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Börse © AhmadArdity @ pixabay.com (CC0), bearb. MiG

Pandemie-Effekt

Börsenboom in Deutschland

Der Börsenhandel ist seit Beginn der Corona-Pandemie wieder angesagt. Die Gründe sind vielfältig: Erspartes, niedrige Zinsen und Apps, die den Handel erleichtern. Auch für Neueinwanderer ist die Börse eine Option.

Donnerstag, 23.09.2021, 0:47 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 23.09.2021, 12:54 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |  

Deutsche interessieren sich wieder für Aktien: Im Jahr 2020 gab es so viele Aktionäre wie zuletzt im Jahr 2001 – 12,4 Millionen Menschen, so die Studie des Deutschen Aktieninstituts (kurz: DAI), haben Aktien, Fonds oder auch Anteile von ETFs besessen. Ein Plus von 28 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 – in absoluten Zahlen: ein Anstieg um 2,7 Millionen. Anscheinend sind die Deutschen nun wieder bereit, ihr Geld in den Wertpapiermarkt zu stecken. Auch Neueinwanderern bietet der Handel an Börse Vorteile.

Angst um das Ersparte

Das Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 hat dazu geführt, dass die Zahl der Aktionäre stetig abgenommen hat – bis 2014 konnte hier ein Rückgang beobachtet werden. Der leichte Aufwärtstrend der letzten Jahre wurde dann durch einen sprunghaften Anstieg zwischen 2019 und 2020 beendet. Das erfreut Experten. Ihren Angaben zufolge hat jeder sechste Deutsche Aktien, Fonds oder auch ETFs im Depot. Wieso jetzt wieder vermehrt in Aktien investiert wird? Dass die COVID-19-Pandemie das gewöhnliche Leben im vergangenen Jahr auf den Kopf gestellt hat, ließ viele Menschen über ihre aktuelle Situation und Zukunft nachdenken – und damit hat man sich unweigerlich mit dem Thema Geld und Zukunftsvorsorge befasst.

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Vor allem hat auch die Pandemie dafür gesorgt, dass die Angst um das eigene Ersparte gestiegen ist. Und weil Sparbücher wie Tagesgeldkonten schon lange keine rentablen Optionen mehr sind, mag es auch nachvollziehbar sein, dass auf einmal begonnen wurde, zu investieren. Und der Börsencrash, der zu Beginn der Pandemie eingetreten ist, hat natürlich für niedrige Einstiegskurse gesorgt – und das haben viele Deutsche als Zeichen gesehen, nun endlich aktiv zu werden.

Großer Anstieg bei Jüngeren

Vor allem die jungen Deutschen lassen sich vom Aktienmarkt begeistern. So entschieden im vergangenen Jahr rund 600.000 Deutsche unter 30 Jahren, ihr Geld in Aktien zu investieren. Verglichen mit dem Jahr 2019, ist das eine Steigerung von 67 Prozent.

Ein Grund, wieso sich immer mehr junge Erwachsene mit Aktien befassen bzw. in Aktien investieren, sind auch die Angebote, die Geldgeschäfte nun auch via App erledigen zu können. Anfängern wie Neueinsteigern wird mit den Apps der Einstieg erleichtert – und wer stets mit der App einen Zugriff auf sein Depot hat, die Wertentwicklung beobachten und gegebenenfalls sofort reagieren kann, hat zudem weniger Sorgen darüber, dass er die Kontrolle über die Entwicklung der Veranlagung verliert.

Wichtig ist, sich im Vorfeld mit der Frage zu befassen, welche die besten Aktien Apps sind, um a) auf sein Depot zugreifen zu können und b) auch entsprechende Informationen aus der Finanzwelt zu bekommen. Man sollte also die Aktien Apps miteinander vergleichen und auch Test- wie Erfahrungsberichte berücksichtigen, um so die beste Anwendung für sich zu finden.

Neu eingewanderten Menschen ist der Handel an der Börse ebenfalls verlockend. Zum einen ist der Handel international. Daher spielt es keine Rolle, ob man in ein deutsches Unternehmen investiert ober man ausländische Wertpapiere kauft. So muss der Anleger sich auf dem deutschen Markt nicht erst einmal orientieren, sondern kann seine Erfahrungen aus der Heimat unmittelbar einsetzen. Zudem können sie dank Apps rund um den Globus handeln, örtlich unabhängig Käufe und Verkäufe tätigen.

Wer langfristig investiert, gewinnt

Dass die Zahlen steigen, sieht das DAI als gutes Zeichen für die Aktienkultur im Land. Viele, die im Jahr 2020 in Aktien investierten, hätten sich für das Sparen in Fonds und ETFs entschieden. Das heißt, man wolle langfristig dabeibleiben, erklären die Experten.

Wer in Aktien investiert, der wird wissen, dass das Thema Langfristigkeit eine besonders große Bedeutung hat. Denn kurzfristig mag es immer wieder zu starken Kursschwankungen kommen, aber auf lange Sicht kann man mit einer breitgestreuten Aktienanlage zwischen 5 Prozent und 7 Prozent Rendite im Jahr erzielen.

Des Weiteren hat auch eine Studie des DAI belegt, dass man, wenn man in den letzten 50 Jahren in den DAX investiert hätte, spätestens nach 13 Jahren auf der Gewinnseite gestanden wäre – ganz egal, zu welchem Zeitpunkt man eingestiegen ist.

Wer sich etwa für einen Fonds- oder auch ETF-Sparplan entscheidet, der kann mit niedrigen monatlichen Beiträgen einen Grundstein für das spätere Vermögen legen – das ist auch der Grund, wieso derartige Veranlagungen schon in jungen Jahren empfohlen werden. Das deshalb, weil derartige Sparpläne auch mit niedrigen Beträgen bespart werden können – also auch dann möglich sind, wenn man zu Beginn seines Arbeitslebens noch ein geringes Einkommen hat. (dd)

Wirtschaft
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