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Koch im Restaurant (Symbolfoto) © Louis Hansel on Unsplash

Kulturvorteil

Ein Restaurant eröffnen – selbstständig als Migrant

Die Eröffnung eines Gastronomiebetriebs ist für Einwanderer hierzulande eine gute Chance, Fuß zu fassen. Was ist zu beachten? Jetzt informieren.

Freitag, 06.05.2022, 0:34 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 09.05.2022, 6:37 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |  

Dass sich Deutschland immer mehr zum Einwandererland entwickelt, kann man am besten an der Vielzahl der Restaurants erkennen, die von Migranten eröffnet werden. Italienische, griechische und türkische Gaststätten sowie Wirtshäuser mit Wurzeln im Balkan prägen schon seit einigen Jahrzehnten das Bild deutscher Großstädte. Indische, japanische und chinesische Gastronomiebetriebe runden das Bild ab.

Gerade für Einwanderer ist die Eröffnung eines eigenen Speiselokals eine gute Chance, im fremden Umfeld Fuß zu fassen. Dabei sind verschiedene Aspekte zu betrachten!

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Vom Migranten zum Gastronomen

Die deutsche Gastronomiekultur lebt von der Vielfältigkeit des Angebots. Gastronomen aus aller Herren Länder bereichern sie mit ihren leckeren traditionellen Gerichten. Dabei ist ein Lokal nicht nur ein Ort, an dem der Hunger gestillt wird. Es dient als Treffpunkt und fördert das soziale Leben einer Gemeinschaft.

Viele besuchen ein ausländisches Restaurant, um dem Alltag zu entfliehen oder sich an den letzten Urlaub zu erinnern. Für den Betreiber dagegen bietet ein eigenes Restaurant immer auch ein kleines Stückchen Heimat in der Fremde.

Voraussetzungen für die Eröffnung eines gastronomischen Betriebes

Der Weg zum eigenen Restaurant beginnt mit der Erfüllung bürokratischer Formalitäten. Diese unterscheiden sich von Region zu Region. Grundsätzlich ist allerdings der Gewerbeschein notwendig, der beim Ordnungsamt oder den Bürgerdiensten der betreffenden Gemeinde zu beantragen ist. Wenn alkoholische Getränke ausgeschenkt werden sollen, bedarf es zusätzlich einer Schanklizenz.

Je nach Ausrichtung des Etablissements müssen Selbstständige eine steuerliche Unbedenklichkeitserklärung vom Finanzamt vorweisen sowie ein polizeiliches Führungszeugnis beantragen. Zudem sind elektronische Kassen beim Finanzamt anzumelden und ein Gesundheitszeugnis vorzulegen. Nach der Eröffnung ist mit regelmäßigen Besuchen der Behörde zu rechnen, da diese Hygienekontrollen gesetzlich vorgeschrieben sind.

Das richtige Konzept

Jetzt ist Kreativität gefragt – Gastronomiebetriebe wie das Schwerelos in Hamburg, das Cannabis Café in München oder die Tafelrunde in Berlin leben von ihrem Alleinstellungsmerkmal.

Dieses muss nicht immer so ausgefallen sein, ausländische Betreiber können hier schon mit ihrer nationalen Küche punkten. Trotzdem sollten folgende Fragen bedacht werden:

  • Welche ist die Zielgruppe?
  • Wo ist eine Nische am Markt?
  • Kann ein ungewöhnlicher Ansatz Erfolg bringen?
  • Einzigartige Atmosphäre oder Franchise?
  • Ist ein Mittagstisch für Beschäftigte der umliegenden Betriebe lohnend?
  • Sind Außenplätze sinnvoll?
  • Passt die Einrichtung zum Stil des Restaurants?

Der richtige Standort

Die Standortanalyse ist ein wichtiger Faktor, um eine große Anzahl an Gästen anzusprechen. Eine ausreichende Ausstattung mit Parkplätzen und eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist immer von Vorteil. Es muss die jeweilige Konkurrenzsituation mit in die Erwägung einbezogen werden und die Größe zu den eigenen Vorstellungen passen.

Es empfiehlt sich, die Historie einer Location zu untersuchen. Wenn an einem Ort Restaurantbetriebe in hoher Frequenz öffnen und wieder schließen, spricht das nicht unbedingt für den betreffenden Standort.

Finanzierung

Die Anfangskosten für einen gastronomischen Betrieb können sehr hoch sein. Banken sind bei Krediten zur Eröffnung eines Restaurants eher zurückhaltend und verlangen einen ausgefeilten Businessplan sowie einen ausführlichen Finanzplan. Hierbei gilt es, mit spitzem Bleistift zu rechnen, besonders, wenn der Wunsch nach einem eigenen Gastrobetrieb mit einer dünnen Kapitaldecke einhergeht.

Personal finden

Die Suche nach erfahrenem und engagiertem Personal kann sich aufwendig gestalten, sofern ein Familienbetrieb nicht infrage kommt. Dabei ist es wichtig, auf eine professionelle Besetzung der Küche und im Service zu setzen, damit die Gäste auch in Stoßzeiten schnell und freundlich bedient werden. Am besten schafft man das mit einer entsprechenden Motivation und einer guten Bezahlung.

Die Speisekarte als Visitenkarte des Restaurants

Viele Anfänger machen den Fehler, zu viele Gerichte anzubieten. Dies erhöht die notwendigen Lagerbestände und es besteht die Gefahr, dass Lebensmittel ablaufen und verderben, weil manche Gerichte von den Gästen nicht angenommen werden.

Eine zu große Auswahl irritiert eher, als dass sie dem Umsatz förderlich ist. Es empfiehlt sich, mit einer bestimmten Anzahl von Stammessen zu arbeiten und die Speisekarte mit saisonalen Angeboten aufzulockern.

Das richtige Marketing

Beim Marketing sollte besonders in der Eröffnungsphase kein Werbemittel ausgeschlossen werden. Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • eine eigene Webseite ist Pflicht
  • Google My Business
  • Google AdWords
  • Social Media
  • Flyer
  • themenbezogene Events
  • bei Lieferservice ist eine Listung auf Bestellplattformen wie Lieferando dienlich (dd)

Wirtschaft
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