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Flugzeug auf der Startbahn © bilaleldaou @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Ratgeber

EuGH bestätigt Entschädigung bei vorverlegtem Flug

Dass Fluggesellschaften bei Verspätungen Entschädigung zahlen müssen, ist bekannt. Jetzt hat der Europäische Gerichtshof die Rechte von Reisenden auch für den Fall gestärkt, dass ein Flug früher als geplant startet.

Mittwoch, 19.01.2022, 0:37 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 19.01.2022, 11:40 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Den meisten Verbrauchern ist bekannt, dass Fluggesellschaften unter bestimmten Voraussetzungen Reisenden Entschädigung zahlen müssen. Der wohl bekannteste und am häufigsten vorkommende Fall ist die Flugverspätung. Das höchste EU-Gericht hat kürzlich aber entschieden, dass eine Entschädigung auch dann fällig wird, wenn ein Flug mehr als eine Stunde früher als ursprünglich gebucht abfliegt. Dies bedeutet, dass Fluggäste nun entschädigt werden müssen, wenn sie innerhalb Europas fliegen und die Fluggesellschaft ihre Flugzeit wesentlich vorverlegt. Grundsätzlich haben Passagiere in Europa Anspruch auf eine Entschädigung bei Ausfällen und Verspätungen. Wer gar seinen Anschlussflug verpasst oder sich zusätzlich um eine Unterkunft bemühen muss, kann neben der pauschalen Entschädigung möglicherweise auch noch höhere Ansprüche haben.

Mehr zur Entscheidung des Gerichts

Mit seinem Urteil hat der Europäischen Gerichtshof (EuGH) den Fluggesellschaften einen Schlag versetzt. Die Fluggesellschaften müssen sich jetzt noch mehr Mühe geben, Pünktlichkeit und Flugpläne einzuhalten. Nach der europäischen Fluggastrechteverordnung dürfen die Fluggesellschaften die Passagiere nicht mehr im Regen stehen lassen, wenn ihre Flüge zu früh abfliegen oder zu spät am Zielort ankommen.

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Was ist die EU-Flugentschädigung?

Die Europäische Union hat bereits 2004 entschieden, dass Fluggäste eine Entschädigung erhalten müssen, wenn ein Flug, der in Europa startet oder landet, aufgrund einer Flugplanänderung verpasst wird. Die genaue Ausgestaltung der EU-Verordnung ist jedoch immer wieder Gegenstand von Gerichtsverfahren in den höchsten Instanzen.

Wenn ein Flug sich um mehr als drei Stunden verspätet oder der Flug ganz entfällt, gibt es je nach Reisedistanz bis zu 600 Euro Entschädigung. Die Fluggesellschaften sollten zudem Informationen darüber bereitstellen, wie Fluggäste unter diesen Umständen Ansprüche geltend machen können, entweder am Check-in-Schalter am Abflughafen oder über ihre Website vor dem Abflug.

Entschädigung für verpasste Anschlüsse

Gibt es auch eine Entschädigung für verpasste Anschlussflüge? Normalerweise, ja. Gemäß Artikel 7 Absatz 4 der EU-Verordnung 261/2004 müssen Fluggesellschaften eine Entschädigung zahlen, wenn sie aufgrund einer Flugverspätung oder -annullierung einen Anschlussflug verpasst haben und die Verspätung mehr als drei Stunden beträgt. Es gibt jedoch zwei Klauseln, die sich auf Ihren Anspruch auswirken können:

Erstens: Wenn der ursprüngliche Flug weniger als zwei Stunden (bei Flügen, die von einem Flughafen innerhalb Europas starten) oder vier Stunden (bei Flügen, die außerhalb Europas starten) verspätet war, ist es unwahrscheinlich, dass der Anschlussflug aufgrund einer schlechten Planung seitens der Fluggesellschaft verpasst wurde.

Zweitens: Wenn ein außergewöhnlicher Umstand für die Verspätung oder Annullierung beider Flüge verantwortlich war – z. B. extreme Wetterbedingungen -, besteht kein Anspruch auf Entschädigung. Die Fluggesellschaften sind unter diesen Umständen nicht verpflichtet, Bargeld auszuzahlen; stattdessen können sie eine alternative Beförderung durch andere Fluggesellschaften oder durch Bodentransport anbieten. Sie sind nicht verpflichtet, diese Formen der alternativen Beförderung zu akzeptieren, aber wenn sie dies tun und der Reisende sie unter Protest akzeptieren, weil eine alternative Beförderung angeboten wurde, kann ein Teil der finanziellen Entschädigung dennoch geschuldet sein.

Aussichten für geschädigte Kunden

Ein verpasster oder verspäteter Flug ist immer ein großes Ärgernis. Umso erfreulicher ist es daher, wenn verbraucherfreundliche Entscheidungen für solche Fälle getroffen werden. Das höchste EU-Gericht hat nun bestätigt, dass nun eine Entschädigung fällig ist, wenn ein Flug mehr als eine Stunde früher als ursprünglich geplant abfliegt. Zu frühe Flüge werden damit genauso behandelt wie verspätete Flüge. (dd)

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