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Börse © AhmadArdity @ pixabay.com (CC0), bearb. MiG

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Online-Aktienhandel als Option für Migranten

Der Online-Aktienhandel ist ein Produkt der Digitalisierung! Jeder Erwachsene kann daran teilnehmen, ohne dass die Herkunft oder die Qualifikation der AnlegerInnen eine Rolle spielt.

Mittwoch, 21.12.2022, 0:29 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 27.01.2023, 6:26 Uhr Lesedauer: 7 Minuten  |  

Der virtuelle Börsenhandel bietet für Migranten oft die einzige Möglichkeit, am Wirtschaftsleben in Deutschland teilzunehmen. Dies trifft besonders in der Zeit des Wartens auf den Asylbescheid oder die erste Arbeitsstelle zu. Zum Aktienhandel bedarf es lediglich eines geringen Grundkapitals. Es wird weder ein deutscher Pass noch ein hiesiges Diplom benötigt.

Doch worauf kommt es für Anfänger im Börsengeschäft an, damit die Gewinne die zwangsläufig entstehenden Verluste übersteigen? Darauf versuchen wir, mithilfe von Experten vom Finanzentdecker, eine Antwort zu geben! Die Plattform ist auf Finanzprodukte spezialisiert und steht den Usern mit reichlichen Informationen und Wissen beiseite. Der Finanzentdecker hat es sich zum Ziel gesetzt, dem Otto Normalverbraucher die Welt der Finanzen näherzubringen. Darüber hinaus sollen die Leser ermutigt werden, selbst an der Börse tätig zu werden, um sich mit Geldanlagen nachhaltige Rücklagen zu schaffen.

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Wichtige Tipps für Anfänger im Aktienhandel

Finanzentdecker beschäftigt sich mit verschiedenen Finanzprodukten: Von der Analyse des Girokontos, über P2P- und Crowdfunding bis hin zu Versicherungen wird alles auf der Plattform abgedeckt. Der heutige Artikel soll Migranten den Aktienhandel näherbringen.

Unter Aktien werden Unternehmensanteile verstanden. Sie werden an einem Handelsplatz, einer Börse, gekauft und verkauft. Die AnlegerInnen versuchen dabei, an den Kursschwankungen zu verdienen. Für die Unternehmen ist ein Börsengang ein Mittel, um über den Verkauf von Aktien ihr Eigenkapital zu erhöhen und künftiges Wachstum zu ermöglichen. Dabei ändert sich der Aktienkurs im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.

Für Anfänger bietet der Aktienmarkt laut Aussage eines Anlageberaters der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) die Möglichkeit, “kostengünstig und einfach an den erfolgreichsten Unternehmen unserer Zeit, …, zu partizipieren”. Aktien bieten im Gegensatz zum Sparbuch außerordentlich gute Renditen. Außerdem sind sie im Vergleich zu anderen Finanzprodukten leicht verständlich. Für Migranten bietet der Aktienmarkt die Möglichkeit, ihre Zeit des Wartens auf die Aufenthaltsgenehmigung und die Arbeitserlaubnis sinnvoll zu nutzen.

Grundsätzliche Empfehlungen für Börsenneulinge

Für Neulinge ist der Wertpapierhandel ein Sprung ins kalte Wasser. Daher sollten die folgenden Ratschläge verinnerlicht werden, um horrende Verluste zu vermeiden:

  • Die eigenen finanziellen Möglichkeiten prüfen
  • Nur mit Geld handeln, dass nicht für den Lebensunterhalt benötigt wird
  • Für den Aktienhandel keine Kredite aufnehmen
  • Anlagestrategie festlegen
  • Ein passendes Depot eröffnen
  • Den Börsenhandel an einem Demokonto üben
  • Wertpapiermarkt beobachten
  • Infrage kommende Aktien recherchieren und ins Depot legen
  • Auf Streuung und Diversifikation achten
  • Langfristig und mit Geduld anlegen
  • Vorschnelle Aktionen vermeiden
  • Kaltblütig und ohne Emotionen handeln

Was wird zum Aktienhandel benötigt?

