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Lohn- und Gehaltsabrechnung richtig lesen und verstehen

Wer seine Lohn- oder Gehaltsabrechnung verstehen will, sollte die folgenden Unterschiede, Begriffe und Regelungen kennen - dann kann man seine monatliche Abrechnung überprüfen.

Samstag, 20.02.2021, 0:39 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 22.02.2021, 16:43 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Es dürfte niemandem unbekannt sein, dass Deutschland ein Land der Bürokratie ist. Anträge, Formulare, Nachweise… All das ist hierzulande Alltag. Auch im Berufsleben bleibt man davor nicht verschont. Vor allem das deutsche System der Gehaltsabrechnung oder auch Lohnabrechnung bereitet vielen Neueinwanderern, aber auch hier Geborenen, Kopfzerbrechen. Worauf muss man achten? Und warum gibt es scheinbar zwei Bezeichnungen dafür? Die wichtigsten Informationen zur monatlichen Zahlung:

Der Unterschied zwischen Lohn- und Gehaltsabrechnung

Auch wenn viele Menschen diese beiden Begriffe für austauschbar halten, ist das nicht so. Denn es hängt von der Art der Anstellung ab, ob man Lohnempfänger oder Gehaltsempfänger ist. Gewerbliche Angestellte, die beispielsweise in der Produktion, im Lager oder auch in der Gastronomie arbeiten, erhalten monatlich einen Lohn. Dabei rechnet der Arbeitgeber die geleisteten Arbeitsstunden multipliziert mit dem Stundenlohn des Angestellten. Dieser Lohn kann monatlich variieren, wenn zum Beispiel Überstunden ausbezahlt werden, Nacht- oder Sonntagszuschläge sowie Gefahrenzulagen bezahlt werden. Hat ein Monat weniger Arbeitstage, kann der Lohn geringer ausfallen.

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Angestellte in kaufmännischen Tätigkeiten, die hauptsächlich im Büro arbeiten, erhalten ein Gehalt. Dabei legt der Arbeitsvertrag ein fixes Monatsgehalt fest. Dieses kann durch Überstunden monatlich ein wenig variieren, Ausgangsbasis ist dabei aber immer das feste monatliche Bruttogehalt.

Beide Arten der monatlichen Zahlung an Arbeitgeber kann man als Arbeitsentgelt bezeichnen, weil der Arbeitgeber in beiden Fällen die Arbeitskraft des Personals mit Geld belohnt. Was sich am besten eignet, prüft der Arbeitgeber anhand der Berufsqualifikation.

Müssen Arbeitgeber jedem Mitarbeiter eine Entgeltabrechnung ausstellen?

Eine Erklärung zu Lohn- und Gehaltsabrechnung findet man unter anderem bei Papershift Lohnabrechnung. Tatsächlich ist es nicht immer leicht, die Gehaltsabrechnung zu verstehen. Doch manche Angestellte erhalten nicht einmal eine monatliche Abrechnung. Ist das überhaupt rechtens?

Tatsächlich muss der Arbeitgeber nur eine Abrechnung für Mitarbeiter ausstellen, deren Einkommen sich ändert. Bleibt das Einkommen eine Zeit lang konstant und ergeben sich keine Änderungen in der Lohnsteuerklasse oder bei Freibeträgen, reicht eine zusammenfassende Verdienstbescheinigung jährlich. Dies ist oft bei Beamten der Fall. Doch wer eine Lohnabrechnung verstehen will, hat auch mit einer jährlichen Abrechnung zu kämpfen. Informieren sollte man sich also auf jeden Fall. Einfordern kann der Arbeitnehmer einen Blick in die aktuelle Abrechnung jederzeit. Auch den Geldeingang sollte man überprüfen.

Prüfen lohnt sich

Wer Probleme damit hat, das deutsche System um das Arbeitsentgelt zu verstehen, sollte sich nicht davor scheuen, nachzufragen. Man kann auf jeden Fall darauf bestehen, dass einem der Chef die Lohnabrechnung erklärt. So lernt man die Lohnabrechnung verstehen und kann diese hinterher selbstständig überprüfen. Das ist wichtig, denn auch in der besten Personalabteilung können sich Eingabefehler einschleichen. Ebenso kann das Finanzamt Fehler machen. So könnte monatlich weniger Geld auf dem Konto landen als man eigentlich verdient hat. Es könnten zudem zu viele Steuern und Abgaben abgezogen werden. Grundkenntnisse zu den folgenden Schlagworten sollte deshalb jeder Arbeitnehmer haben.

Brutto, Netto und die verschiedenen Lohnsteuerklassen

In Deutschland zahlt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Bruttolohn oder ein Bruttogehalt. Auf dem Konto landet dann aber das sogenannte Nettoarbeitsentgelt. Brutto bezeichnet die Summe, die der Arbeitgeber im Monat für einen Arbeitnehmer bezahlen muss. Ein Teil dieser Summe geht aber in Form von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen weg. Nach Abzug aller Steuern bleibt der Nettolohn oder das Nettogehalt übrig, welches der Chef dann auf das Konto des Angestellten überweist. Der Nettobetrag ist immer niedriger als der Bruttobetrag – wie groß der Unterschied zwischen Brutto und Netto ist, hängt von der Höhe des Monatseinkommens und von der Lohnsteuerklasse ab. Je mehr man brutto verdient, desto höher der Prozentsatz, der an Finanzamt, Rentenkasse und Krankenversicherung geht. Das nennt man progressiven Steuersatz.

In Deutschland unterscheidet man zwischen sechs Steuerklassen. Grob eingeteilt ergibt sich folgendes Bild: Steuerklasse I (1) gilt für ledige Personen. Lohnsteuerklasse II (2) für Alleinerziehende. Ehepaare können folgende Kombinationen haben: III (3) und V (5) oder jeweils IV (4). Arbeitnehmer mit zwei oder mehr Jobs, werden nach Steuerklasse VI (6) veranlagt. Je nach Steuerklasse muss man mehr oder weniger Steuern an das Finanzamt abführen. Die Steuerklasse wird beim Arbeitgeber hinterlegt.

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