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Fahrrad (Symbolfoto) © Amsterdamize auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Der Umwelt zuliebe

Wird das Fahrrad zum Hauptverkehrsmittel?

Pkws und Lkws prägen unser Stadtbild und haben unsere Straßen fest im Griff. Doch es gibt immer mehr Hoffnung auf zunehmende Verbreitung alternativer Transportmittel: das Fahrrad.

Montag, 26.10.2020, 0:17 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 28.10.2020, 10:23 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts, spätestens aber nach dem 2. Weltkrieg wurde das Automobil zur wichtigsten und effizientesten Fortbewegungsmöglichkeit weltweit. In den Industrienationen dominierten bis heute Pkws und Lkws den Alltag und sorgten für eine hohe Mobilität und effektiven Gütertransport.

Doch seit einigen Jahren ist dieses Konzept zum Teil aus den Fugen geraten. Immer mehr wird dem Automobil seine Stellung als ultimative Transportlösung und Allheilsbringer abgesprochen. In den verschiedensten Ländern werden mittlerweile alternative Konzepte kontrovers diskutiert. Das ist auch dringend nötig. Denn die Belastungen für die Umwelt sind enorm und führen inzwischen maßgeblich mit zum Klimawandel bei. Dies wiederum ist eine der größten Fluchtursachen unserer Zeit.

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Die Gründe für den Aufstieg des Fahrrades

Die Gründe für das steigende Interesse am Fahrrad sind unter anderem:

  • Erhöhte Umweltverschmutzung und Zerstörung durch hohe CO2-Emissionen, was zum großen Teil auch durch Pkws verursacht wird
  • Die Entwicklung leistungsstärkerer Batterien, die auch für Fahrrad genutzt werden können (Pedelec und S-Pedelec)
  • Das Bevölkerungswachstum in den Großstätten wodurch ein Kollaps des städtischen Verkehrs in vielen Städten droht.
  • Prognosen über Probleme mit der Ölversorgung und erhöhten Ölkosten.
  • Ein stärkeres Umweltbewusstsein – auch im Hinblick auf die Folgen wie Unwetterkatastrophen, Dürre, Armut oder Hunger.

Das gerade das Fahrrad sich nun zu einer echten Alternative zum Auto entwickelt kommt dabei nicht von ungefähr. Bereits in den frühen 80er Jahren gab es schon mal eine längere Ölkrise. Dabei entwickelte sich in Ländern wie den Niederlanden und Dänemark bereits zu diesem Zeitpunkt eine hohe Wertschätzung für das Fahrrad. Durch die verschiedenen oben genannten Punkte ist das Fahrrad nun dabei, sich zu einer echten Alternative zu entwickeln

Wie wird das Fahrrad vermehrt als Alternative zum Pkw etabliert?

Um das Fahrrad als weitere Fortbewegungs- und Transportmöglichkeit zu etablieren gibt es eine ganze Reihe von Maßnahmen. Die Benelux-Länder und Dänemark zum Beispiel verfügen schon seit vielen Jahren über ein exzellent ausgebautes Radwegenetz, dass sogar Fernrouten für Fahrradfahrer beinhaltet. Staaten wie Deutschland, Italien und Frankreich versuchen nun ebenfalls entsprechende Fahrradwegenetze zu etablieren. Zusätzlich soll die Infrastruktur fürs Fahrrad weiter ausgebaut werden, z.B. durch Fahrradparkhäuser, E-Bike-Ladestationen, zusätzliche Service-Stationen, Fördergelder für Fahrräder und Ladestationen, usw.

Dass das Fahrrad jetzt als Alternative zum Auto infrage kommt verdankt es zum großen Teil auch dem Internet. Dadurch kann man sich vieles liefern lassen oder im Internet machen, wozu man sonst das Auto gebraucht hätte. Ein Bankbesuch wird mittlerweile kurz im Internet gemacht, anstatt eine Filiale aufzusuchen, ein Online Casino sorgt dafür, das man nicht erst eine Spielbank aufsuchen muss, und Kleidung kauft man in Onlineshops und lässt sie sich nach Hause schicken.

Apropos schicken: Auch der Transport von Artikeln, Post und Waren kann mittlerweile durch eine ganze Reihe von Transporträdern durchgeführt werden. In der Tat ist diese Alternative dermaßen erfolgsversprechend das viele Logistikunternehmen bereits dazu übergegangen sind, ihre Filialen in den Städten vermehrt mit Transporträdern auszustatten.

Kritik an der Fahrradalternative

Natürlich wird die konsequente Förderung es Fahrrades von vielen auch kritisch gesehen. Neben der Tatsache das die meisten Menschen nur ungern auf Liebgewonnenes verzichten und sich schwer auf Veränderungen einstellen können, gibt es natürlich auch durchaus sachbezogene Kritik. Die Umwandlung der Großstädte in regelrechte Fahrradstädte verschlingt Milliarden und zwingt dazu, ein bereits bestehendes Konzept – das des Pkw – umzuwerfen, bzw. Entsprechend zu verkleinern. Auch ist fraglich ob die gewaltigen Warenmengen die bislang von Transportern und Lkws ausgeliefert werden, auch mittels Fahrrades transportiert werden können. Zudem ist gerade die Langstreckenmobilität ein echtes Problem, denn öffentliche Verkehrsmittel sind nur unzureichend auf diesen Anstieg an Nutzern vorbereitet.

Kann das Fahrrad das neue Hauptverkehrsmittel werden?

Um es klar zu sagen: Das Fahrrad kann und soll nicht im Alleingang das Automobil im Ganzen ersetzen. Das vorrangige Ziel ist die Reduzierung der Anzahl der weltweiten Pkw`s zu Gunsten der Natur. Das geschieht aber nicht nur durch die Förderung des Fahrrads, sondern auch durch eine Reihe weiterer Maßnahmen wie zum Beispiel dem Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs. Dabei ist aber natürlich eine der wichtigsten Maßnahmen, das Fahrrad für möglichst viele als Alternative zum Auto attraktiv zu machen. (dd)

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