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Börse © AhmadArdity @ pixabay.com (CC0), bearb. MiG

Vor- und Nachteile

Warum Geflüchtete auf digitales Geld setzen

Der Handel an Börsen ist für Menschen, die auf der Flucht sind und nicht arbeiten können oder dürfen, oft die einzige Möglichkeit, gewinnbringend tätig zu werden. Zu den Chancen gesellen sich aber zahlreiche Risiken.

Dienstag, 18.01.2022, 0:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 01.02.2022, 8:23 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Das Online-Trading mit Kryptowährungen steht nicht nur bei Migranten hoch im Kurs. Die digitale Währung verspricht hohe Kursgewinne und zeichnet sich durch Flexibilität aus. So sind internationale Überweisungen günstig im Vergleich zu Überweisungen mit herkömmlichem Geld. Davon machen insbesondere Menschen Gebrauch, die im Ausland arbeiten und regelmäßig Geld in die Heimat überweisen, um ihre Familien zu ernähren. Doch es lauern Fallstricke, die sich zu den zahlreichen Vorteilen gesellen.

Zunächst einmal steht die Frage im Raum, auf welcher Plattform bzw. App der Handel durchgeführt werden soll. Der Markt ist inzwischen groß und unübersichtlich – und nicht jede App leistet das, was er verspricht. Hier lohnt sich gleich zu Beginn ein genauer Blick und Analyse. Sobald die richtige Handelsplattform ausgewählt ist, geht es an die Frage, welche Risiken bestehen, wenn mit Kryptowährung gehandelt wird und welche man persönlich bereit ist einzugehen.

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Hier ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Gerade Menschen, die neu in ein Land eingewandert sind, kein geregeltes Einkommen haben und auf das Ersparte angewiesen sind, sollten sich genau überlegen, ob sie es wagen wollen, mit Bitcoin Profit zu machen. Denn sie laufen Gefahr, das Geld zu verlieren. Fakt ist: Kryptowährung ist ein sehr risikoreiches Investment, was vor allem an der hohen Volatilität liegt.

Chancen und Risiken

Die Kurse digitaler Währungen unterliegen hohen Schwankungen und können innerhalb von einigen Stunden zu erheblichen Verlusten führen. Auf der Gegenseite handelt es sich jedoch auch um eine große Chance, wenn der Kurs nach oben geht. Es gilt also abzuwägen zwischen Risiko und Chance. Unabhängig davon raten Experten immer dazu, stets nur einen Betrag zu investieren, auf den man verzichten könnte. So sind die Verluste selbst im Falle eines Totalverlustes erträglich bzw. verkraftbar. Hat man hingegen einen Totalverlust der gesamten Ersparnisse zu beklagen, kann die Wirkung schmerzhaft sein.

Allen Risiken zum Trotz bietet die digitale Welt gerade Neueinwanderern nicht selten die einzige Möglichkeit, überhaupt gewinnorientiert tätig werden zu können. In Deutschland etwa sind Geflüchtete zunächst einmal vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Selbst wenn sie Qualifikationen mitbringen, müssen diese erst einmal in einem oft langwierigen Verfahren anerkannt werden. Werden sie nicht anerkannt, müssen Schulungen absolviert oder Qualifikationen erlangt werden, was sich über Jahre hinziehen kann. Der Handel an der Börse oder mit digitalen Währungen erscheint in solchen Situationen oft als die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen.

Niedrigschwellig

Wer Geld hat und es entbehren kann schon mit einem Smartphone und einer kostenlos heruntergeladenen App beginnen mit dem An- und Verkauf. Die Apps sind zudem intuitiv zu bedienen und mehrsprachig, die Hürden entsprechend niedrig, keine Wartezeiten, keine Ausgrenzung aufgrund der Herkunft, Religion, Hautfarbe oder Sprache. Auch wenn der digitale Handelsmarkt noch kein Massenphänomen und im Vergleich zu den klassischen Börsen mit sogenannten „Volksaktien“ noch in den Kinderschuhen steckt, gehen viele Einwanderer das höhere Risiko in Kauf.

Nicht selten steckt dahinter auch eine einfache Börsenweisheit von einem der renommiertesten Börsengurus weltweit, André Bartholomew Kostolany. Er sagte einmal, dass man an der Börse investieren kann, wenn man Geld hat und Investieren muss, wenn man kein Geld hat. Ein Zustand, der auf viele Einwanderer und Flüchtlinge eher zutrifft. (dd)

Wirtschaft
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