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Ein Müllcontainer in Belgrad © Belit Onay

Umwelt

Wohin mit dem Plastikmüll?

Jedes Jahr werden über Unmengen an Kunststoffen produziert. Die Hälfte davon wird für Verpackungen und Verbrauchsmaterialien verwendet, deren Lebenszeit extrem begrenzt ist. Am Ende landen sie im Müll – oft nicht im heimischen.

Von Naim Bakar Montag, 16.08.2021, 0:11 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2021, 22:02 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Seit 1991 landet wiederverwertbarer Verpackungsmüll in Deutschland in den Tonnen des „Grüner Punkt“ – Systems. Doch das Zeichen garantiert längst nicht die Wiederverwertbarkeit des Kunststoffs, sondern steht nur dafür, dass der Hersteller Lizenzgebühren entrichtet, die für die Sammlung, Entsorgung und Verwertung der Abfälle verwendet werden.

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Während Recycling von Blechen mit 92 % und Aluminium mit 60 % gut funktioniert, können von den Kunststoffen nur 43 % erneut verwendet werden. Mit niedrigem Ölpreis ist auch der Anreiz gering, Recyclingmaterial zu verwenden: Im Moment ist die Neusynthese von Plastik aus Öl immer noch preisgünstiger als die Verwendung wiederaufbereiteten Materials. Darüber hinaus ist auch das Recycling energieaufwändig und produziert CO2 für Transport und Verarbeitung.

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Schlüsselmethode Müllvermeidung statt Müllaufbereitung

Ein wesentlicher Beitrag zur Rohstoff- und Klimaeffizienz von Verpackungen und Konsumprodukten ist daher, Müll gar nicht erst entstehen zu lassen. Anstatt Endverbrauchern zum Beispiel Wegwerfprodukte wie Kunststoffflaschen anzubieten, kann man durch von mehrfach nutzbaren Behältern wie dem waterdrop-Thermobecher Müll vermeiden. Solche Behälter können für tausende Liter Getränke verwendet werden, ehe sie verschlissen sind und entsorgt werden müssen.

Gegen das Argument, dass man nicht immer Wasser aus der Leitung trinken möchte antwortet das Unternehmen mit kleinen wasserlöslichen Würfeln, die mit Konzentrat natürlicher Extrakte, Aromen und Vitaminen. Das hilft nicht nur dabei, die Umwelt zu schonen und Müll zu vermeiden, sondern unterstützt Menschen dabei, die tägliche Trinkmenge zu erhöhen. Fakt ist: Leitungswasser ist in Deutschland eines der am besten kontrollierten und hochwertigsten Lebensmittel. Durch verantwortungsvollen Umgang mit diesem Rohstoff können viel Energie für Transport oder Entsorgung von Getränkeflaschen vermieden werden.

Wir exportieren das Problem

Bis sich ein grundlegender Sinneswandel vollzieht, exportiert Deutschland einen großen Teil seiner Plastikabfälle ins Ausland. Der Nabu warnt vor den Auswirkungen und den mangelhaften Nachweisen für fachgerechte Entsorgung oder Recycling dieses Materials. Stattdessen wird gerade in Südostasien ein großer Teil dieser Exporte, die sich v. a. aus Verpackungsmüll rekrutieren, auf illegalen Deponien entsorgt, verbrannt oder einfach containerweise ins Meer geworfen. Deutschland ist EU-weit auch in Sachen Müll Exportmeister.

Das zieht weitreichende Folgen nach sich. Die Umweltzerstörungen in Entwicklungsländern geht rasant voran, während wir unsere Bilanzen schönrechnen, anstatt Müll effektiv zu vermeiden. Dabei kann jeder dazu beitragen, nicht nur Geschäfte, die auf Plastiktüten verzichten, sondern auch sich bewusst dafür entscheiden, wiederverwendbare Transportbeutel zu verwenden, sogenannte „Unverpacktläden“ zu nutzen und Produkte auszuwählen, die auf unnötige Einzelverpackungen verzichten.

Fazit

Die Anstrengungen zur nachhaltigen Ressourcennutzung kann man als gescheitert ansehen: Mit dem Label des Grünen Punktes kauft sich die Industrie frei von der Verantwortung. Stattdessen braucht es moderne Konzepte, die Plastikverpackungen vermeiden oder z. B. durch kompostierbare Materialien ersetzen. Die Verbraucher können dabei den Ton angeben und diesen Wandlungsprozess beschleunigen – mit dem richtigen und verantwortungsbewussten Konsumverhalten. (dd)

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