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Migranten beleben Gründungsgeschehen in Deutschland © Dave Dugdale @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Selbständigkeit

Immer mehr Migranten gründen Unternehmen

Migranten machen sich vergleichsweise häufiger selbstständig als die Bevölkerung ohne ausländische Wurzeln. Viele gründen Unternehmen aus eigenem Antrieb, viele aber auch, weil sie auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt werden.

Mittwoch, 04.05.2022, 0:03 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 04.05.2022, 8:11 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Gründer und Gründerinnen mit Migrationshintergrund leisten in Deutschland einen wertvollen Anteil daran, die Dynamik des Arbeitsmarktes zu fördern. Laut einer Studie der KfW entscheiden sich Menschen mit Migrationshintergrund mit deutscher oder ausländischer Staatsangehörigkeit häufiger für die Selbstständigkeit als der deutsche Durchschnitt.

Doch aus welchen Gründen machen sich so viele Menschen mit Migrationshintergrund – vergleichsweise in jüngeren Jahren – selbstständig? Und welchen Herausforderungen stehen sie aufgrund ihres Hintergrunds gegenüber?

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Migranten sind gern ihr eigener Chef

Menschen mit Migrationshintergrund gehen überdurchschnittlich oft den Weg in die Selbstständigkeit. Und das, obwohl dieser Weg Risiken birgt und eine unsichere Zukunft verspricht. Die Studie „Ausländische Staatsangehörige als Gründer in NRW zwischen 2003 und 2018“ der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass im Jahr 2018 39,2 Prozent aller gewerblichen Existenzgründungen in NRW auf Menschen mit Migrationshintergrund zurückgingen.

Die Vermutung liegt nahe, dass eine gezielte Förderung und eine Investition in Bildung hinsichtlich dieser Gruppe zu einem noch größeren Leistungsbetrag für die Wirtschaft durch Selbstständige führen kann.

Gründe, warum sich immer mehr Migranten selbstständig machen

Internationale Unternehmen wie auf www.Igo-werbeartikel.de/ profitieren von innovativen Gründern und Mitarbeitern. Dabei nehmen Gründer mit Migrationshintergrund noch eine weitere wichtige Funktion ein: 2014 ergab eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, dass Unternehmer mit Migrationshintergrund zwei Millionen Arbeitnehmer beschäftigten und den Arbeitsmarkt bereicherten.

Sie treten damit nicht nur in einer Vorbildfunktion auf, sondern verschaffen anderen Menschen mit Migrationshintergrund Anstellungen und Ausbildungsplätze. Doch welche Gründe stecken hinter der großen Zahl an Unternehmensgründungen durch Menschen mit Migrationshintergrund?

Menschen mit Migrationshintergrund leiden in Deutschland unter rassistischen Anfeindungen und Mikro-Rassismus. In einer 2018 von ARD-DeutschlandTREND geführten Umfrage, die auf Statista einzusehen ist, wurden 1008 Menschen gebeten, die Problematik von Rassismus in Deutschland einzuschätzen.

Zur Auswahl standen die Antwortmöglichkeiten, Rassismus sei  „ein sehr großes Problem“, „ein großes Problem“, „ein kleines Problem“ und „gar kein Problem“. 68 Prozent der Befragten mit Migrationshintergrund hielten Rassismus im Alltag für ein sehr großes Problem.

In dem Abschlussbericht des Kabinettsausschusses zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus kommt die Bundesregierung zu dem Schluss, dass Alltagsrassismus ein gesamtgesellschaftliches Problem sei und dass die Chancengleichheit in Deutschland gefördert werden müsse.

Migranten haben es somit schwerer, eine geeignete Anstellung in deutschen Unternehmen zu erhalten als ihre deutschen Mitbürger. Der Weg in die Selbstständigkeit kann so einen Ausweg aus der Arbeitslosigkeit darstellen und dem Wunsch entsprechen, auf eigenen Beinen zu stehen und ein Unternehmen aufzubauen, das die Nationalität nicht in den Vordergrund rückt.

Unterschiede zwischen deutschen Unternehmern und Unternehmern mit Migrationshintergrund?

Unternehmer mit Migrationshintergrund stellen im Vergleich zu alteingesessenen deutschen Unternehmen bevorzugt Menschen mit Migrationshintergrund ein und setzen auf Diversität, denken international und können somit innovativer vorgehen.

Zudem zeigen sie weniger Angst vor dem Scheitern. Viele von ihnen kennen die Arbeitslosigkeit und machen sich aus ihr heraus selbstständig, – oder haben gesellschaftliche Ablehnung erfahren, indem sie in Bewerbungsprozessen nicht berücksichtigt wurden. Daraus kann eine Resilienz entstehen, die eine wichtige Eigenschaft für Unternehmer darstellt.

Herausforderungen bei der Unternehmensgründung durch Migranten

Die größte Herausforderung für Unternehmensgründer mit Migrationshintergrund ist die Sprachhürde. Wer neu in einem Land ist, muss sich zunächst informieren, wie eine Unternehmensgründung vonstattengeht, was zu beachten ist und welche Dokumente auszufüllen sind. Mit geringen Sprachkenntnissen gestaltet sich dies schwierig.

Dabei bringen insbesondere frisch eingewanderte Menschen alles mit, wovon ein international agierendes Unternehmen profitieren möchte: Sie verfügen über Sprachkenntnisse und ein Netzwerk im Ausland, kennen die Gepflogenheiten in diversen Ländern und bringen oft eine solide Ausbildung oder ein abgeschlossenes Studium mit. Viele von ihnen waren sogar lange Jahre selbstständig und verfügen über Erfahrung als Unternehmer.

Fazit

Menschen mit Migrationshintergrund machen sich häufig selbstständig. Dies kann aus den Folgen der gesamtgesellschaftlichen Ablehnung heraus entstehen. Einige machen sich auch aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig. Die Herausforderungen, vor denen diese Gründer stehen, sind zum einen die Sprachhürde und zum anderen die bürokratischen Hürden. (dd)

Wirtschaft
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