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Sprache, Wörter, Wortwolke, Deutsch
Die Sprache © Wordle, MiG

Sprachen lernen

Tipps für mehr Erfolg

Wer Sprachen lernen will, wird mit Angeboten überhäuft: Sprachlern-Apps, klassische Sprachkurse mit Präsenzunterricht, online Kurse. Viele Anbieter buhlen um die Gunst der Schüler. Ein Überblick.

Sonntag, 10.01.2021, 0:29 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 11.01.2021, 10:07 Uhr Lesedauer: 6 Minuten  |  

Wie lernt sich eine Sprache am besten? Auf dem Markt sind Sprachlern-Apps, mit denen Nutzer in kleinen Units lernen. Das Kursangebot erstreckt sich auf Online- und Präsenzkurse in Gruppen und auch Unterricht von Privatlehrern im 1:1-Teaching ist eine Möglichkeit, eine Sprache zu erlernen.

Das Sprachgefühl aufbauen

Vokabeln und Grammatik sind das eine, Sprachgefühl und kulturelle Eigenheiten sind das andere. Es gehört viel dazu, sich in einer Sprache gewandt ausdrücken zu können, Theorie alleine reicht nicht aus. Ohne praktische Übung funktioniert es nicht. Fehlen die Kontakte zu deutschen Mitbürgern, wird die praktische Anwendung schwer. Was können Einwanderer tun, um gerade am Anfang die sprachliche Einstiegshürde zu überwinden, die im Zuge der Migration häufig Probleme bereitet?

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  • Fernsehsendungen oder Videos in Originalsprache schauen
    Filme mit Untertiteln sind hilfreich, um das Sprachverständnis erheblich zu verbessern. Das Sprachverstehen wird geschult, von Muttersprachlern lernt es sich bekanntlich am besten. In Filmen variieren unterschiedliche Sprachstile. Es gibt Dialoge, Monologe oder Erzählungen, die in unterschiedlichen Sprechgeschwindigkeiten zu hören sind, das hilft enorm.
  • Podcasts, Radio und Musik in Deutsch
    Herausfordernder als Fernsehsendungen sind Audiostücke, die in Form von Podcasts, Radiosendungen oder Musik verfügbar sind. Sie eignen sich eher für Fortgeschrittene, die bereits einen gewissen Grundwortschatz gebildet haben und außerdem für auditive Lerntypen. Allerdings gibt es einen Trick für alle anderen: Wer mit kindgerecht aufbereiteten Hörstücken anfängt, profitiert von Audiostücken.
  • Tandempartner finden
    Ein Sprachtandem ist eine Sprachpartnerschaft mit einer Muttersprachlerin oder einem Muttersprachler. Im Tandem lernen beide Partner die Sprache wechselseitig voneinander und tauschen sich regelmäßig aus.
  • Möglichst viel Deutsch im Alltag sprechen und schreiben
    Die Einkaufsliste in Deutsch schreiben, in Deutsch nach dem Weg fragen, sich auf Deutsch bedanken oder grüßen – all das hilft dabei, sprachliche Erfahrungen zu sammeln. Sprachneulinge sollten so früh wie möglich mit dieser Praxis anfangen, um die typische Scheu vor dem ersten gesprochenen Wort gar nicht erst aufkeimen zu lassen.

Um eine Fremdsprache gut und zügig zu lernen ist es am besten, möglichst viel zu sprechen und zu hören. So lässt sich das Sprachgefühl entwickeln, was für das gesprochene Wort von unschätzbarem Wert ist. Bei der Wahl des Sprachkurses ist es deshalb ratsam ein Angebot zu wählen, bei dem viel gesprochen wird. Auch unterschiedliche Lernformen und die Möglichkeit individueller Sprachkurse zu besuchen, deren Inhalte auf die persönlichen Voraussetzungen und Ziele abgestimmt werden, vereinfachen das Lernen.

Sprachen lernen ohne Lehrer

Das Wichtigste sei an dieser Stelle vorweggenommen: Es ist keine empfehlenswerte Option vollständig im Selbststudium eine Sprache zu lernen, ohne einen Lehrer oder einen Muttersprachler zurate zu ziehen. Es schleichen sich Fehler in der Aussprache und Grammatik ein, die ohne Korrektur immer ausgeprägter werden. Kennt der Sprachschüler beispielsweise nur arabische Schriftzeichen, wird das Selbststudium zu einer sehr hohen Hürde, die alleine schwer zu überwinden ist.