Unerlässlich beim Aktienhandel ist neben einem herkömmlichen Girokonto ein Aktiendepot. Über ein solches werden die Aktien verwaltet. Die Geldbeträge werden vom Girokonto ein- oder abgebucht. Im Aktiendepot selbst können weder Geld hinterlegt noch Gewinne ausgezahlt werden.

Wo kann ein Wertpapierdepot eröffnet werden?

Ein Aktiendepot kann bei diversen Anbietern angelegt werden. Zum einen bietet sich die Hausbank an, bei der schon das Girokonto eröffnet wurde. Der Vorteil dabei ist, dass die AnlegerInnen einen persönlichen Kontakt zu einem Bankberater oder einer Bankberaterin besitzen. Diese unterstützen Neulinge mit Anlagetipps und bei der Abwicklung der Aktiengeschäfte. Der Nachteil dabei ist, dass Filialbanken erhöhte Gebühren erheben müssen, da sie ein Filialnetz unterhalten und viele Mitarbeiter beschäftigen.

Günstiger kommen die AnlegerInnen davon, die sich einer Direktbank oder einem Online-Broker anschließen. Die Abwicklung des Börsengeschäfts geht ausschließlich online vor sich, wodurch die Gebühren beim Depot Vergleich niedriger ausfallen. Die Depoteröffnung für Neulinge kann innerhalb kürzester Zeit vollzogen werden. Es wird ein gültiger Pass benötigt, die Registrierung wird mit einem Video- oder Postident-Verfahren abgeschlossen. Wer einen Broker wählt, der ein Demokonto anbietet, kann den Börsenhandel üben, ohne von Anfang an Echtgeld zu riskieren.

Aktien handeln – das sollten Neulinge berücksichtigen

AnfängerInnen im Wertpapierhandel stehen vor der Frage, welche Aktien für ein Investment lohnend sind. Zudem muss in Erfahrung gebracht werden, wie stabil ein Unternehmen aufgestellt ist und welches Risiko ein Kauf von Aktien mit sich bringt. Nur wer diese Fragen beantworten kann, vermeidet unnötige Risiken und kann Verluste minimieren.

Aktien oder Fonds?

Der Aktienmarkt bietet drei hauptsächliche Produkte an, die für Anfänger infrage kommen. Dabei sind Einzelaktien die Form von Anlagen, bei denen Experten das größte Risiko für die AnlegerInnen sehen. Es wird daher empfohlen, Aktien aus mehreren Branchen und mehreren Märkten ins Depot zu legen. Läuft es bei einer Anlage schlechter, werden die Verluste von den anderen Positionen aufgefangen, sodass die Gefahr eines Totalverlustes verhindert wird. Es kommt beim Aktienhandel also auf eine große Diversifikation bzw. Streuung der Geldanlagen an.

In einem Aktienfonds ist diese Streuung von Natur aus gegeben. Ein Fonds beinhaltet Aktien von vielen verschiedenen Unternehmen und wird von einer Fondsgesellschaft aktiv gemanagt. Dabei wird versucht, besser als die Märkte zu handeln, was nicht selten auch gelingt. Die negative Seite eines aktiven Fonds ist die Tatsache, dass die Fondsmanager bezahlt werden wollen, sodass mehr oder weniger hohe Gebühren anfallen.

Eine weitere Form des Aktien-Engagements sind sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds). Ein ETF ist eine passive Anlageform, die exakt einen Index wie den DAX nachbildet. Es wird nicht versucht, den Markt zu schlagen. Die Renditen bzw. Verluste entwickeln sich parallel zu denen des ausgewählten ETF. Ein ETF wird nicht von Fondsmanagern geleitet. Vielmehr werden automatisch die Anteile der beteiligten Unternehmen nach deren Gewichtung im Index platziert. Die Gebühren halten sich in überschaubaren Grenzen, sodass sich ETFs gerade für Anfänger empfehlen.

