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Karriere in der Kryptobranche

Diese Länder sind die Krypto-Hotspots

Immer mehr Menschen sehen Migration in ein anderes Land vor allem als eine Karrierechance. Das gilt auch immer stärker für Trader in der Kryptoszene. Manche Länder haben sich zu Hotspots entwickelt.

Freitag, 14.10.2022, 0:34 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 26.10.2022, 12:21 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |  

Nicht immer ist es nur die tolle Landschaft, das Wetter oder die Liebe: Auch der Job kann ein guter Grund sein, um auszuwandern. Zu den Branchen, die in den letzten Jahren am schnellsten gewachsen sind, gehört der Bereich rund um Kryptowährungen. Wer sich eine Zeit lang mit der Materie auseinandersetzt, wird merken, dass sich nicht alle Standorte auf der Welt gleichermaßen für eine Karriere im Krypto-Business eignen. Einige Länder haben sich zu regelrechten Hotspots gemausert, die ideale Voraussetzungen für ein gutes Einkommen durch einen Job in der Kryptoszene bieten. Im Folgenden möchten wir einige dieser potenziellen Zielländer für Kryptobegeisterte vorstellen.

Migration als Karrierechance: Der Kryptoszene auf der Spur

Bei der Frage, ob sich ein Umzug für den Einstieg in die Kryptobranche lohnt, kommt es vor allem darauf an, welche Pläne und Erwartungen an eine Karriere am Kryptomarkt geknüpft sind. Wer sich vor allem als Anleger und Trader betätigen möchte, kann dies aufgrund der digitalen Natur der Kryptowährungen auch von Deutschland aus erledigen. Wer besonders beliebte und gängige Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum kaufen möchte und bei günstiger Kursentwicklung wieder veräußert, der ist dabei nicht an einen speziellen Ort gebunden. Für einen tieferen Einstieg in die Kryptoszene kann es sich allerdings lohnen, einen Blick auf die Krypto-Hotspots der Welt zu werfen. Hier sitzen die erfolgreichsten Startups und die Big Player der Branche.

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Singapur

Singapur gilt bereits seit längerem als echtes Paradies für Finanzdienstleistungen und hat mit dem Siegeszug des Bitcoins einen Ruf als sehr kryptoaffine Nation bekommen. Ein Grund ist die niedrige Besteuerung von Kapitalgewinnen. Bekannte Unternehmen wie CoinGecko oder Crypto.com haben genau deshalb ihre Zelte in Singapur aufgeschlagen und auch Privatinvestoren zieht es auf den Inselstaat südlich von Malaysia. Zwar hat die aktuelle Regierung mittlerweile angekündigt, für die nahe Zukunft eindeutige Regulierungsmaßnahmen durchzusetzen, doch sind diese aus der Sicht vieler Experten fair und stören die Geschäfte ehrlicher Marktteilnehmer in keiner Weise.

Schweiz

Die Schweiz liegt hingegen mitten in Europa und ist dennoch eine Insel hinsichtlich kryptofreundlicher Rahmenbedingungen. Während man in der EU strengere Regulierungen plant, fährt die Schweiz nach wie vor eine sehr liberale Politik in Bezug auf die Kryptobranche. Das liegt auch daran, dass man sich selbst von offizieller Seite aus um eine noch bessere Integration von Kryptowährungen in den Alltag der Schweizer Bevölkerung bemüht. In manchen Ortschaften erlaubt der Fiskus sogar Steuerzahlungen in Form von Kryptogeld. Generell ist der Kanton Zug von großer Bedeutung und da er zu einem echten Magneten für Unternehmen aus dem Krypto-Sektor geworden ist, ist international auch die Bezeichnung „Crypto-Valley“ gebräuchlich. Von den rund 1.000 Unternehmen der Branche haben über die Hälfte ihren Sitz in Zug.

