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Handy © Sascha Kohlmann @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Risikoreicher Start

Warum Börsen bei Geflüchteten beliebt ist

Der Handel mit Smartphone wird immer beliebter - auch unter Geflüchteten, die das nötige Kleingeld mitbringen. Die Vorteile: freier und ortsungebundener Handel, der nicht einmal anerkannt werden muss. Doch es gibt auch Risiken.

Freitag, 14.01.2022, 0:42 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 01.02.2022, 6:28 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Das Trading per Smartphone entwickelt sich immer mehr zum ernst zu nehmenden Trend. Immer mehr Menschen werden dank Smartphone-Apps zu selbstständigen Tradern. Das gilt insbesondere Menschen, die ihr Land verlassen und fliehen müssen, ihr Vermögen in Wertpapieren oder Waren anlegen und dank der digitalen Möglichkeiten jederzeit darüber verfügen können.

Ein weiterer Vorteil: Wer sich mit Aktien, Waren oder Devisenanlagen auskennt, kann sogar hohe Gewinne erzielen. Für Geflüchtete ist das auch aus einem weiteren Grund verlockend. Für die Teilhabe am Aktienmarkt oder beim Versuch, beispielsweise mit Öl Profit zu machen, benötigen sie keine Anerkennung von Schulabschlüssen oder Berufsqualifikationen. An den internationalen Märkten müssen sie auch nicht mit Benachteiligungen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Aufenthaltsstatus rechnen. Doch Online-Trading birgt auch Fallstricke.

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Erfahrung sammeln muss nichts kosten

Wer neu im Geschäft ist, ist häufig zunächst unsicher. Da sind Vorbilder Gold wert, an deren Trades man sich orientieren und somit den eigenen Profit maximieren kann. Genau das ist das Konzept des Social Trading, das von Apps zahlreichen Apps auf dem Markt angeboten wird. User erhalten nicht nur Einblick in die Portfolios von erfolgreichen Tradern, sie können sich auch untereinander austauschen – wertvoller Input für Laien, die noch eine eigene Strategie entwickeln müssen. In den sozialen Finanznetzwerken kommen Trader aus aller Welt zusammen und können ihre Ratschläge erteilen und von ihren Erfahrungen berichten. Vorsicht ist allerdings immer geboten: Im Internet kursieren mehr Gerüchte als echte Tipps. Ohne die richtigen Informationen kommt es schnell zu einer Fehlinvestition.

Experten raten zu Vorsicht

Social Trading Apps sind auch deshalb beliebt, weil sie den Handel vereinfachen, intuitiv zu bedienen sind und oft mehrsprachig sind. Gute Apps liefern zudem kostenfrei die neuesten Informationen, die Trades beeinflussen könnten. Vor allem für Migranten und Geflüchtete ist diese Art des Handels sehr interessant. Das Geld ist oft frei verfügbar, der Vormarsch und die Anerkennung von digitalen Währungen gewährleisten zudem kostengünstige und unkomplizierte Geldtransfers in die Heimat. Durch den Vormarsch von digitalen Währungen werden traditionelle Transferdienste wie Western Union immer weniger benötigt.

Experten warnen jedoch vor voreiligen Geschäften am internationalen Geldmarkt – gerade bei Menschen, bei denen das Geld nicht so locker sitzt. Geflüchtete haben in der Regel ihr ganzes Hab und Gut mitgenommen – oft digital. Bis sie neuen Fuß gefasst haben in einer für sie fremden Umgebung, sollten sie gut überlegen, ob sie ihr Geld risikoreich anlegen wollen.

Risiko immer im Blick haben

Die Strategie eines erfolgreichen Traders zu kopieren, führt nicht immer zum großen Gewinn. Experten ist das Risiko des Tradings bewusst. Sie halten etwa ihre Nutzer dazu an, ein Verlustrisiko festzulegen, das dann bei den Trades berücksichtigt wird. Oder Hedging-Mechanismen kommen zum Einsatz, falls der Wert eines Index dramatisch fällt. Bevor man eine App zum Traden auswählt, sollte man sich also mit ihren Vorsichtsmaßnahmen vertraut machen – nur eine, die sich angemessen um das Risiko ihrer Kunden kümmert, ist es wert, dass man ihr sein Geld anvertraut.

Ob man nun als Zeitvertreib mit dem Smartphone tradet oder es zur Einkunftsquelle fernab der Heimat gemacht hat, das Feld birgt große Chancen. Aber auch die Risiken sollte man immer vor Augen haben. (dd)

Wirtschaft
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