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Fachkräfte in Deutschland © kris krüg @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Fachkräftemangel

Migranten für die IT-Branche – Viele Chancen aber auch Probleme

Der Bedarf an Fachkräften ist groß. Die IT-Branche ist vom Mangel besonders betroffen. Das eröffnet Menschen mit Einwanderungsgeschichte Chancen in der IT-Branche.

Freitag, 26.02.2021, 0:40 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 01.03.2021, 10:44 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

In Deutschland fehlen Fachkräfte. Vor allem in der IT-Branche ist der Mangel an Fachkräften jetzt schon zu einem massiven Problem geworden. Die anlaufende Digitalisierungswelle wird den Mangel noch einmal deutlich verschärfen. Jedoch ist es nicht gerade so, dass ausgewiesene IT-Fachkräfte Schlange stehen, um in Deutschland arbeiten zu können. Die meisten zieht es wie eh und je nach Silicon Valley.

Die größten Hemmnisse sind die Sprache und bürokratische Hürden, etwa die Anerkennung von Abschlüssen und Qualifikationen. Deutschland muss diesbezüglich erheblich attraktiver werden. Das Nachsehen haben die Unternehmer. Ein beeindruckendes Beispiel ist die Spielebranche. Hier hängt Deutschland kräftig hinterher. Viele Computerspiele, darunter auch Echtgeldspiele wie in einem Online Casino werden heute in den USA, Polen, Lettland oder Skandinavien produziert. Der Branche wurde in der Vergangenheit viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, sodass man nun umso mehr um Fachkräfte ringen muss, um sich international wieder besser aufzustellen.

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Hier lebende Migranten können den bedarf nur teilweise decken

Nicht wenige sprechen davon, auch bereits hier lebende Migranten einzusetzen. Das wirft jedoch ganz andere Schwierigkeiten auf. Der Gesamtbedarf an Fachkräften in der IT-Branche, das gilt auch für andere Branchen, kann hieraus so schnell nicht gedeckt werden. Manchmal fehlen den Menschen auch Dokumente, die belegen können, dass eine entsprechende Qualifizierung vorhanden ist. Für Personaler ist es daher oft sehr schwierig die Fähigkeiten einzuschätzen.

Hinzu kommt, der vielfach unsichere Aufenthaltsstatus. Ferner fehlt es an Sprach- Weiterbildungs- oder Umschulungskursen. Im Bereich Softwareentwicklung werden dagegen Leute mit Masterabschlüssen und Erfahrung in der Branche benötigt. Kurz: Es besteht eine große Kluft zwischen den Anforderungen in der Branche und der vorhandenen Qualifikation. Dennoch ergeben sich Chancen für Migranten. Der Einstieg in die IT-Branche ist dabei noch einfacher, als in anderen Dienstleistungs- oder Industriezweigen, da die IT-Branche allgemein interkultureller aufgestellt und Englisch de facto die gängige Sprache unter den IT-lern ist.

Junge Leute könnten unterstützt werden, sich für ein IT-Studium zu entscheiden. In den USA hat sich außerdem gezeigt, dass Migranten überdurchschnittlich oft ein Unternehmen gründen, was auch auf die IT-Branche zutrifft. Auch in diesem Bereich kann Deutschland nicht gerade von sich behaupten, die besten Voraussetzungen zu bieten. Zwar gründen Migranten auch hier Unternehmen und zahlen Steuern, aber nicht unbedingt in der IT-Branche, sondern überwiegend in anderen Dienstleistungsbereichen, im Gastronomiegewerbe oder auch in der Baubranche, was ebenfalls mit den vorhandenen Qualifikationen zusammenhängt.

Eckpunkte der Bundesregierung zur Fachkräfteeinwanderung

Die Fachkräfteeinwanderung soll zukünftig auf drei Säulen basieren. Neben der Anhebung inländischen und europäischen Fachkräftepotenzialen regelt ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz die Zuwanderung aus Drittstaaten. Im Inland sollen mehr Menschen qualifiziert und Arbeit besser organisiert werden, etwa durch Verbesserung der Kinderbetreuungsmöglichkeiten.

Um für Fachkräfte aus der Europäischen Union attraktiv zu bleiben, soll der Spracherwerb und die Anerkennung von Abschlüssen aus anderen EU-Mitgliedstaaten weiter erleichtert und die Ausbildungsförderung für diesen Personenkreis ermöglicht werden. Der Zuzug von qualifizierten Fachkräften aus Drittstaaten sollte durch entsprechende Regularien und eine effizientere Bürokratie erleichtert werden. (dd)

Wirtschaft
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