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Einleben in Deutschland

Verständigungsprobleme als Herausforderung betrachten

Wer neu im Land ist, hat es schwer, anzukommen. Mangelnde Sprachkenntnisse sind dabei eine der größten Hürden. Wer dazu noch eine Behinderung meistern muss, hat es doppelt schwer.

Freitag, 22.07.2022, 0:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 23.07.2022, 11:19 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Verständigungsschwierigkeiten stellen für die meisten Neu-Einwanderer eine große Herausforderung dar. Ohne Grundkenntnisse der deutschen Sprache ist es schwierig, sich im Gastland einzuleben, Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen.

Schwierigkeiten in der neuen Heimat meistern

Beim Umzug in ein anderes Land kommt es aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht selten zu Verständigungsproblemen. Kommen zu den allgemeinen Schwierigkeiten beim Einleben in der neuen Heimat noch gesundheitliche Probleme wie etwa durch Schwerhörigkeit hinzu, fühlen sich die Betroffenen meist völlig isoliert.

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Hörminderungen können verschiedene Ursachen haben. Bei Flüchtlingen aus Kriegsgebieten kann ein Knalltrauma, etwa durch in der Nähe explodierende Bomben, die feinen Haarzellen des Innenohrs dauerhaft geschädigt haben. Darüber hinaus sind hohes Lebensalter, Erkrankungen des Gehörapparates, Infektionen, längerfristige Medikamenteneinnahme sowie Alkohol und Rauchen wesentliche Risikofaktoren, die Schwerhörigkeit begünstigen.

In Deutschland wird bei Hörproblemen oft das Tragen einer Hörhilfe medizinisch angeordnet. Da es verschiedene Hörsysteme gibt, sollte man sich zunächst einen Überblick über die Hörgeräte verschaffen. Ob tatsächlich eine Schwerhörigkeit vorliegt, kann vom HNO-Facharzt anhand einiger Hörtests und Untersuchungen festgestellt werden.

Bei Hörhilfen wird zwischen Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten und Im-Ohr-Hörgeräten unterschieden. Beide Varianten können Vor- und Nachteile haben und sind abhängig von Art und Umfang des Hörverlustes für unterschiedliche Menschen geeignet. Damit eine Hörhilfe ihren Zweck erfüllt, muss das Modell zum Lebensstil und zu den individuellen Anforderungen passen.

Für Unterhaltungen oder zur Verständigung bei täglichen Aufgaben genügt oft ein Gerät der Basisklasse. Bei hochwertigen Modellen, die mit modernster Technologie wie einer anpassbaren Spracherkennung, automatischem 360°-Hören oder einer Bluetooth-Funktion ausgerüstet sind, ist mit höheren Kosten zu rechnen.

Durch die Nutzung eines Hörsystems soll den von Schwerhörigkeit betroffenen Menschen die aktive Teilhabe am Berufsleben ermöglicht werden. Wird das Hörgerät wie vom Arzt oder vom Hörgeräte-Akustiker beschrieben, genutzt, kann der Alltag in der Regel trotz Hörschwierigkeiten selbstständig bewältigt werden.

Kontakte knüpfen und neue Freunde finden

Lärmeinwirkungen am Arbeitsplatz können das Hörvermögen schädigen, sodass das Tragen einer Hörhilfe notwendig sein kann. Insbesondere bei Tätigkeiten in Industrieanlagen oder auf Baustellen ist die Geräuschentwicklung besonders hoch. In deutschen Großstädten gibt es zahlreiche Lärmquellen, die vom Straßenlärm und Fluglärm bis zu lauter Musik und Gerätelärm durch Rasenmäher und Bohrhammer reichen. Um das Gehör zu schonen, sollten zu große Lautstärken nach Möglichkeit gemieden werden.

Das Einleben in Deutschland fällt vielen Neueinwanderern nicht leicht. Die Lebens- und Arbeitsweise der Menschen in der Bundesrepublik unterscheidet sich oft sehr von den im Heimatland der Einwanderer üblichen Lebensart.

Eine Möglichkeit, sich an die unterschiedliche Kultur plus Sprache zu gewöhnen, besteht darin, Fernsehsendungen in deutscher Sprache anzuschauen. Interessante Beiträge findet man beispielsweise beim Kultursender Arte, der bereits vor 30 Jahren auf Sendung gegangen ist.

Die Suche nach individueller und gesellschaftlicher Identität ist ein wesentlicher Bestandteil der Eingewöhnungsphase. So wird Neu-Einwanderern empfohlen, die neue Heimatstadt und die Region bei Ausflügen zu entdecken. Besonders wichtig ist der Aufbau sozialer Kontakte. Neue Freunde findet man als Erwachsener beispielsweise im Job, bei einer Weiterbildung, im Sportverein, im Sprachkurs oder in der Nachbarschaft. Um Kontakte zu knüpfen, sollte man offen auf andere Menschen zugehen und keine Angst vor dem Fremden haben. (dd)

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