Außerdem ist es eine große Herausforderung, sich regelmäßig selbst zu motivieren und am Ball zu bleiben. Ein Selbststudium ohne Lehrer setzt voraus, dass Lernende sich ihre Fehler selbst erklären können, um sich nachhaltig zu verbessern. Natürlich gibt es viel Hilfe in Selbstlern-Apps und Software-Kursen im Selbststudium, die didaktisch oft gut aufgebaut und mit vielen cleveren Features ausgestattet sind. Für die Einstiegsphase eignen sich Sprachlern-Apps und PC-Software-Programme für viele Einsteiger gut und es zeigen sich schnell Fortschritte, doch die Erfahrung zeigt, dass sie nicht in allen Fällen und für allen Schüler geeignet sind. Ein wesentlicher Aspekt fällt beim Selbststudium komplett unter den Tisch: der Austausch mit anderen. Wer mit anderen Sprachschülern lernt, sich über die Lernmethoden austauscht uns spezifische Hilfestellung und konkretes Feedback erhält, hat mehr Erfolg.

Sprachen lernen mit Lehrern

Die Kurspalette der Sprachschulen ist breit gefächert. Es gibt Einzelstunden, Gruppenunterricht in kleinen oder größeren Gruppen und Onlinekurse. Ein wichtiger Faktor in einer Sprachschule ist die Freude am (gemeinsamen) lernen. Wenn Kurse professionell organisiert und von guten Lehrern durchgeführt werden, entwickelt sich eine positive Lernatmosphäre. Auf dieser Basis lassen sich Lernerfolge zuverlässig realisieren und langfristige Ziele wie das Sprachniveau B2, C1 oder C2 erreichen.

Wichtig ist, einen Kurs an einer Sprachschule zu belegen, die ein vielfältiges Angebot bereithält. Empfehlenswert sind insbesondere bereits erfahrene Anbieter wie EloquaMUC, die am besten Standorte in mehreren Stätten unterhalten, damit Sprachschüler langfristig gut aufgehoben sind. Solche Anbieter bieten in der Regel Privatunterricht im 1:1-Teaching, Gruppenkurse vor Ort und Onlinekursen an. Gerade jetzt in der Pandemie zeigt sich, wie wichtig es ist, einen auf mehreren Plattformen erfahrenen Anbieter zu suchen.

Onlinekurse werden per Live-Video mit zertifizierten Deutschlehrern abgehalten. Schüler erhalten individuelle Hausaufgaben und können außerdem an einer App intuitiv lernen.

Gruppenkurse als Präsenzunterricht werden in Form von Abendkursen angeboten. So lässt sich der Sprachkurs mit dem Beruf gut verbinden.

Einzelunterricht lässt sich sehr individuell gestalten, sei es in Orientierung an klassischen Lehrwerken oder offen nach persönlichen Präferenzen. Wer Deutsch mit einem Privatlehrer gemäß dem Europäischen Referenzrahmen lernen möchte, kann dies ebenfalls tun.

Wie wichtig ist Sprachbegabung?

Es ist oft zu lesen und zu hören, dass die Sprachbegabung ausschlaggebend für den Erfolg ist. Sprachtalent hilft, doch es ist nicht zwingend erforderlich. Jeder von uns kann eine Sprache lernen, das ist bereits dadurch erwiesen, dass wir unsere eigene Muttersprache von Kindesbeinen an sprechen können. Was für Erwachse, die eine neue Fremdsprache lernen, ist Folgendes besonders wichtig: Sie sollten wissen, wie sie am besten lernen. Es gibt verschiedene Lerntypen, bei denen entsprechend unterschiedliche Methoden  am besten funktionieren. Es gibt auditive, visuelle, kommunikativ und motorische Lerntypen und verschiedene Kombinationen daraus.

Auditiver Lerntyp

Der auditive Lerntyp lernt besonders gut durch Zuhören. Er ist in der Lage, Informationen hörend aufzunehmen, zu behalten und wiederzugeben. Zu einem Schaubild ist eigentlich immer eine Erklärung nötig.

Visueller Lerntyp

Der visuelle Lerntyp lernt am besten durch visuelle Aufnahme. Informationen bleiben am besten hängen, wenn sie gelesen oder mittels Bilder aufbereitet werden. Im Gegensatz zum auditiven Lerntyp ist es ein Leichtes für ihn, sich Informationen aus Schaubildern und Grafiken herzuleiten. Dafür verliert er z. B. bei Hörkursen schnell den Faden.

Motorischer Lerntyp

Dieser Lerntyp lernt am besten, wenn er etwas aktiv durchführen kann. „Learning by Doing“ ist seine Maxime. Aktive Erfahrungen und die direkte Beteiligung am Lernprozess sind essenziell für einen nachhaltigen Lernerfolg. Tipp: Vokabeln lernen sich zum Beispiel auch gut mit Scrabble-Steinen.

Kommunikativer Lerntyp

Wer kommunikativ am besten lernt, braucht den Austausch und Dialog mit anderen. So verankern sich Zusammenhänge und Informationen am besten im Gedächtnis. Für sie ist es wichtig, gelieferte Erklärungen selbst zusammenzufassen und in ihren eigenen Worten wiederzugeben. Sie brauchen mehr als andere Sprachschüler Lerngruppen, um sich stets austauschen zu können. (dd)

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