Flughafen, Menschen, Einwanderung, Migration
Flughafen (Symbolfoto) © Skitterphoto @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Wirtschaftsfaktor

Einwanderer als Kunden und Investition

Einwanderer kommen wirtschaftlich schnell an. Das macht sich im Bereich der Neugründungen, im Bankensektor oder auch im Bereich der Investitionen bemerkbar. Ein Riesenpotenzial, wenn man das gezielt unterstützen würde.

Freitag, 02.12.2022, 0:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 03.12.2022, 12:44 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Die meisten Menschen mit ausländischen Wurzeln sind wirtschaftlich und finanziell längst in Deutschland angekommen. Man könnte sogar meinen, die Integration klappt in finanzieller Hinsicht besonders gut. Das hat einen Grund. Migranten sind viel risikofreudiger in ihren Investitionen und zeigen viel Mut zur Selbständigkeit. Das wiederum kommt nicht dem Einwanderer selbst, sondern auch der deutschen Wirtschaft zugute, mithin auch der Gesamtgesellschaft.

Experten räumen der Gründungsfreudigkeit von Menschen mit Einwanderungshintergrund für die Wirtschaft einen hohen Stellenwert zu. Die Mehrheit der Migranten gründeten aufgrund einer konkreten Geschäftsidee und brächten auch häufiger eine Marktneuheit mit an den Start. Nicht zu vergessen ist natürlich auch der Beitrag, den die Migranten damit zur deutschen Staatsfinanzierung leisten, ganz zu schweigen von den vielen Arbeitsplätzen, die sie durch ihre Neugründungen schaffen.

___STEADY_PAYWALL___

Migranten als Kunden

Mit der steigenden Zahl der Gesamtbevölkerung durch die Einwanderung, steigen in Deutschland auch die Zahl der Angebote, die speziell auf diese Zielgruppe ausgerichtet ist. Das fängt an bei bestimmten Handytarifen, die mit günstigen Gesprächen ins Ausland werben bis hin zu speziellen Fachgeschäften, die Produkte aus dem Ausland für diese Zielgruppe importieren, die hierzulande aber weitestgehend unbekannt sind. Selbstverständlich sind kurbeln Einwanderer die Wirtschaft aber auch als Kunden im Supermarkt um die Ecke oder als Spieler im Netz beim Vulkan Bet. Wichtig sind sie aber auch für die Banken. Denn es gibt kaum Menschen ohne Bankkonto – unabhängig vom Migrationshintergrund. Die vielfältigen Angebote der Hausbanken werden quer durch alle Bevölkerungsgruppen genutzt. Dabei gehen die Bankinstitute zunehmend auf die Bedürfnisse der Kundschaft ein und präsentieren ein vielfältiges Lösungsangebot, darunter die kostengünstige Möglichkeit zur gemeinsamen Nutzung von Konten.

Aber Girokonten sind bei weitem nicht die einzigen finanziellen Dienstleistungen, für die sich Migranten interessieren. Das haben auch die Banken mittlerweile erkannt und daraufhin ein neues Kundenpotenzial ausgemacht, das es zu umwerben gilt. Das Handelsblatt etwa berichtet online von speziellen Angeboten für türkische Bankkunden. Vielerorts stehen türkischsprachige Mitarbeiter hinter dem Banktresen, die besonders gut auf die Bedürfnisse ihrer Landsleute eingehen können. Die Deutsche Bank hatte sogar eigens für die Anwerbung der türkischen Klientel das Projekt ‚Bankamız‘ ins Leben gerufen, was so viel bedeutet wie ‚Unsere Bank‘.

Migranten als Investoren

Migranten treten in ihren neuen Heimatländern vielfach auch als Finanzinvestoren auf. Diese Tatsache nehmen Experten zum Anlass, Migranten als Chance für die Wirtschaft zu bezeichnen, weil sie zu den bedeutendsten Investoren der Welt gehörten. Als weitere Potenziale werden das Know-how dieser Menschen angesehen. Denn jeder Mensch bringt auch seine Erfahrungen und Ideen aus mit, die hier neu sind. In den USA etwa meldeten Einwanderer 80 Prozent der Patente an.

Mehr noch: Experten bescheinigen Migranten nicht nur die allgemeine Ankurbelung der Wirtschaft im Zielland, sondern auch im Heimatland. Migranten sind demnach immer Wirtschaftsfaktoren für zwei Länder, ihre ursprüngliche Heimat und ihr neues Zuhause. Sie überweisen nicht nur Geld in die Heimat, sondern knüpfen auch Geschäftsbeziehungen und fungieren als Brücken zwischen den Ländern. Im Falle einer Rückkehr bereichern sie mit ihrem neu erworbenen Know-how wiederum ihr Herkunftsland.

Deshalb kritisieren Experten die EU, diese Tatsache bisher nicht ausreichend mitzudenken. Es fehlten entsprechende Förderprogrammen für Menschen, die in mehreren Ländern zu Hause sind, hin- und herpendeln oder für eine gewisse Zeit aus- oder einwandern. (bg)

Wirtschaft
Auch interessant
UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Um diese Qualität beizubehalten und den steigenden Ansprüchen an die Themen gerecht zu werden bitten wir dich um Unterstützung: Werde jetzt Mitglied!

MiGGLIED WERDEN
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)