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Fußballspiel im Stadion (Archiv) © Pexels @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Wer anfällig ist

Spielekultur mit Risiken – Von Sportwetten bis Poker

Menschen, die nicht arbeiten dürfen, sind anfällig für Glücksspiele, die hohe Gewinne versprechen. Der eine spielt Poker, der andere übt sich in Sportwetten - beides Spielarten mit hohem Suchtpotenzial und Risiko.

Mittwoch, 21.09.2022, 0:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 21.09.2022, 8:27 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |  

Wer mangels Arbeitserlaubnis nicht arbeiten darf und neu im Land ist, hat keine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Das trifft auf die allermeisten Geflüchteten zu. Solange ihre Asylverfahren laufen, die teilweise bis zu mehreren Jahren dauern, sind sie vom Erwerbsleben ausgeschlossen. Deshalb suchen viele ihr Glück in Sportwetten oder in Glücksspielen, um Geld zu gewinnen.

Poker und Sportwetten gehören hierbei mit zu den am weitesten verbreiteten Spielarten. Anders als bei Spielautomaten oder den meisten anderen Arten von Casinospielen kommt es hier nicht nur auf Glück an, sondern auch auf Geschicklichkeit und Können an, was den Spielern das Gefühl gibt, Herr über das Geschehen zu sein. Dabei sind Poker und Sportwetten sehr unterschiedlich und sprechen unterschiedliche Typen von Menschen an.

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Während beim Poker Glück und Wahrscheinlichkeitsrechnung kombiniert werden, nutzt man beim anderen sein Wissen über Sport, um den Ausgang von Spielen vorherzusagen. Beide haben ihre Vor- und Nachteile und auch eine große Gemeinsamkeit: Sie können Spieler abhängig und süchtig machen und am Ende in den Ruin treiben.

Poker

Poker ist eines der beliebtesten Kartenspiele der Welt und umfasst mehrere verschiedene Spielvarianten. Die am häufigsten gespielte Pokervariante ist Texas Hold’em, bei der die Spieler versuchen, mit ihren Taschenkarten und Gemeinschaftskarten das beste Blatt aus fünf Karten zu bilden. Die Einsätze werden vor Spielbeginn mit dem Small Blind und dem Big Blind getätigt, und nachdem die Spieler ihre Karten erhalten haben, müssen sie entscheiden, ob sie aussteigen, den Einsatz mitgehen oder erhöhen wollen. Weil die Regeln rund um den Globus bekannt sind, kommen an online Tischen oft Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen und Kulturen zusammen.

Im Allgemeinen haben gute Pokerspieler ein hohes Maß an Kontrolle über den Ausgang des Spiels. Während die Karten, die sie erhalten, völlig zufällig sind, treffen sie ihre Entscheidungen auf der Grundlage dieser Karten und der ihrer Gegner. Wenn ihnen ihr Blatt nicht gefällt, können sie jederzeit aussteigen, was das potenzielle Risiko verringert.

Wer Poker spielen möchte, sollte die Grundlagen der Pokerstrategie lernen, die Rangfolge der Blätter und die beste Vorgehensweise in bestimmten Situationen verstehen. Mit zunehmender Erfahrung weiß der Spieler immer besser, wann er aussteigen, erhöhen oder bluffen sollte. Solche und weitere Grundprinzipien verleiten viele Spieler dazu, sich in Sicherheit zu wähnen. Was nicht vergessen werde darf ist, dass die Mitspieler ebenfalls gut sein können, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass man zunächst viel verliert, ehe man die nötige Erfahrung gesammelt hat. Experten raten daher dazu, solche Spiele nicht als Geldquelle zu sehen, sondern als Freizeitaktivität mit einem von vornherein festgelegten Budget, das verspielt werden darf, ohne dass es wehtut.

Sportwetten

Sportwetten erfreuen sich ebenfalls zunehmender Beliebtheit. Das liegt auch am niederschwelligen Einstieg. Spieler suchen sich einfach ein Sportereignis aus und wetten Geld auf ein bestimmtes Ergebnis. Wenn dieses Ergebnis eintritt, bekommt der Spieler sein Geld zurück und eine Gewinnprämie obendrauf, die sich nach den Quoten richtet. Spieler haben hier viele Möglichkeiten, da jeden Tag Tausende Anbieter für alle möglichen Sportarten Wetten zur Verfügung stehen.

Ähnlich wie beim Poker können Spieler auch hier Strategien anwenden, die vermeintlich die Chance steigern und die Verlustrisiken mindern. Hier ist der Spieler, sobald er eine Wette platziert hat, praktisch ohne Einfluss auf das Geschehen. Er muss darauf vertrauen, dass die Mannschaft, auf die er gesetzt hat, gewinnt.

Doch auch hier wähnen sich viele Spieler sicher, weil – wer kennt das nicht – sie sich natürlich bestens auskennen mit Fußball und ganz genau wissen, wer das nächste Stadtderby gewinnt. Gerade Spieler mit ausländischen Wurzeln bringen oft „Insiderwissen“ aus ihren Ländern und über die Ligen dort mit und meinen, das Ergebnis einer Partie ziemlich genau vorhersagen zu können.

Viele Spieler verfolgen die Sportnachrichten, Spielertransfers und die aktuelle Form einer Mannschaft und suchen sich unter mehreren Anbietern die die besten Quoten raus. Erfahrene Spieler platzieren oft vermeintlich sichere Wetten mit wenig Gewinn, Anfänger hingegen gehen oft nach dem Bauchgefühl oder lassen sich von hohen Gewinnquoten verbleben, setzen ihr Geld eher auf Risikoergebnisse. So oder so, birgt auch die Sportwette ein hohes Potenzial an Suchtrisiko, weshalb Experten auch hier immer wieder warnen, solche Spiele immer als Hobby und mit wenig Einsatz zu betreiben. (dd)

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