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Schminke (Symbolfoto) © zhugewala von Pexels

Nischenprodukte

Selbstständig als Migrant im E-Commerce mit Beauty-Produkten

Die Zahl der Unternehmer mit Migrationshintergrund ist im Vergleich zu Selbständigen ohne ausländische Wurzeln anteilsmäßig höher. Sie entdecken immer mehr Nischen, in der sie sich und ihr Unternehmen platzieren können.

Freitag, 13.05.2022, 0:34 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 20.05.2022, 6:45 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Die Zahl der Firmengründungen in Deutschland geht seit Jahren zurück. Die große Mehrheit der Bürger arbeitet lieber als Angestellte. Doch es gibt eine Gruppe, auf die dieser Trend nicht zutrifft: Migranten. Die Zahlen der staatlichen Förderbank KfW zeigen, dass 21 Prozent aller Gründungen auf Migranten:innen und 26 Prozent auf Menschen mit Migrationshintergrund zurückgehen, obwohl sie nur ein Fünftel der Bevölkerung ausmachen.

Vor allem im IT- und E-Commerce-Bereich gibt es viele Firmengründungen von Migranten – allen voran in der Beauty-Branche. Wie man seine eigene Make-up-Linie im Internet verkaufen kann und was man dabei beachten muss:

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Vorbilder gibt es genug

Gerade im E-Commerce und ganz speziell im Beauty-Bereich gibt es schon viele Vorbilder – der Anteil von Migranten:innen, die als Gründer:innen Beauty-Produkte im Internet vermarkten, ist groß. So gründeten zum Beispiel Joanna Rosario-Rocha und Leslie Valdivia das Beauty-Unternehmen Vive Cosmetics.

Als Latinas der ersten Generation wollten Joanna und Leslie eine Kosmetikmarke aufbauen, die ihre Kultur und Community repräsentiert. Sie starteten ohne Branchenerfahrung, erfolgreich wurden sie durch viel harte Arbeit.

Obwohl es schon viele Anbieter gibt, lässt sich in der Beauty-Branche immer noch relativ einfach Geld verdienen. Denn die Kosten für den Start des eigenen Geschäfts sind sehr gering.

Die eigene Make-up-Linie im Internet verkaufen

Gibt es wirklich noch Platz für einen weiteren Lipgloss oder noch ein Abdeckpuder? Zugegeben, der Make-up-Markt ist ziemlich überfüllt. Allerdings entstehen fast täglich neue Trends und Nischenmärkte.

Die Frage ist also: Wie können es angehende Gründer und Gründerinnen in der Make-up-Branche schaffen, dass ihre Produkte herausstechen? Es geht also um die Frage, wie man auf Trends aufspringen und Lücken in der Branche füllen kann.

Die eigene Nische finden

Viele Marken erarbeiten sich eine solide Geschäftsgrundlage, indem sie sich an Zielgruppen mit spezifischen Schönheitsbedürfnissen wenden. Moossalbe mit Hyaluron gegen Falten etwa spricht vornehmlich Frauen mittleren und höheren Alters an, welche die Zeichen der Zeit in Schach halten möchten. Vive Cosmetics wiederum konzentrierte sich auf eine unterrepräsentierte Gruppe von Migranten: Latinas sind Top-Konsumentinnen in allen Schönheitskategorien, weshalb die Idee einer kulturellen Schönheitsmarke funktionierte.

Herstellung des Produkts

Die Gründung einer eigenen Make-up-Linie kann auf verschiedene Weise geschehen: Entweder man stellt die Kosmetik in der eigenen Küche her oder man spezialisiert sich auf den Wiederverkauf bestimmter Marken. Herstellung oder externe Beschaffung – diese Entscheidung hängt von der Zeit, den Fähigkeiten und den finanziellen Mitteln ab.

White Label – oder auch Private Label genannt – ist eine interessante Option, um Produkte mit eigenem Label zu verkaufen, ohne sie selbst herstellen zu müssen. Denn White-Label-Produkte werden in einer Anlage hergestellt und können in unterschiedlichen Verpackungen und Brandings verkauft werden. White Label ist also eine großartige Möglichkeit, schnell von der Idee zum fertigen Produkt zu kommen, vor allem, wenn man auf einen heißen Trend aufspringen möchte.

Aufbau der Marke

Die Marke ist wichtiger als das eigentliche Produkt – das zeigt White Labeling ganz deutlich. Beim Aufbau der eigenen Marke sollte man überlegen, wie die Verpackung, das Branding und das Webseiten-Design dazu beitragen können, eine eigene persönliche Geschichte zu erzählen. Denn die Marke soll ein Gefühl transportieren, das die Kunden spüren sollen, wenn sie die Produkte verwenden.

Beschaffung und Entwicklung von Verpackungen

Die Verpackung ist für Make-up-Produkte sehr wichtig – sie verkörpert die Marke. Für einfache Artikel wie Lippenpomade oder Lipgloss können ganz einfach eigene Etiketten gedruckt werden. Für größere Produkte ist es unter Umständen notwendig, Faltkartons bedrucken zu lassen. Möglicherweise muss man dafür mit einer Druckerei oder einem Lieferanten zusammenarbeiten, um eine maßgeschneiderte Verpackung zu erhalten, welche die Markenästhetik vollständig repräsentiert.

Fazit

Eine eigene Beauty-Marke im Internet zu vermarkten, kann die Grundlage für ein erfolgreiches E-Business sein. Viele Start-Ups und Unternehmer mit Migrationsgeschichte haben das bereits unter Beweis gestellt. Die Voraussetzung dafür ist, eine geeignete Nische zu finden und die Marke einzigartig aufzubauen. Hierbei setzen viele Unternehmer auch auf spezielle Bedürfnisse von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen.

Wirtschaft
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