Agentur für Arbeit, Arbeitsamt, Gebäude, Arbeitslosigkeit
Bundesagentur für Arbeit (Archiv) © Tim Reckmann @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Fachkräftemangel

Was Unternehmen tun können

Der Fachkräftemangel hat sich in bestimmten Branchen und Bereichen während der Corona-Pandemie verschärft. Insbesondere die Digitalisierung hat Lücken offenbart, die vorher so nicht sichtbar waren. Die Anwerbung ausländischer Fachkräfte fällt vielen Unternehmen aber weiter schwer.

Dienstag, 14.09.2021, 0:40 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 16.09.2021, 10:46 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Der digitale Wandel infolge der Corona-Pandemie hat vielen Firmen aufgezeigt, dass fachkundiges Personal in einzelnen Firmenbereichen fehlt. Von allen Facetten der IT bis zum kompetenten Management sind es gerade kleine und mittelständische Unternehmen, die händeringend nach qualifiziertem Personal suchen. Dies gilt hinunter bis zur Vergabe von Ausbildungsplätzen.

Da rückt zunächst einmal das Thema Migration in den Fokus – inzwischen ein nicht mehr wegzudenkendes Instrument beim Kampf gegen den Fachkräftemangel. Dennoch wird das Thema von vielen Unternehmen stiefmütterlich behandelt, die Chancen zur Gewinnung neuer Arbeitskräfte werden oft verkannt. Einwanderung ist in vielen Köpfen immer noch ein gesellschaftliches Thema. Im Kontext des Arbeitsmarktes wiederum denken viele Arbeitgeber immer noch an Herausforderungen wie Bürokratie oder Spracherwerb.

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Dabei kommen dank Migration viele qualifizierte Bewerber ins Land, die hervorragend ausgebildet sind und mit ihrem Know-how jeden Betrieb bereichern können. Die anfängliche Sprachhürde ist oft schnell überwunden – insbesondere bei ohnehin lernaffinen Arbeitnehmern. Diese sprechen zudem ohnehin Englisch, das inzwischen rund um den Globus zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Firmen, die unter Fachkräftemangel leiden, sind daher gut beraten, Personalgewinnung ernsthaft in den Blick zu nehmen. Wer keine Erfahrung hat, kann sich an offiziellen Stellen verlässlichen Informationen holen.

Fortbildung des Personals fördern

Alternativ zur Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland kann sich natürlich auch ein Blick auf das bereits vorhandene Personal lohnen. Wer kommt eventuell für eine Weiterbildung infrage, wer hätte Lust und die Motivation, sich eventuell in einer Schulung oder Fortbildung das nötige Wissen und Können anzueignen?

Auch wenn die Fort- und Weiterbildung hauseigener Mitarbeiter Zeit in Anspruch nimmt, kann sich ein Investment lohnen. Werden die Fortbildungskosten vom Arbeitgeber getragen, motiviert das den Mitarbeiter sehr und steigert auch noch seine die Bindung zum Arbeitgeber erheblich. Und schließlich hat man von der Fortbildung direkten Input: Mitarbeiter können noch während der Weiterbildung neu erworbenes Wissen in den Arbeitsalltag integrieren.

Auf externe Unterstützung zurückgreifen

Fällt auch diese Option weg, lohnt sich ein Blick auf den freien Markt – nicht auf den klassischen Arbeitsmarkt, sondern auf den „freien“ Markt im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Suche nach angestellten Mitarbeitern läuft oft nach einem bestimmten Muster. Man schaltet eine Stellenanzeige, Interessierte bewerben sich.

Diese Stellenanzeigen sind aber für Fachkräfte, die gar kein Interesse an einem festen Job haben, gar nicht interessant. Sie wollen auf Projektbasis und auf Rechnung arbeiten. Dieses Potenzial des Marktes wird mit der klassischen Suche komplett außen vor gelassen. Gerade in Bereichen wie Programmierung oder Design lohnt es, über die projektbezogene Zusammenarbeit mit einem Freiberufler nachzudenken.

Die Suche nach freien Mitarbeitern mit einer entsprechenden Qualität lässt sich online über einen seriösen Freelancer Portal durchführen. Hier sind Freelancer mit ihren jeweiligen Qualifikationen und Referenzen zu finden, ergänzt um konkrete Rahmenbedingungen für eine eventuelle Zusammenarbeit.

Die Suche über ein Portal für Freelancer macht sich auch jenseits eines akuten Fachkräftemangels bezahlt. So lässt sich mit einem Freiberufler flexibel auf temporär steigende Kapazitäten eingehen, die sich mit hausinternen Lösungen nicht ohne Weiteres decken lassen.

Aktiveres Recruiting online durchführen

Ist die dauerhafte Beschäftigung einer Fachkraft unabdingbar, sollte bei einer längeren erfolglosen Suche über neue Strategien im Recruiting nachgedacht werden. Eventuell funktionieren erprobte Methoden und Verfahren nicht mehr, die Unternehmen traditionell für die Suche neuer Mitarbeiter anwenden. Dies gilt speziell in der digitalen Arbeitsumgebung, in der sich auch Bewerber vermehrt digital präsentieren.

Was für die Suche auf einem Freelancer Portal gilt, sollte als Maßstab auch für die klassische Mitarbeitersuche gelten. Ein modernes Recruiting im Internet umfasst beispielsweise das Engagement auf sozialen Plattformen wie Xing oder LinkedIn. Hier lässt sich das eigene Unternehmen attraktiv und anschaulich präsentieren, um von alleine das Interesse bei potenziellen Bewerbern als Fachkräfte anzuregen. (dd)

Wirtschaft
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