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Handelsschiff (Symbolfoto) © Maritime_Filming_UK @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Gewinner und Verlierer

Von der Corona-Krise in den Ukraine-Krieg

Erst die Corona-Pandemie und jetzt auch noch der Ukraine-Krieg. Weltweit steigen die Preise auf den Warenmärkten für Lebensmittel und Energie. Das ist ein großes Problem für arme Länder.

Montag, 09.05.2022, 0:57 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 09.05.2022, 8:09 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |  

Deutsche Industrievertreter glauben, dass die deutsche Wirtschaft erst in den kommenden Jahren wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichen wird. Doch schon in diesem Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt, das sogenannte BIP wieder ordentlich steigen. Industrieverbände prognostizieren, dass die deutsche Wirtschaft nach einem fünfprozentigen Konjunktureinbruch im Jahr 2020 in langsam wieder Kurs auf neue Höhen nehmen wird. Das geht aus Berichten hervor, die vor und während der Pandemie veröffentlicht wurden.

Die deutschen Exporte sollen im laufenden Jahr wieder ordentlich wachsen – während die Zahlen im ersten Pandemie-Jahr noch eingebrochen waren. Experten betonen, dass die wirtschaftliche Lage schwierig bleiben wird und die deutsche Wirtschaft erst in der ersten in diesem Jahr wieder das Vorkrisenniveau erreichen wird. Viele Faktoren schränken die Wirtschaft weiter ein. Aktuell gehört der Ukraine-Krieg mit zu den größten Faktoren. Insbesondere deshalb, weil nicht abzusehen ist, wie lange der Krieg noch dauert und mit welchem Ergebnis er enden wird. Experten fordern daher Bundes- und Landesbehörden auf, eine vernünftige Strategie zu verfolgen und Steuererleichterungen sowohl für Private als auch für Unternehmen zu gewähren.

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Ärmere Länder leiden vergleichsweise stärker unter den Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges. Zur ohnehin schwachen Wirtschaftsleistung kommen jetzt auch noch weitere Kosten hinzu, etwa bei der Beschaffung von Impfstoffen für die Bevölkerung oder beim Ankauf von Lebensmitteln. Auch die steigenden Preise für Energie sind ein wichtiger Preistreiber. Der Ölpreis etwa ist in die Höhe geschossen, damit steigen auch die Transportpreise von Waren und Gütern, was sich wieder auf den Endpreis beim Verbraucher auswirkt. Dieser Umstand mag für mache eine Chance sein, wie diverse Anlageanbieter wie https://oil-profits.com/de/ nahelegen, für viele Menschen rund um den Globus ist er aber nachteilig.

Menschen, insbesondere Jugendliche, die ohnehin keine Perspektive im Land haben, suchen sich daher woanders ihr Glück. Um eine weitere Migrationsbewegung zu unterbinden, zeigen sich die reichen Industrienationen bereit, ärmere Länder bei der Versorgung zu unterstützen. Bis eine flächendeckende Versorgung gewährleistet ist, dürfte allerdings noch viel Zeit vergehen, zumal auch reiche Industrienationen mit den Krisenfolgen noch selbst zu kämpfen haben.

Unterstützung armer Länder nur schleppend

Die Preise für Rohstoffe waren aufgrund der Pandemie ohnehin hoch, nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine sind sie noch weiter in die Höhe geschossen. Russland und die Ukraine gelten als Getreidekammern. Beide Länder exportieren Getreide in alle Welt. Durch den Krieg sind die Produktion und Ausfuhr von Waren aber stark eingeschränkt. Die Verknappung auf dem Weltmarkt treibt die Preise nach oben. Die Leidtragenden sind die ohnehin armen Länder, die jetzt viele höhere Preise zahlen müssen. Das wiederum wird weitergegeben an die Endverbraucher, die ohnehin von Armut bedroht sind und sich Lebensmittel nicht leisten können.

Nicht weit vorangeschritten in den armen Ländern ist zudem der Kampf gegen das Corona-Virus. Arme Länder haben sich die Impfstoffe nicht aus eigener Tasche zahlen können und waren auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Die Unterstützung armer Länder wurde von reichen Industrienationen zwar immer wieder zugesagt, in der Praxis hat es aber nicht immer funktioniert.

Entweder wurden Impfstoffe nicht in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt oder sie wurden nicht mit den zur Verabreichung nötigen Spritzen geliefert. Afrikanische Länder und Initiativen bemängelten zudem, dass Impfstoffe geliefert wurden, die oft kurz vor dem Verfallsdatum waren und nicht schnell genug verabreicht werden konnten. Hinzu kommt in armen Regionen der Erde, dass die medizinische Infrastruktur nicht so gut ausgebaut ist. Das führte dazu, dass auch dann, wenn Impfstoffe zur Verfügung standen, das Impftempo nicht hoch war.

Gewinner und Verlierer der Krise

Derweil schrumpfte die Wirtschaft auch in reichen Ländern. Die deutsche Wirtschaft etwa – Europas größte -, schrumpfte im Jahr 2020 um 5 Prozent und beendete damit ein Jahrzehnt ununterbrochenen Wachstums. Die verhängten Quarantänen haben die meisten Geschäfts- und Verbraucheraktivitäten hart getroffen. Aber so düster die Zahlen auch waren, der Rückgang war geringer als erwartet. Wie Experten versichern, hat der Lockdown auch zu privaten Einsparungen geführt, die den Massenkonsum ankurbeln und der Wirtschaft des Landes helfen werden. Das ist im Vergleich zu vielen afrikanischen Staaten eine vergleichsweise sehr günstige Ausgangsposition.

Nach Angaben des staatlichen Statistikamtes verzeichnete in der Pandemie nur der Bausektor in Deutschland einen Aufschwung, während Industrie und Dienstleistungen eine tiefe Rezession erlebten. Landwirtschaft, Finanzdienstleistungen, Immobilien und Informations- und Kommunikationsdienstleistungen waren weniger betroffen.

In Krisen-Zeiten gibt es erwiesenermaßen immer Gewinner und Verlierer. Wer während der Pandemie auf die richtigen „Pferde“ gesetzt hat auf dem weltweiten Handelsmarkt, konnte hohe Gewinne einfahren. Wer hingegen auf das falsche „Pferd“ gesetzt hat, hat mehr Verluste gemacht, als sonst zu erwarten gewesen wäre. (dd)

Wirtschaft
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