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Der Deutsche Bundestag in Berlin © hkama @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Ratgeber

So funktioniert die Bundestagswahl in Deutschland

Demokratie ist nicht selbstverständlich und muss immer wieder verteidigt werden. Das geht insbesondere mit der Beiteilungen an Wahlen. Doch in Deutschland bleiben viele Wahlberechtigte zu Hause. Das muss nicht sein.

Donnerstag, 23.06.2022, 0:31 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 24.06.2022, 10:35 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Obwohl Wahlen unglaublich wichtig sind, gibt es viele Leute, die mit Politik wenig am Hut haben oder überfordert sind mit dem Wahlsystem. Schon die Frage, warum es zwei Stimmen gibt, schreckt Bürgerinnen und Bürger ab und hält sie im schlimmsten Fall sogar vom Wählen ab.

Das aber muss nicht sein. Denn im Grund ist das System einfacher gestrickt als es auf den ersten Blick aussieht. Deshalb geben wir im Folgenden am Beispiel der Bundestagswahl einfach, schnell und unkompliziert einen ersten Überblick.

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Die Bundestagswahl

Das Wichtigste vorab: Deutschland ist eine Demokratische Republik. Um genauer zu sein, ist die Staatsform eine sogenannte repräsentative Demokratie. Geregelt ist das im Artikel 20 des Grundgesetzes. Darin heißt es: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“. Das heißt: Das Volk bestimmt.

Bei der Bundestagswahl wählen Bürgerinnen und Bürger den Bundestag. Das ist das deutsche Parlament, welches aus Abgeordneten besteht, die für vier Jahre gewählt werden. Im Bundestag werden unter anderem der Bundeskanzler gewählt, aber auch die Gesetzgebung und Kontrolle der Regierung sind zwei enorm wichtige Aufgaben des Bundestags.

Zwei Stimmen

Die Wahl an sich ist denkbar einfach. Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen. Mit der ersten Stimme bestimmen die Wahlberechtigten, welcher Politiker in ihrem Wahlkreis sie als Abgeordneter im Bundestag vertreten soll. So werden die Hälfte der Sitze im Bundestag vergeben und man redet hier auch von den Direktmandaten. Mit der zweiten Stimme entscheiden die Wählerinnen und Wähler über die Verteilung der Sitze im Bundestag und bestimmen so auch, welche Partei überhaupt in den Bundestag einziehen darf. Je mehr Zweitstimmen eine Partei bekommt, desto mehr Sitze erhält sie im Gegenzug auch. Allerdings muss eine Partei auch fünf Prozent der Stimmen erhalten, um überhaupt in den Bundestag einziehen zu dürfen.

Das Ergebnis wird dann übrigens in jedem Wahlkreis am Ende des Wahltages ausgezählt. Regieren tut dann eigentlich die Partei, die mehr als die Hälfte aller Sitze im Bundestag hat. Weil das in Deutschland aber selten der Fall ist, schließen sich Parteien zu Koalitionen zusammen, um gemeinsam eine Mehrheit im Bundestag zu haben und regieren zu können. Mit der Bundestagswahl fällt in der Regel auch automatisch die Wahl der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers – in der Regel die/der Kandidat:in der Partei, die die meisten Stimmen hat.

Politikverdrossenheit

Das war es im Grunde auch schon. Obwohl Wahlen dem Grunde nach gar nicht kompliziert sind, bleiben viele Wahlberechtigte an Wahltagen trotzdem zu Hause. Experten führen das auf Politikverdrossenheit zurück. Das bedeutet, dass Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – im gesellschaftlichen Abseits leben, ihr Vertrauen an die Politik verloren haben und/oder aus Mangel an Interesse nicht wissen, wer ihre Interessen überhaupt am besten vertreten würde.

Das hat fatale Folgen. Denn bei Wahlen zählen nicht nur Stimmen, die abgegeben werden, sondern auch jene, die nicht in der Wahlurne landen. Denn auch Nichtwähler:innen beeinflussen die Mehrheitsverhältnisse einer Wahl. Deshalb raten Experten dazu, auch dann wählen zu gehen, wenn man nicht weiß, wen man wählen soll. Wichtig sei lediglich, dass man eine demokratische Partei wählt und keine Extremisten – allein um sie zu schwächen. Und wem das nicht Argument genug ist, kann sich gerne selbst motivieren mit einer Wette. Inzwischen kann man sogar auf die Bundestagswahl Wetten. So kann der Wahlabend gleich doppelt spannend werden und sogar Menschen vor den Fernseher locken, die sonst wenig oder nichts mit Politik anfangen können. (dd)

Politik
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