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Schlüssel (Symbolfoto) © Photo Mix @ pexels.com (CC0)

Ratgeber

Als Migrant eine Wohnung in Deutschland finden

Wer neu in Deutschland ist und eine Wohnung sucht, steht vor zahlreichen Schwierigkeiten. Doch es nicht unmöglich, eine gute und bezahlbare Wohnung zu finden, auch wenn die Ausgangsposition auf den ersten Blick nicht sonderlich gut sind. Denn wer sich gut vorbereitet, kann sich einen Vorteil verschaffen.

Sonntag, 21.08.2022, 0:53 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 22.08.2022, 12:02 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |  

Die Wohnungssuche kann in vielen Städten sehr schwer sein und stellt besonders Ausländer, Geflüchtete und Zugereiste vor eine große Herausforderung. Es gibt oft sprachliche Hindernisse und Vermieter bevorzugen deswegen lieber Interessenten, die der deutschen Sprache mächtig sind. Beachtet man jedoch einige Tipps, kann man auch ohne ausreichende Deutschkenntnisse eine schöne Wohnung in Deutschland finden.

Auf welche Punkte geachtet werden sollte, soll im Folgenden dargelegt werden. Es gilt die Faustformel: Eine sorgfältige Vorbereitung kann hierbei der Schlüssel zum Erfolg sein.

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Wohnungssuche im Internet

Heutzutage fängt eine Wohnungssuche praktisch immer im Internet an, denn dort befinden sich mit Abstand die meisten Angebote. Sprachlich kann es bereits hier zu der ersten Hürde kommen, denn Wohnungsanzeigen sind oftmals komplett auf Deutsch. Immer mehr Vermieter listen ihr Angebot aber auch auf Englisch auf, was die Suche wesentlich erleichtern kann.

Besonders in beliebten Städten sind schöne und bezahlbare Wohnungen mittlerweile Mangelware. Genau hier können professionelle und seriöse Plattformen, von denen manche sogar mehrsprachig sind, siehe etwa Rentola, bei der sonst sehr aufwendigen Wohnungssuche helfen. Auf gut sortierten Plattformen kann man zahlreiche Mietobjekte in der gewünschten Umgebung, im Handumdrehen nach diversen Kategorien und Vorlieben sortieren. Solche Plattformen eine ideale erste Anlaufstelle bei Suche, wenn Sprachkenntnisse noch nicht vorangeschritten sind.

Vorbereitung von Dokumenten

Wer auf der Suche nach einer Wohnung ist, wird vermutlich auch mal zu Besichtigungen eingeladen, zu denen dann zahlreiche Interessenten zeitgleich erscheinen. Solche Termine mit einer Massenbesichtigung sind in beliebten Städten und Wohnlagen nicht unüblich. Aber sie stellen einen Bewerber vor zusätzliche Herausforderungen, um sich als Interessent von den Interessenten abzuheben.

Wer sich einen Vorteil verschaffen möchte, bringt idealerweise schon zur Besichtigung alle relevanten Dokumente mit: Das sind ein Ausweis, Reisepass oder ein anderes Dokument, das die Identität bestätigt. Zusätzlich sollte man eine Aufenthaltsgenehmigung oder ein Visum bereithalten, falls der Vermieter eine Nachfrage zum Aufenthaltsstatus hat. Sollte es Probleme mit der Sprache geben, ist es hilfreich, einen Freund oder Bekannten mitzunehmen, der bei der Besichtigung als Dolmetscher fungieren helfen kann.

Referenzen sind für nicht-deutsche Staatsbürger wichtig

Referenzen werden in Deutschland oft gerne gesehen, stellen aber Zugereiste vor eine gewisse Hürde. In vielen anderen Ländern ist es nicht üblich, sich vom ehemaligen Vermieter eine Referenz einzuholen. Dennoch kann der bisherige Vermieter freundlich danach gefragt werden. Wer eine Empfehlung aus Ausland mitbringt, sollte eine Übersetzung des Referenzschreibens bereithalten. Das zeigt dem Vermieter, dass man sich Mühe gibt und gut organisiert ist.

Wer zuvor in einer Unterkunft gewohnt hat, die von einer Organisation betreut wurde, kann ebenfalls nach einem Empfehlungsschreiben fragen. Auch dadurch wird dem potenziellen Vermieter signalisiert, dass man auch in einer eher ungewöhnlichen Situation zuverlässig und organisiert ist. Das kann sogar einen zusätzlichen Pluspunkt geben.

Einkommensnachweis und Schufa-Auskunft

Ganz egal ob deutscher oder Bewerber ohne deutschen Pass, Vermieter in Deutschland wollen oft einen Einkommensnachweis sowie eine Schufa-Auskunft sehen. Damit möchten sie sichergehen, dass es aufgrund von beispielsweise hohen Schulden keine Schwierigkeiten bei der Bezahlung der Miete gibt. Deswegen ist es immer von Vorteil, diese Unterlagen vorzubereiten und vorzulegen – auch wenn die Schufa-Auskunft mit Kosten verbunden ist.

Eine Schufa-Auskunft kann für Neueinwanderer aber erst ausgestellt werden, wenn die Person ein deutsches Bankkonto hat und schon etwas länger in Deutschland lebt. Sollte das nicht zutreffen, kann man von der Bank alternativ ein Referenzschreiben vorlegen. Zudem gibt es noch die Möglichkeit, sich gegebenenfalls mit einer zusätzlichen Bürgschaft durch die betreuende (Hilfs-)Person oder -Organisation einen Vorteil zu verschaffen. Bürgschaften sind zwar grundsätzlich nicht notwendig, können aber im Zweifelsfall den entscheidenden Pluspunkt ausmachen.

Füllen Sie die Selbstauskunft ehrlich aus

Die Selbstauskunft gehört in Deutschland oft dazu und betrifft sowohl Deutsche als auch Personen, die keine deutschen Staatsbürger sind. Dabei werden persönliche Angaben gemacht, wie zum Beispiel der Familienstatus, Daten zur Erreichbarkeit sowie Informationen zur Tätigkeit, Beruf, Einkommen etc.

Hierbei ist es auch üblich, noch einmal anzugeben, aus welchen Quelle man sein Einkommen bezieht. Das kann ein Arbeitsverhältnis sein, aber es kann sich auch um staatliche Bezüge handeln, die bei gerade neu anbekommenden Geflüchteten nicht unüblich sind. Hier dürfen und sollen auch öffentliche Stelle, die das Einkommen zur Verfügung stellen, benannt werden. Ganz wichtig ist: Ehrlich sein bei den Angaben. Wer hier schwindelt, kann später Probleme mit dem Vermieter bekommen – und hat sich dann auch juristisch oft ein Eigentor geschossen.

Fazit

Wer sich gut auf die Wohnungssuche vorbereitet, verschafft sich einen immensen Vorteil und steigert so seine Chance auf eine schöne, bezahlbare Wohnung in Deutschland – ob als Student, Geflüchteter oder Fachkraft aus dem Ausland.

Wer alle nötigen und gewünschten Informationen dann auch schon zum Besichtigungstermin mitbringt, macht einen guten Eindruck und ist damit klar im Vorteil, weil er seinem potenziellen Vermieter gleich zu Beginn alle etwaigen Sorgen nimmt. Immer daran denken, dass auch Vermieter bei der Suche nach guten Vermietern sich viele Gedanken machen und ihnen die Entscheidung oft nicht einfach fällt. (dd)

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