlloser Freiwilliger eine zentrale Säule der Flüchtlingshilfe ist. Strenge Gesetze machen es den Zuwanderern noch zusätzlich schwer, in Deutschland Fuß zu fassen. So müssen Asylsuchende mitunter lange auf eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis warten. Dadurch verlieren sie wertvolle Zeit und werden zunächst ausgeschlossen. Das fördert wiederum die Entstehung von Parallelgesellschaften, die sehr problematisch sein können.

Schutzsuchende, die aus ihrer Heimat fliehen mussten und nun in Deutschland Zuflucht suchen, müssen zunächst mit dem Nötigsten versorgt werden. Früher oder später muss jedoch die Integration einsetzen, die unter anderem aus Deutschkursen und dem Zugang zum Arbeitsmarkt bestehen sollte. So können Zuwanderer Teil der Gesellschaft werden und hierzulande eine neue Heimat finden. Auch diejenigen, die eines Tages in ihr Ursprungsland zurückkehren möchten, sollten das Leben in Deutschland annehmen. Am Beispiel der Gastarbeiter hat sich schließlich gezeigt, dass viele Zuwanderer doch dauerhaft bleiben. Dementsprechend ist es wichtig, Anschluss zu finden.

Deutschland braucht ausländische Fachkräfte

Von Zuwanderern in Deutschland wird verlangt, dass sie sich integrieren. Das bedeutet nicht, dass sie ihre Herkunft leugnen oder ihre Kultur vergessen müssen. Gegenseitige Toleranz ist das A und O. Dabei sind auch die Politik und Gesellschaft in Deutschland gefordert, denn eine gelungene Integration kann nicht allein von den Zugewanderten ausgehen. Diese brauchen vielmehr Unterstützung, um die deutsche Sprache zu erlernen und sich mit dem Alltag in Deutschland vertraut zu machen.

Viele Menschen lehnten es bislang ab, Deutschland als Einwanderungsland zu betrachten. Die teilweise restriktive Migrationspolitik der Vergangenheit hat dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet. Mittlerweile findet allerdings ein grundlegendes Umdenken statt. Im Alltag offenbart sich der Fachkräftemangel immer deutlicher, sodass sich die Frage stellt, woher die Fachkräfte kommen sollen. Das Ausland erweist sich dabei zunehmend als richtige Antwort. Das ist mittlerweile auch in der Politik angekommen, weshalb es Bestrebungen gibt, ausländische Fachkräfte für Deutschland zu gewinnen.

Der Fachkräftemangel ist allerdings kein rein deutsches Phänomen, sondern in vielen Ländern vorhanden. Dadurch konkurriert Deutschland mit vielen anderen Ländern um die ausländischen Fachkräfte. Deutschland muss daher ein Einwanderungsland werden und an Attraktivität für Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen. Das Portal Make it in Germany versteht sich als Plattform für Fachkräfte aus dem Ausland, die Informationen zu Arbeitsstellen, Visum und Leben in Deutschland suchen. Die Bundesregierung liefert die betreffenden Informationen und zeigt die Möglichkeiten auf, die es hierzulande für ausländische Arbeitskräfte gibt.

Lange Jahre wurde die Migration vor allem als Belastung empfunden, doch nun zeigt sich, dass die Zuwanderung auch eine große Chance ist. Ohne zusätzliche Kräfte aus dem Ausland lassen sich viele offene Stellen langfristig nicht besetzen, weshalb die künftige Entwicklung Deutschlands nicht zuletzt auch von der Zuwanderung abhängt. (em) Wirtschaft

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