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Börse © AhmadArdity @ pixabay.com (CC0), bearb. MiG

Energie- und Ernährungskrise

Energie-Krise zieht neue Händler an

Immer wenn die Wirtschaft wackelt, ergeben sich neue Chancen auf den globalen Handelsmärkten. Das zieht neue Händler an die Märkte. Die sind aber nicht immer hilfreich und treiben die Preise für Energie und Lebensmittel oft zusätzlich in die Höhe.

Dienstag, 27.09.2022, 0:51 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 28.09.2022, 7:56 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Die Situation der deutschen Wirtschaft ist aktuell sicher nicht die beste. Gerade wurden die Auswirkungen der unterbrochenen Lieferketten und der globalen Pandemie halbwegs aufgearbeitet – da trifft die Ukraine-Krise die deutschen Unternehmen und Verbraucher mit voller Wucht. Im Zuge dieses Konfliktes sind seit Beginn des Jahres immer wieder Schwierigkeiten bei der Öl- und Gasversorgung eines der beherrschenden Themen innerhalb Europas. Rechte Parteien mobilisieren ihre Anhänger schon für den kalten Winter, wo sie mit einfachen Parolen auf Stimmenfang gehen wollen.

Paradoxien in der Wirtschaft

Doch auch wenn die Wirtschaft momentan einen schweren Stand hat und der Eurokurs in den letzten Tagen weiter gefallen ist, sieht es doch nicht überall so schlecht aus. Eine der Bereiche, die momentan erheblich von der Situation profitieren, ist der Devisenhandel.Tatsächlich sind in den letzten Monaten deutlich mehr Menschen zu dem Entschluss gelangt, den Einstieg in den Devisenhandel zu starten, wie im Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Insbesondere Menschen, die zwar Kapital haben aber sich nicht wirtschaftlich betätigen können, mangels Arbeits- oder Aufenthaltstitel, steigen in diesen Markt ein.

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Der Grund dafür, warum dieser Markt floriert, dürfte wohl vor allem sein, dass Gas und Öl zu großen Teilen importiert werden müssen und in der Regel mit Dollar bezahlt werden. Aufgrund des nachlassenden Euro-Kurses sind die Aussichten im Devisenhandel durchaus nicht uninteressant. Diese Aussicht auf schnelle Gewinne sorgt dafür das sich trotz schwieriger Wirtschaftslage immer mehr Menschen im Bereich der Finanzen ausprobieren wollen. Das führt dazu, dass gerade der Bereich des Devisenhandels aktuell eine regelrechte Hochkonjunktur erlebt.

Mehr Händler nicht nur im Devisenbereich

Nicht nur der Devisenhandel erlebt gerade einen Boom an neuen Tradern. Tatsächlich versuchen immer mehr Menschen die Gelegenheit zu ergreifen, Gewinne mitzunehmen. Wo immer sich ein möglicher Engpass abzeichnet, versuchen Händler schnell mit einzusteigen, um dann entsprechend den Preisanstieg nutzen zu können. Entsprechende Verhaltensmuster sieht man zum Beispiel an der Börse, wo Trader in Firmen investieren, die Kohlensäure, Toilettenpapier und ähnliches anbieten.

Aber auch Getreide oder Holz erleben gerade einen erheblichen Preisanstieg, was Händler vielleicht erfreut, für Millionen Menschen auf der Erde einer Katastrophe gleichkommt. Sie lässt Armut und Hunger in die Höhe treiben, schlägt Menschen in die Flucht.

Neues Risiko für die Wirtschaft?

Viele Analysten sehen den aktuellen Trend mehr als skeptisch. Da es sich bei den neuen Tradern vorrangig um Devisenhändler mit wenig Erfahrung handelt, ist nach Meinung der Experten die Gefahr sehr hoch, dass diese nicht auf dem Markt bestehen können. Diese Befürchtung könnte durchaus zutreffen, ist doch das Devisengeschäft eines der komplexesten und schnelllebigsten Finanzbereiche überhaupt. Hier steht zu befürchten, dass die neuen Trader nicht das nötige Wissen mitbringen, um auf die komplexen Situationen und die fortschreitende Dynamik an den Finanzmärkten entsprechend reagieren können. Die Folge wären erhebliche finanzielle Verluste. Dies würde dann unter Umständen die Wirtschaft noch weiter belasten. Somit werden diese neuen Händler von vielen eher als zusätzliches Risiko gesehen, statt als Unterstützung für die Märkte. Außerdem sorgen sie mit ihrem eingesetzten Geld dafür, dass die Nachfrage und damit auch die Preise weiter steigen.

Solange es Ressourcen und Produktknappheit gibt, wird natürlich auch der Handel damit automatisch angeregt. Generell sehen viele Experten eine Beruhigung der Märkte als beste Möglichkeit, um eine gewisse Stabilität in das System zu bringen. Um das zu erreichen, ist allerdings wohl vor allem die Politik gefordert. Sie muss die entsprechenden Voraussetzungen schaffen, damit der Handel an den Devisen und Finanzmärkten wieder in geregelten Bahnen verläuft. Leider ist es momentan wohl eher zweifelhaft, dass sich die Situation in naher Zukunft signifikant verbessert. (dd)

Wirtschaft
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