Frauen, Unterhaltung, Bewerbung, Gespräch, Bewerbungsgespräch, Freunde, Computer, Laptop
Zwei Frauen unterhalten sich im Café (Symbolfoto) © Edmond Dantès von Pexels

Richtig bewerben

Mehr Erfolg als Migrant bei der Jobsuche

Es hat sich nun im Rahmen einer Studie herausgestellt: Rund 1,3 Millionen osteuropäische Migrantinnen und Migranten waren im Jahr 2020 in sozialversicherungspflichtigen Berufen tätig. Das sind gute Nachrichten, allein, es gibt dennoch ein Problem.

Freitag, 06.05.2022, 23:55 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 09.05.2022, 6:37 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |  

Es hat sich nun im Rahmen einer Studie herausgestellt: Rund 1,3 Millionen osteuropäische Migrantinnen und Migranten waren im Jahr 2020 in sozialversicherungspflichtigen Berufen tätig. Das sind gute Nachrichten, es gibt dennoch ein Problem.

Viele Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund finden keinen Ausbildungsplatz

Im Jahr 2016 war es für etwa 47 Prozent der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund möglich, einen Ausbildungsplatz zu finden, sich zu bewerben und ihn anzutreten. Vergleicht man diese Daten allerdings mit denen der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, erfahren wir, dass diese Einschätzung nur auf 29 Prozent zutrifft. Das bedeutet: nur jeder vierte Bewerber findet einen Ausbildungsplatz. Im Jahr 2018 waren es immerhin 36 Prozent.

___STEADY_PAYWALL___

Warum haben Migranten oft schlechtere Chancen?

Gemäß Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), hängt das eingangs angesprochene Problem mit zwei Aspekten zusammen.

1) Die Ausgangsbedingungen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sind schwieriger, weil sie statistisch gesehen im Schnitt niedrigere Schulabschlüsse erzielen. Entsprechend wird die Suche eines Ausbildungsplatzes erschwert.

2) Besonders häufig interessieren sich diese jungen Menschen für Berufe in der Dienstleistungsbranche. Allerdings sind dort die Erfolgschancen geringer, vergleicht man diese mit den Chancen auf einen Ausbildungsplatz in anderen Sektoren, etwa der Handwerksbranche.

Wie man sich als Migrant korrekt in Deutschland bewirbt

Stellenanzeigen lesen, markieren, sich die entsprechenden Adressen heraussuchen und dies in die „aussagekräftige Bewerbung“ einbauen. Dies bedeutet, dass vor allem Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse gebraucht werden. Hilfreich in solchen Situationen ist ein Lebenslauf Muster. Allerdings müssen auch gewisse Punkte bedacht werden.

Voraussetzungen

Bevor man daran die Unterlagen zusammengestellt, das Gelesene von einer anderen Person Korrekturgelesen und versendet wird, muss man einen Blick auf die Voraussetzungen werfen, an die eine erfolgreiche Bewerbung geknüpft ist.

Zunächst einmal muss das Anforderungsprofil gelesen werden. Hier findet man wichtige Informationen, die für das Anschreiben wichtig sind. Zweitens erfährt man so, ob man für den Job einen bestimmten Bildungsabschluss benötigt oder für die Arbeit wichtige Vorkenntnisse verlangt werden. Sollte man über diese verfügen, ist es notwendig, dies im Anschreiben, zweitens im Lebenslauf und drittens per Zeugnis in den Anlagen zu erwähnen.

Das Bewerbungsschreiben

Hierbei gibt es gewisse Aspekte, die in die Bewerbung gehören. Diese sind:

  1. Adresse und Name des Absenders
  2. Name, Adresse und Ansprechpartner der Firma
  3. Ort, Datum
  4. Betreffzeile
  5. Begrüßung
  6. Einleitung
  7. Hauptteil
  8. Schluss und Verabschiedung
  9. Unterschrift
  10. Aufführung der Anlagen

Des Weiteren sollte die Bewerbung immer an die Stelle, auf die man sich bewirbt angepasst sein, so individuell wie möglich, aber man soll es mit der Individualität des Anschreibens auch nicht übertreiben.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf wird in der Regel zuerst gelesen. Der Personalentscheider nimmt sich hierfür etwa dreiundvierzig Sekunden Zeit, wobei er den Berufserfahrungen dreiundzwanzig Sekunden widmet und dem Posten „Ausbildung“ gerade einmal sechs Sekunden. Daher sollte der Lebenslauf tabellarisch sein, sprich als Tabelle angelegt werden und folgende Informationen enthalten:

  1. Persönliche Informationen und Kontaktdaten
  2. Angestrebte Position
  3. Bildungsabschluss, Ausbildung, Weiterbildung, Praktika, inklusive entsprechender Nachweise. Entscheidend ist hierbei, dass sie Relevanz für die Stelle haben müssen.
  4. Skills unterteilt in Hard Skills (Kenntnisse / Qualifikationen) und Soft Skills, die durch relevante Hobbys angedeutet werden können.

Das Bewerbungsgespräch

Wenn eine Einladung zum Vorstellungsgespräch im Briefkasten landet, ist das schon mal ein gutes Zeichen. Das bedeutet nämlich, dass Anschreiben und Lebenslauf überzeugten und man nun in der nächsten Runde ist. Allerdings lässt sich auch hier noch einiges falsch machen. So könnte man beispielsweise beim Vorstellungsgespräch in einer Kleidung auftauchen, die nicht sonderlich passend ist. Das heißt, dass sie eventuell dreckig oder ungebügelt sein kann, vom Stil her unpassend ist oder man hat zu einem T-Shirt gegriffen, auf dem ein unpassender Spruch steht. Oder man trägt unpassenden Schmuck, auf die Laurence Tureaud neidisch wäre.

Und da das öffentlich-rechtliche Fernsehen auch einen Bildungsauftrag hat, gibt es hier einen ca. 15 Minuten langen Film, der sich mit dem Thema „Bewerbungsgespräch“ dezidiert auseinandersetzt. Viel Vergnügen.

Fazit

Das Problem des Bewerbens ist fast überall auf der Welt ähnlich. Von Land zu Land mag es Unterschiede bei den Gepflogenheiten geben. In Deutschland beispielsweise ist eine formell einwandfreie Bewerbung viel Wert, um die erste Hürde zu nehmen. Doch im Ergebnis zählt rund um den Globus ein selbstbewusstes und überzeugendes Auftreten. (dd)

Panorama Wirtschaft
Zurück zur Startseite
UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Um diese Qualität beizubehalten und den steigenden Ansprüchen an die Themen gerecht zu werden bitten wir dich um Unterstützung: Werde jetzt Mitglied!

MiGGLIED WERDEN
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)