Portugal

Ähnlich wie Singapur galt auch Portugal lange als Steuerparadies für Kapitalmarktgeschäfte. Zwar ist der Kryptohandel hier ebenfalls nicht mehr vollkommen unreguliert und steuerfrei, doch die Bedingungen für Unternehmen der Branche sind nach wie vor ideal. Viele Fintechs, die mit Blockchain-Technologie und digitalen Vermögenswerten arbeiten, haben bereits eigene Zweigstellen in Portugal – darunter auch das Berliner Unternehmen Fiona.

Malta

Nicht nur für Glücksspielanbieter, sondern auch für Krypto-Fans ist Malta ein sehenswerter Hotspot. Die Insel im Mittelmeer setzt ähnlich wie Gibraltar auf eine sehr kryptofreundliche Gesetzgebung und Steuerpolitik. Malta ist sogar so attraktiv, dass die große Handelsplattform Biance ihren Firmensitz mittlerweile auf die Insel verlegt hat. Auch eröffnet vor Ort in Kürze die Founders-Bank, ein dezentrales Kreditinstitut, welches Investoren und Anlegern eine Teilhabe über den Kauf hauseigener Token ermöglicht.

Japan

Ebenfalls von Wasser umgeben, doch viel weiter östlich gelegen, befindet sich Japan. Im Reich der aufgehenden Sonne ist man digitalen Zahlungsmitteln wohlgesinnt und man profitiert vor Ort vor allem von der Anti-Krypto-Politik der chinesischen Volksrepublik. Wer im Blockchain-Business Karriere machen möchte, hat in Japan besonders viele Optionen, denn im Gegensatz zu Malta oder Singapur ist Japan eine globale Wirtschaftsmacht. Durch diverse Gesetzesänderungen der letzten Jahre ist der Bitcoin in Japan als Zahlungsmittel anerkannt und Unternehmen genießen eine große Rechtssicherheit.

Slowenien

Wie groß die Begeisterung in Slowenien für den Bitcoin ist, können Auswanderungswillige bei einem Besuch in der Stadt Kranj erfahren. Hier hat man dem digitalen Geld ein Denkmal in Form einer gigantischen Bitcoin-Münze gebaut. Das neue Wahrzeichen der Stadt ist ein kleiner Hinweis auf die ambitionierten Pläne, die das Balkanland hat. Man möchte langfristig zu einem Eldorado für Krypto-Investoren werden und konnte mit der liberalen Fintech-Politik schon diverse vielversprechende Startups anlocken. Mancherorts können sowohl Einheimische als auch Touristen in bestimmten Geschäften bereits mit dem Bitcoin bezahlen.

Estland

Das kleine Estland wird auf dem Globus gerne übersehen, obwohl es viel zu bieten hat. Neben einer einmaligen Landschaft begeistert der baltische Staat auch als gefragter Krypto-Hub. Wider Erwarten legt man in Estland viel Wert auf eine möglichst umfassende Digitalisierungsstrategie, die ihre ersten Früchte trägt. So profitieren die Bürger des Landes von einer nahezu komplett digitalisierten Bürokratie, die den Behördengang oft unnötig macht. Auch beheimatet Estland mit Guardtime eines der führenden Unternehmen für Cybersicherheit und Blockchain-Technologien.

Fazit

Kryptowährungen sind global auf dem Vormarsch und besonders der Bitcoin wird vom reinen Anlageobjekt immer mehr zum praktischen Zahlungsmittel. Die Branche wird in den nächsten Jahren voraussichtlich noch einmal deutlich zulegen und ist für Karrierepläne dementsprechend gut geeignet. Jedoch zeigt ein Blick auf die Hotspots der Welt, dass die Chancen, vom Geschäft mit den digitalen Währungen leben zu können, nicht überall gleich gut sind. In manchen Ländern hat man das Potenzial erkannt und lockt bewusst Investoren aus der Kryptoszene an. Selbst auf dem europäischen Kontinent gibt es daher gute Möglichkeiten für einen Neubeginn mit guten Karrierechancen. Doch auch wer weiter weg möchte, kann verschiedene vielversprechende Ziele in Asien ansteuern.

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