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500 Euro Banknoten © Peter Linke @ flickr.com (CC 1.0), bearb. MiG

Ratgeber

Kredite für Einwanderer – Das sollte man beachten

Eingewanderte Personen, die in Deutschland investieren möchten, müssen den gleichen Beantragungsprozess durchlaufen wie deutsche Staatsbürger - das sind die Voraussetzungen.

Donnerstag, 21.04.2022, 0:37 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 22.04.2022, 10:47 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |  

Viele Menschen träumen davon, endlich in Deutschland Wurzeln schlagen zu dürfen. Dabei scheint die Einwanderung selbst der größte Stolperstein zu sein: Behördengänge, Bürokratie, Wartezeiten und die Erlösung, wenn der Antrag auf Aufenthalt endlich durchgeht. Dann kann das echte Leben in Deutschland beginnen.

Teil dieses „echten Lebens“ ist es aber oft auch, größere Anschaffungen tätigen zu müssen. Nicht immer hat man den notwendigen Betrag auf der hohen Kante. Für viele Bürgerinnen und Bürger ist das kein Problem. Sie nehmen einen Kredit bei der Bank auf. Doch wer bereits Schulden hat, einen negativen Eintrag bei der Schufa verzeichnet oder noch nicht lange in Deutschland lebt, bekommt diesen Kredit häufig leider nicht so einfach. Was sollten Einwanderer beachten, um dennoch an ein Darlehen zu gelangen?

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Als Ausländer einen Kredit erhalten

Banken dürfen keinen Unterschied zwischen gebürtigen Deutschen und Zugewanderten machen. Das Problem bei der Kreditbeantragung liegt also nicht daran, dass jemand eingewandert ist, sondern meist an anderen Faktoren – beispielsweise an Erwerbslosigkeit oder auch daran, dass kein Bonitätsnachweis vorliegt oder kein gesicherter Aufenthaltsstatus vorhanden ist.

Wie auch für gebürtige Deutsche steigen die Chancen auf einen Bankkredit mit einem regelmäßigen soliden Einkommen und einer lupenreinen Schufa-Auskunft. Was aber, wenn man beides nicht bieten kann? Online Anbieter wie Kredit24 können in solch einem Fall oft weiterhelfen – dazu gibt es hier mehr Informationen.

Diese Unterlagen muss man der Bank vorlegen

Für eine Bank sind vor der Kreditvergabe zwei Faktoren entscheidend: Geht die beantragende Person einer Arbeit nach, für die sie ein monatliches Einkommen erhält? Und ist die beantragende Person in der Vergangenheit bereits durch eine schlechte Zahlungsfähigkeit aufgefallen?

Damit die Bank das prüfen kann, müssen Antragsteller – unabhängig davon, ob gebürtige Deutsche oder nicht – einige Formulare ausfüllen und Informationen offenlegen. Dazu zählen meistens die folgenden Dinge:

  • Eine Selbstauskunft, in der man alle regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt
  • Eine Selbstauskunft über vorhandenes Vermögen auf dem Bankkonto, auf Sparbüchern, in Aktienportfolios oder auch in Form von Immobilien.
  • Eine Selbstauskunft über vorhandene Schulden, also auch laufende Kredite
  • Belege, also zum Beispiel Kontoauszüge oder Kreditverträge, welche die Selbstauskunft bestätigen.
  • Einen Arbeitsvertrag

Personen, die aus dem Ausland zugezogen sind, müssen außerdem ihre Aufenthaltsgenehmigung und ihre Arbeitserlaubnis vorlegen – dies trifft wegen der offenen Grenzen nicht auf EU-Bürger:innen zu.

Die zusätzlichen Anforderungen für Einwanderer dienen vor allem dazu, sicherzustellen, dass die beantragende Person nicht des Landes verwiesen wird. Wäre das der Fall, wäre die Tilgung des Kredits gefährdet.

Studentenkredit für Studierende aus dem Ausland

Ausländische Studenten haben die Möglichkeit, einen deutschen Studienkredit zu beantragen. Dieser wird in der Regel auch bewilligt, denn er dient der Gleichstellung ausländischer und deutscher Studenten. Studienkredite zeichnen sich in der Regel durch faire Konditionen aus, sollten dennoch genau geprüft werden.

Investitionskredit für ausländische Unternehmer

Nicht in Deutschland geborene Unternehmer, die ein Business gründen und Investitionen tätigen möchten, können einen Geschäftskredit beantragen. Liegt dem Unternehmen ein solider Businessplan zugrunde, stehen die Chancen auf den notwendigen Kredit meist gut – zumindest sofern alle anderen Anforderungen erfüllt werden.

Was, wenn die Bank keinen Kredit bewilligt?

Auch wenn Banken nicht zwischen deutsch-geborenen Personen und solchen mit Aufenthaltsgenehmigung unterscheiden dürfen, stehen die Chancen für Zugereiste in vielen Fällen schlechter. Fehlen die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung oder die Arbeitserlaubnis, kann das ein echtes Problem werden.

Kleinkredite beantragen

Ein großes Bankdarlehen oder auch eine Autofinanzierung sind bei schlechter Bonität unwahrscheinlich. Doch bei Kleinkrediten drücken Banken oft ein Auge zu und verlangen im Vorlauf deutlich weniger Nachweise. Mit ein wenig Glück können also zumindest kleine Anschaffungen wie Möbel oder Reparaturen fremdfinanziert werden. Wird der Kleinkredit in der Schufa vermerkt und fristgerecht getilgt, kann sich das vorteilhaft auf zukünftige Kreditanfragen auswirken.

Privatkredite

Wer dringend Geld benötigt, bei der Bank aber keinen Erfolg hat, kann sich auch um einen sogenannten Privatkredit bemühen. Dabei gibt nicht eine Bank, sondern eine Privatperson den Kredit. Der Vorteil? Die Anforderungen für den Privatkredit sind nicht so streng. Der Nachteil? Die Konditionen sind meist deutlich schlechter als bei einem Bankkredit. Teilweise ist dabei mit zweistelligen Zinssätzen zu rechnen. Dies treibt natürlich die Rückzahlungssumme in die Höhe, weshalb Privatkredite der letzte Ausweg sein sollten. (dd)

Wirtschaft
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