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Kreditwürdigkeit

Einwanderer haben es schwerer bei Bankgeschäften

Einwanderer ohne festen Aufenthaltstitel haben es schwer in Deutschland, ein Bankkredit zu bekommen - etwa für einen Immobilienkauf. Mangels Alternativen bleibt Ihnen oft nur der Weg zu Anlagen mit höherem Risiko.

Sonntag, 15.11.2020, 4:53 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 17.11.2020, 14:59 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Angekommen in Deutschland, aber leider nur selten auch angenommen. Einwanderer haben es schwer, in Deutschland Fuß zu fassen. Insbesondere dann, wenn es ums Geld geht, müssen sie oftmals Hürden überwinden, die für einheimische nicht existieren. Gerade bei der Vergabe von Krediten stehen Banken oft in der Kritik. Einige Stimmen werfen ihnen aktive Diskriminierung vor. Dabei verweisen Banken bei der Kreditabsage in der Regel auf das erhöhte Risiko, dieses steigt beispielsweise, wenn der Kreditnehmer keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung hat.

Banken sind mächtige Wirtschaftsunternehmen auf einem Markt, auf dem tagtäglich viele Milliarden Euro bewegt werden. Dementsprechend hoch sind die eigenen Absicherungsmaßnahmen. Das Ergebnis schlägt sich darin nieder, dass Risikogruppen im Kreditgeschäft abgelehnt werden. Dazu gehören auch Einwanderer und vor allem diejenigen, die keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung und keine Sicherheiten vorweisen können. Das, was zunächst einmal nur auf einem Risikogedanken der Bank beruhen sollte, lässt sich aber auch schnell deutlich negativer interpretieren. Werden Risikogruppen aktiv diskriminiert, anstelle dass man ihnen Hilfe zuteilwerden lässt?

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Einwanderern bleibt oft nur das Risiko

Vor einigen Jahren gab es eine gewaltige Diskussion um genau diese Frage, als sich immer mehr Banken weigerten, Konten für ärmere Menschen zu eröffnen. Deshalb, weil die Konten einen Dispokredit beinhalteten und man befürchtete, dass diese Dispokredite ausgenutzt und niemals zurückgezahlt würden. Die Kunden wurden eiskalt abgewiesen und tatsächlich brauchte es im Nachhinein einen gesetzlichen Beschluss, um die Sache in den Griff zu bekommen und jedem Bürger zu ermöglichen, ein Konto zu eröffnen. Auch im Immobiliengeschäft sieht es kaum anders aus. Denn auch hier werden Kaufinteressenten mit Migrationshintergrund oft Steine in den Weg gelegt.

Einwanderern bleibt mangels solcher Alternativen oft nur die Möglichkeit, in risikoreicheren Anlagen zu investieren. Der Aktienhandel etwa oder ein Fond sind beliebte Alternativen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Akten- oder Fondshandel funktionieren rund um den Globus praktisch nach denselben Regeln und man kann ohne große Mühe von überall auf der Welt auf bekannte Papiere investieren. Wer schon bei der Investition noch etwas sparen möchte, sucht sich einen günstigen Anbieter aus wie eine Aktien-Direktbank oder so etwas wie die AVV Fondsvermittlung. Gewinn- und Verlustrisiko trägt der Investor jedoch immer ganz alleine. Doch vorher benötigt jeder, der ein Depot führen möchte, ein Bankkonto – und den bekommt, wie bereits ausgeführt, jedermann.

Konto ohne Kreditrahmen

Doch ein wichtiges Detail, das beim Konto für Jedermann eine Rolle spielt, muss unbedingt noch erwähnt werden. Jeder kann ein Konto seiner Wahl eröffnen, aber muss unter Umständen auf eine Überziehungsmöglichkeit des Kontos verzichten. Der Gedanke, dass Banken nur einkommensstarke Kunden haben möchten, lässt sich noch so lang weiterdenken. Doch es gibt einen wesentlichen Faktor, der die Absage von Krediten gegenüber Einwanderer und anderen Risikogruppen tatsächlich rechtfertigt. Dieser Faktor nennt sich Bonität.

Niemand würde jemand anderem Geld leihen, wenn von vornherein ein Risiko dafür besteht, dass das Geld nicht zurückgezahlt werden kann. Bei Einwanderern ist dieses Thema besonders relevant für Banken, vor allem wenn der Antragssteller keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung vorweisen kann. Ein Rückzug ins Herkunftsland könnte die Abwicklung der Rückzahlung erschweren. So die Befürchtungen der Banken.

Die Anforderungen sind generell hoch, wenn man einen Kredit erhalten möchte. Die Banken verlangen Reihe von Unterlagen, insbesondere Einkommensnachweise. Wer diese Anforderungen nicht erfüllen kann, erhält eine Absage. Das gilt für Einwanderer ebenso wie für Antragssteller ohne Migrationshintergrund. (pc)

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