Kann man mit geringem Kapital einsteigen?

Für den Aktienhandel ist kein großer Kapitalstock notwendig. Auch mit einer geringen Investition können Gewinne erzielt werden. Besonders für AnfängerInnen ist es empfehlenswert, vorsichtig zu handeln und keine allzu großen Risiken einzugehen. Erst, wenn einige Erfahrungen im Börsengeschäft gesammelt wurden, kann der Kapitaleinsatz erhöht werden.

Wer der Meinung ist, nicht ausreichend Geld zur Verfügung zu haben, um in den Aktienhandel einzusteigen, kann sich an die „Minimalismus Formel“ halten, die im Interview näher dargelegt wird:

„1) Fangt an, euch über das bewusst zu werden, was euch stresst, aufhält, Zeit kostet, nervt. 2) Sortiert diese Dinge aus, zunächst in eine Kiste außerhalb des Sichtfeldes, dann nach einigen Wochen ganz weg. 3) Lernt zu schätzen, dass nicht alles zugestellt ist. Der Mensch will Räume instinktiv füllen, wer das ablegt, entdeckt ganz neue Freiräume in seinem Leben.“

Durch dieses einfache Prinzip kann es gelingen, Zeit für Nebenprojekte zu gewinnen und sich ein passives Einkommen aufzubauen. Die Minimalismus-Formel lässt sich ebenfalls auf die eigenen Ausgaben anwenden, um sich genügend Rücklagen für Investitionen aufzubauen.

Wie viele Aktien sollte der Anfänger sich ins Depot legen?

Eine Börsenregel besagt, dass mit dem Kauf vieler Aktien eine Streuung gewährleistet wird, die das Risiko minimiert. Dabei sollte man nicht übertreiben, um die Übersicht nicht zu verlieren. Neulingen mit einem begrenzten Kapital wird deshalb empfohlen, zu Beginn fünf bis sieben verschiedene Unternehmensanteile ins Depot zu legen.

Welche Aktien eignen sich für Anfänger?

Viele Neulinge konzentrieren sich anfangs auf den DAX (Deutscher Aktienindex). Das ist grundsätzlich kein Fehler, sind im DAX doch die Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung vereint, die zudem den größten Börsenumsatz vorweisen. Wer allerdings die ausländischen Märkte ignoriert, hat keine Chance, dort Gewinne zu erzielen. Als Anlage für AnfängerInnen eignet sich beispielsweise der US-amerikanische Indexfonds S&P 500.

Das Risikomanagement nicht vernachlässigen!

Der wichtigste Grundsatz für Anleger:innen ist laut der Anlageberatung der BaFin, „Emotionen außen vorzuhalten“. Rationalität und Disziplin sind beim Aktienhandel unerlässlich. Zudem empfiehlt es sich, beim langfristigen Investieren nie mehr als 20 % auf eine Aktie zu setzen. Beim kurzfristigen Trading sollte sich noch weiter zurückgenommen werden. 2 % des Eigenkapitals ist die absolute Höchstgrenze, die bei einem einzelnen Trade eingesetzt werden sollte.

Fazit

Der Aktienhandel kann für Neulinge mit wenig Kapital der Einstieg sein, um sich im Börsengeschäft zu positionieren. Für Migranten bietet er zudem eine Chance, in ihrer schwierigen Situation legale Einnahmen zu generieren. Es sollte allerdings nicht überhastet vorgegangen werden, damit der erste Aktienkauf nicht der letzte bleibt! Wichtig ist, stets auf dem aktuellen Stand zu bleiben und sich das nötige Wissen anzueignen, um an der Börse auf das richtige Pferd zu setzen! (em)

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